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Archive for Juni 2015

Bagger gegen wehrlose Ziesel beim Heerespital ab Juli 2015

Infos zur SMS-Alarmkette am Ende des Artikels!

Was ein lautstarkes Gespräch zwischen Bauträger und STRABAG beim Zieselfeld offenbarte, wurde von der Stadt Wien gegenüber der „Krone“ offiziell bestätigt:

Ab Juli 2015 werden beim Heeresspital die Bagger auffahren um einen großen Teil des Ziesel-Habitats zu vernichten und ansässige Ziesel zu vertreiben. Bis zuletzt war das Vorkommen, trotz aller Maßnahmen, stetig angewachsen. SPÖ und Bauwirtschaft verlieren jetzt die Geduld.

Ermöglicht wird die beispiellose Offensive gegen jene Art, die in Österreich Platz 1 der Roten Liste belegt, durch einen neuen Bescheid der Naturschutzbehörde. Zu befürchten ist, dass die Behörde diesmal – zusätzlich zum Oberbodenabtrag – weitere äußerst brutale Mittel gestattet hat. So etwa die Zerstörung von Bausystemen, wenn verängstigte Tiere dorthin vor den tonnenschweren Maschinen fliehen.

Als bloße Inszenierung entpuppt sich hingegen die romantisch präsentierte Zieselbrücke. Durch Geheimhaltung der weiteren radikalen Pläne sollten Öffentlichkeit und Medien offenbar hinters Licht geführt werden.

In ihrer Panik werden die zahlreich betroffenen Zieseln sicher nicht nach Brücken suchen, sondern sich in alle Richtungen zerstreuen. Wie bei Umsiedlungen mittels Käfigen, muss von massiven Verlusten unter den Tieren ausgegangen werden. Beraubt um ihre Baue, will sie die Stadt Wien erbarmungslos ihrem düsteren Schicksal überlassen.

Nun sind alle Augen auf die Wiener Umweltanwaltschaft gerichtet, denn sie hat Parteistellung im Bescheidverfahren und ist die allerletzte Hoffnung für die Ziesel. Verzichtet Sie auf ihr Parteirecht, wäre der Bescheid unmittelbar rechtskräftig und damit der barbarische Naturschutz-Horror endgültig auf Schiene.

‚Licht aus‘ auch für andere bedrohte Tierarten

Mit dem Ziesel haben beim Heeresspital auch andere geschützte Arten, darunter Feldhamster, Zauneidechse, Feldhase sowie seltene Vogel- und Schneckenarten, ein ungestörtes Rückzugsgebiet gefunden. Auch sie werden einen großen Teil ihres Lebensraums verlieren. Insbesondere bei den Junghasen und der besonders häufig vorkommenden Zauneidechse drohen zudem Verluste von Individuen.

Beschämende Interpretation des strengen Wiener Naturschutzgesetzes

Damit der neue Bescheid überhaupt zustande kommen konnte, bedurfte es seitens der MA 22 einer außergewöhnlichen Eruption an kreativer Energie. Denn das Wiener Naturschutzgesetzes gestattet Maßnahmen gegen eine streng geschützte Art nur dann, wenn ihr Erhaltungszustand vor und nach dem Eingriff günstig ist.

Angesichts des europaweit ungünstigen Zustands des Ziesels und dramatischer Bestandrückgänge, müsste also jedes Ansuchen um Ausnahmen zurückgewiesen werden, unabhängig vom politischen Netzwerk der Ansuchenden.

Völlig fantasielos ging die Behörde hingegen bei der Prüfung anderer zentraler Aspekte vor, nämlich der von Standortalternativen und des Vorliegens zwingender Gründe öffentlichen Interesses. Im Besitz des Stadt Wien befinden sich zwei Mio. m² an zieselfreiem Bauland und somit eine Fülle an ersatzweisen Optionen.

Trotz Forderung vom Floridsdorfer Bezirksparlament und von tausenden Petitionsunterzeichnern nach Verlegung des Bauprojekts, muss ausgerechnet beim Heeresspital gebaut werden.

Ziviler Ungehorsam zum Schutz der Ziesel

Indes formiert sich im Internet Widerstand gegen die bevorstehende Vertreibung von Zieseln beim Heeresspital und für die Respektierung des Naturschutzes. Besorgte Bürgerinnen und Bürger organisieren Protestaktionen, die vor Ort stattfinden werden.

Um über das Auftauchen von Baumaschinen und den Treffpunkt für, im Rahmen der Gesetze zulässige, Proteste alarmiert zu werden, wurde ein SMS-Verteiler eingerichtet, in den man sich ab sofort eintragen kann.

Aufnahme in SMS-Alarmkette

Außerdem werden in einer Facebook-Gruppe aktuelle Entwicklungen in Echtzeit gepostet und weitere Maßnahmen koordiniert.

Facebook-Gruppe Aktion „Rettet die Ziesel“

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Häupl-Sima-Ziesel-Juli 2005

Roter Wahlkampf anno 2005. 10 Jahre später pfeift die SPÖ auf Zieselschutz.

In den Kampf gegen das Ziesel-Habitat beim Heeresspital – eines der letzten großen in Österreich soll verbaut werden – mischt sich nun auch Andreas Schieder, SPÖ-Klubobmann im Parlament und mitverantwortlich an der Hypo-Notverstaatlichung, ein.

Befragt vom „Kurier“, was denn die SPÖ den in Scharen davonlaufenden Wählern bieten könne, echauffiert sich Schieder – sehr zum Erstaunen der Leser – zu allererst darüber, dass am Stadtrand von Wien auf Ziesel Rücksicht genommen werden muss, statt diese rücksichtslos abzusiedeln. Routiniert im Drüberfahren über Bürger, muss es dem roten Multifunktionär wohl quälende Schmerzen bereiten, wenn jetzt plötzlich ein paar hundert Nager einen Sonderstatus genießen sollten.

Aussichtsverliebte „Anrainer“ als Sündenböcke

Bezeichnenderweise hat Schieder „Anrainer“ der Ziesel als Verhinderer des Bauprojekts ausgemacht. Offenbar weiß er aber nicht, dass besagter Terminus im Wiener Naturschutzgesetz gar nicht vorkommt. Folglich kennt es keinen Paragraphen, wonach bei Präsenz von Anrainern das Naturschutzgesetz automatisch außer Kraft treten würde.

Häupl und Sima als Verhinderungsprofis an Grenze zum Populismus

Beiseite nehmen sollte sich Schieder allerdings seine Parteifreunde Michael Häupl und Ulli Sima. Sie haben sich 2005 im Verhindern eines Bauprojekts verdient gemacht und das ausgerechnet wegen einer Ziesel-Population! Auf den ehemaligen Radio Austria Gründen waren die Tiere ebenfalls der Verwertung des Areals im Weg. Zufällig war jedoch gerade Wahlkampf. Da haben Bürgermeister und Umweltstadträtin das Projekt durch den Gemeinderat stoppen lassen und sich sogar in persönlichen Schreiben an die dortigen „Anrainer“ für deren Engagement bedankt.

Stadt Wien besitzt 2 Millionen Quadratmeter an Bauland

Spannende Infos könnte Herr Schieder vom Wiener Wohnbaustadtrat Michael Ludwig erzählt bekommen, wenn dieser nicht gerade wieder mal beschäftigt ist in seinem Ressort für Ordnung zu sorgen. Im Besitz der Stadt Wien befinden sich nämlich zwei Millionen Quadratmeter an Bauland. Die Gemeinde hätte also sofort nach Bekanntwerden der Ziesel das Bauprojekt nördlich des Heeresspitals an einen anderen Ort verlegen können. Das hätte Zeit und Geld gespart und die dringend benötigten Wohnungen würden längst stehen. Angesichts der riesigen Baulandreserve ist die Knappheit an Wohnraum sicher nicht auf ein Vorkommen streng geschützter Zieseln zurückzuführen, sondern könnte schlicht auch mit mangelnder Qualifikation der handelnden Personen zu tun haben.

Genosse im Burgenland zuckt völlig aus – nicht nur wegen Rot/Blau

Richtige Verhinderungsprofis sind auch seine, jüngst in Ungnade gefallenen burgenländischen, Genossen. Diese erdreisten sich in Parndorf für den Fortbestand einer Kolonie von 200 Zieseln einzusetzen. „Für mich ist es fünf vor zwölf. Und wenn jetzt nicht bald etwas geschieht, dann haben wir dieses Naturjuwel vor der Haustür endgültig verloren.“, heißt es von einem lokalen SPÖ-Gemeinderat.

Wer stirbt früher aus? SPÖ oder Ziesel Klarerweise wollen die Wiener Genossen die Schlacht um das Heeresspital bis zum letzten Ziesel ausfechten. Denn wenn sie nördlich davon klein beigeben, dann ist das gesamte Areal innerhalb des Heeresspitals und auch der Bereich südlich davon, auf Jahrzehnte hinaus verloren. Darum wird es in der Stadt der allgegenwärtigen Freundschaft auch weiterhin kein Erbarmen für die Ziesel geben. Denken Sie am 11. Oktober 2015 daran und zeigen Sie rücksichtloser Zerstörung letzter Wiener Naturschätze die rote Karte !

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Ziesel-Führung beim Wiener Heeresspital am 27. Juni 2015In der Causa rund um die bedrohten Ziesel beim Heeresspital setzt die Stadt Wien nach wie vor auf betreutes Denken für Bürger, statt auf konsequenten Naturschutz. Denn zum wiederholten Mal ließ man unter inszeniertem PR-Jubel verkünden, dass die Rettung der Ziesel jetzt aber wirklich bevorstünde.

Diesmal soll eine weitere Brücke über den Marchfeldkanal die massiv vom Aussterben bedrohten Nager zum massenhaften Exodus aus ihrem Lebensraum auf weit verstreute „Ausgleichsflächen“ ermuntern und so die Realisierung eines, für die involvierten Konzerne hochprofitablen, Bauprojekts doch noch ermöglichen.

Bloß hat auch der neueste Plan schwere Schönheitsfehler:

  • Schon heute gäbe es nämlich genügend Pfade für die Ziesel zur Abwanderung. Sie tun es aber schlicht und einfach nicht und vermehren sich stattdessen lieber in ihrem angestammten Habitat.
  • Auch ist gerade jener Bereich, wo die Brücke andocken soll, kaum von den streng geschützten Zieseln besiedelt.
  • Zur Nutzung der auf der anderen Seite des Marchfeldkanals gelegenen Ausgleichsfläche A8, verfügen die Bauträger zudem bis dato nicht über die Zustimmung aller Eigentümer, was jedoch vom Bezirksgericht Floridsdorf erstinstanzlich als dafür notwendig erkannt wurde.

Welchen magischen Anreiz nun das neue Konstrukt auf die bekannt standort-treuen Tiere ausüben soll, weiß offenbar selbst die mit der Ziesel-Absiedlung beauftragte Expertin Dr. Ilse Hoffmann nicht. Bezeichnenderweise wollte sie dazu gegenüber dem „Kurier“ keinen Kommentar abgeben.

Wenig mitteilungsfreudig geben sich auch Stadt und Bauträger, wenn es um Kosten und vor allem Kostenträger für den Zieselsteg geht. Vielsagendes Schweigen der Verantwortlichen lässt allerdings befürchten, dass der Steuerzahler als alleiniger Finanzier des wenig aussichtsreichen Naturschutzabenteuers auserkoren wurde.

Authentischer Lokalaugenschein bei den Zieseln am Marchfeldkanal

Aufgrund der aktuellen Entwicklung und des regen Interesses vieler naturverbundener Wienerinnen und Wiener, bietet die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal auch heuer wieder eine fachkundige Ziesel-Führung an.

Lernen Sie bei einem gemeinsamen Spaziergang entlang des Marchfeldkanals den artenreichen Lebensraum beim Heeresspital und viele seiner Bewohner kennen. Machen Sie sich zudem anhand der tatsächlichen Gegebenheiten ein persönliches Bild davon, wie absurd das beharrliche und teure Festhalten der Stadt Wien an den Ziesel-Absiedlungplänen ist.

Wann: Samstag, 27. Juni 2015, 15:30 Uhr

Treffpunkt: Johann-Orth-Platz, 1210 Wien (Link zum Wienplan)

Dauer: ca. 1,5 – 2 Stunden

Anreise: Der Treffpunkt befindet sich nahe der Endstation der Straßenbahn-Linie 31. Falls Sie mit dem Auto anreisen, nutzen Sie bitte die Parkmöglichkeiten entlang der Johann-Weber-Straße. Am Johann-Orth-Platz ist das Parkplatzangebot nur gering.

Tipp: Zum Beobachten der Ziesel bitte Fernglas mitnehmen!

Der Spaziergang findet bei jedem Wetter statt. Die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal freut sich auf Ihr Kommen!

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