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Archive for Juni 2011

Neugieriges Ziesel

Ein neugieriges Ziesel sah beim Foto-Shooting interessiert zu.

Am Sonntag den 26.6.2011 erscheint im Kurier der Artikel über unsere Zieseln nördlich des Heeresspitals. Wir freuen uns wirklich sehr, dass es gelungen ist, nach der Kronen-Zeitung, ein zweites österreichweit erscheinendes Medium auf die überaus ernste Lage der vom Aussterben bedrohten Tiere hier vor Ort aufmerksam zu machen.

An dieser Stelle möchten wir uns bei Euch ganz herzlich bedanken, dass ihr so zahlreich zum Foto-Shooting gekommen seid. Ihr wart wirklich super!  Wir haben durch unser gemeinsames Auftreten deutlich signalisiert, dass über wehrlose Tiere nicht einfach drüber gefahren werden darf!

Wir alle, aber insbesondere auch die Politik, tragen Verantwortung für den Erhalt und Schutz unserer Umwelt und wollen auch kommenden Generationen einen lebenswerten Planeten hinterlassen. Naturschutz muss ohne Kompromisse tagtäglich gelebt werden und darf nicht nur auf geduldigem Papier vor sich hintümpeln!

In der heutigen Kronen-Zeitung vom 25.6.2011 bezieht dazu auch Frau Maggie Entenfellner eindeutig Stellung. In ihrer Tierecken-Kolumne auf Seite 53 kritisiert sie, dass Bauprojekte Vorrang vor Naturschutz haben und führt als Beispiel auch die Zieseln beim Heeresspital an, die 950 Wohnungen weichen sollen.

Auf FACEBOOK existiert schon längere Zeit eine eigene Gruppe, wo über das Thema heiß diskutiert wird. Macht mit!

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Frau Dr. Madeleine Petrovic hat uns gestattet, das Schreiben, das sie in ihrer Funktion als Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins am Mittwoch, den 22.6.2011, an die Wiener MA 22 geschickt hat, zu publizieren. Darin wird eindringlich auf die Gefährdung der Zieseln am Feld nördlich des Heeresspitals durch die landwirtschaftlichen Arbeiten hingewiesen.

Wir danken Frau Dr. Petrovic für ihre rasche und entschlossene Intervention zum Wohle der vom Aussterben bedrohten Zieseln!

Sehr geehrter Herr Dr. XXXXXXXX!

Auf den Feldern nördlich des Heeresspitals in 1210 Wien befinden sich erwiesenermaßen Populationen von Feldhamstern und Zieseln. Wie wir von unterschiedlichen Personen erfahren haben, soll diese Fläche verbaut werden und zuvor, also jetzt, umgepflügt werden. Diese Vorgangsweise hat KEINEN landwirtschaftlichen Sinn, sondern dient offenbar nur dazu, ein allfälliges nationales Naturschutzverfahren von Vornherein zu vereiteln!

 Nach der Richtlinie 92/43/EWG (“”FFH-Richtlinie”) sind beide Tierarten geschützt.

 –        Das Ziesel (Spermophilus citellus) ist in Anhang II (Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen) der FFH-Richtlinie gelistet.

–        Der Feldhamster (Cricetus cricetus) steht in Anhang IV (Streng zu schützende Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse).

 http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/site/de/consleg/1992/L/01992L0043-20070101-de.pdf

 Eine Verbauung der Felder steht also im Widerspruch zur Richtlinie 92/43/EWG und würde den Fortbestand der Ziesel- und Feldhamsterpopulationen massiv gefährden!

Überdies wäre mit einer qualvollen Tötung der Jungtiere bzw. der gesamten Ziesel- und Feldhamsterpopulation zu rechnen, was jedenfalls mit GERICHTLICHEN Strafdrohungen sanktioniert ist.

Unserem Rechtsverständnis nach muss daher vor Baubeginn ein entsprechendes Verfahren gemäß Naturschutzgesetz eingeleitet werden, an dessen Ende wohl nur eine Umwidmung der Fläche zum Schutzgebiet stehen kann.

Was derzeit geschieht, nämlich das Mähen der Felder mittels Traktor und das anschließende Pflügen erscheint uns sehr sonderbar. Zum einen: Was wird im Juni (!) ausgesät? Zum Anderen: Das Bestellen der Felder ruiniert die Bauten von Hamster und Ziesel und gefährdet vor allem das Leben vieler Jungtiere! Das ist KEINE landwirtschaftliche Maßnahme, sondern die brutale Durchsetzung von ökonomischen Profit-Interessen.

Der Anschein zwingt sich auf, dass vollendete Tatsachen hergestellt werden sollen: Wo es keine Feldhamster und Ziesel mehr gibt, muss auch kein Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Eine Vorgangsweise, die ein schlechtes Licht auf alle beteiligten Ämter und Behörden werfen würde.

Wenn wissentlich geschützte Jungtiere dem qualvollen Tod preisgegeben werden, um ökonomische Interessen „durchzudrücken“, ist das Einschreiten der zuständigen Behörden dringend geboten, da ansonsten möglicher Weise auch Amtsdelikte verwirklicht werden könnten.

Seitens des Wiener Tierschutzvereins ersuche ich daher DRINGEND und mit rechtlichem Nachdruck alles zu tun, um den geschützten Tierbestand auf den Feldern um das Heeresspital in Wien 21 nicht zu gefährden.

Mit besten Grüßen und mit der Bitte um Kontaktaufnahme

Dr. Madeleine Petrovic

Präsidentin Wiener Tierschutzverein

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In den letzten Wochen hat sich herausgestellt, dass Ziesel und Feldhamster auf den Feldern nördlich des Wiener Heeresspitals leben. Die Ziesel wurden schon mehrmals von verschiedenen Anrainern gesichtet. Wie ihr im Bild sehen könnt, ließ sich sogar eines fotografieren.

Das Vorkommen von Zieseln und Feldhamstern ist für benachbarte Gebiete bereits dokumentiert. Zum Beispiel kann man die am Heeresspital-Areal lebenden Ziesel hören und beobachten, wie sie sich dort zwischen Löchern tummeln.

Bei den Zieseln und Feldhamstern handelt es sich um Arten, die nach dem Wiener Naturschutzgesetz unter STRENGEM Schutz stehen. Das Ziesel – es steht auf der roten Liste der gefährdeten Arten – gilt laut östereichischem Umweltdachverband als das am meisten bedrohte Säugetier Österreichs. Es genießt in Wien zudem Lebensraumschutz und ist laut der Wiener Naturschutzverordnung auch als prioritär bedeutend eingestuft.

Die MA22 (Wiener Umweltabteilung), die von Anrainern über die Zieselvorkommen verständigt wurde, hat sich mittlerweile das Feld nördlich des Heeresspitals fachkundig angesehen. Die Experten gelangten zu dem Schluss, dass hier tatsächlich Ziesel bzw. Feldhamster leben dürften. In der Folge wird die MA22 nun eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Bauprojekt nördlich des Heeresspitals in die Wege leiten.

Der Schutz bedrohter Arten war und ist den Verantwortlichen der Stadtregierung ein großes Anliegen. Wenn die UVP zum Ergebnis hat, dass durch das Projekt der Lebensraum bedrohter Arten beeinträchtigt wird, müssen entsprechende Schritte zum Wohle der Tiere gesetzt werden. Unter anderem kommen Umsiedlungen oder spezielle Berücksichtigung in der Grünanlagengestaltung als mögliche Maßnahmen in Frage. Beides könnte sich in der Praxis jedoch als schwierig erweisen. Ersteres, weil die Umsiedlung auf geeignete Ausgleichsflächen für die Tiere nicht frei von Risiken ist und zweiteres, weil die angestrebte Verbauungsdichte dazu nur wenig Spielraum bietet.

Es gab aber auch schon Projekte in Wien, wo im Interesse des Artenschutzes von einer Bebauung des betroffenen Gebiets gänzlich Abstand genommen wurde. Als Beispiel seien die ehemaligen Radio Austria Gründe im 10. Bezirk genannt, wo im Jahr 2005 eine Wohnanlage aufgrund der dort lebenden Ziesel nicht errichtet wurde, sondern das Areal in der Folge in einem Allparteien-Konsens zum Naturdenkmal erklärt wurde.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind natürlich alle Spekulationen über mögliche Auswirkungen auf das Bauprojekt nördlich des Heeresspitals verfrüht. Wir werden die UVP mitverfolgen und Euch am laufenden halten.

Für nähere Infos über Ziesel und Feldhamster und deren spezifische Situation in Wien, sucht im Internet nach „Ziesel Wien“ oder „Feldhamster Wien“. Ihr werdet dazu viel an hochinteressanter  Lektüre finden. Einige ausgewählte Links findet Ihr unten.

An dieser Stelle  zwei  Bitten:

  • Die meisten von uns sind nach Stammersdorf gezogen, um hier ein naturverbundenes Leben am Stadtrand genießen zu können. Quasi als Nachbarn der vom Aussterben bedrohten Ziesel und Feldhamster, liegt es also auch an uns, dass sie sich hier bei uns wohl fühlen. Darum sollten wir die Tiere so wenig wie möglich in ihrem Lebensraum stören. Bitte achtet daher auch auf Eure Hunde und Katzen.
  • Wir freuen uns über Fotos, die die Tiere hier bei uns zeigen, aber appellieren in deren Interesse zugleich auch eindringlich, ihr Ruhebedürfnis zu respektieren.

Interessante Links zum Thema:

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