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Archive for the ‘Artenschutz’ Category

Das Floridsdorfer Bezirksparlament macht zum Schutz der Ziesel weiter Druck.

Nachdem zuletzt die Verlegung des Bauprojekts beim Heeresspital an einen alternativen Standort verlangt wurde, geht man nun einen Schritt weiter. Mehrheitlich stimmten die Bezirksvertreter einem Antrag auf Festsetzung eines Naturschutzgebietes auf Flächen umliegend des Heeresspitals zu. Dort hat eine der letzten großen Kolonien der europaweit geschützten Ziesel ihren Lebensraum.

Aus dem Norden Wiens kommt damit ein klares Signal, dass in Wien die strengen Naturschutzgesetze einzuhalten sind und der Schutz der landesweit massiv vom Aussterben bedrohten Tiere Vorrang haben muss.

Floridsdorfer Bürger und Politiker für den Schutz der Ziesel beim Wiener Heeresspital

In Wien-Floridsdorf setzen sich Politik und Bürger vehement für den nachhaltigen Schutz der bedrohten Ziesel-Population beim Heeresspital ein

Politische Mehrheit für Naturschutzgebiet beim Heeresspital

Der von der ÖVP-Floridsdorf eingebrachte Antrag fand die Zustimmung von Grünen, FPÖ und WIFF und erzielte somit die erforderliche Mehrheit. Lediglich die Mandatare der SPÖ lehnten den Antrag ab.

Im Antragstext wird auf das besondere Schutzbedürfnis der Ziesel-Population beim Heeresspital hingewiesen, da dort durch die Uni Wien eine bis dato unbekannte Unterart des Europäischen Ziesels entdeckt worden sein könnte. Darüber hinaus fänden auf dem unter Naturschutz gestellten Areal auch andere vorkommende, streng geschützte Arten, wie Feldhamster, Neuntöter oder Zauneidechse ein Rückzugsgebiet. „Das ausgewiesene Naturschutzgebiet kann als Schau- und Infoprojekt der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden und somit zu einem Imagegewinn des Bezirks beitragen“, heißt es in der Antragsbegründung weiter.

Aus Sicht der IGL-Marchfeldkanal ist es jetzt nur noch erforderlich, die bereits im Antrag skizzierten Grenzen des Naturschutzgebietes, entsprechend der tatsächlichen Ziesel-Verbreitung im Bereich zwischen Brünner Straße und Marchfeldkanal, exakt zu definieren.

Perfektes Timing für erweiterte Landschaftsschutzgebiet-Verordnung

Von der Wiener Naturschutzbehörde MA 22 war bis Ende 2011 der Entwurf einer Verordnung eines erweiterten Landschaftsschutzgebietes in Floridsdorf zugesagt. Wie jedoch aus der Beantwortung einer von den Grünen gestellten Anfrage durch die zuständige Stadträtin Ulli Sima hervorgeht, ist dieses Papier noch immer ausständig.

Damit bietet sich nun die günstige Gelegenheit, das von Floridsdorf geforderte Naturschutzgebiet ringsum das Heeresspital unmittelbar in die überfällige Verordnung zu integrieren und Aufwände, die mit einer abermaligen Überarbeitung des Landschaftsschutzgebiets verbundenen wären, zu vermeiden.

Naturschutzgebiet beim Heeresspital ist alternativenlos

Das Ziesel steht in Österreich an erster Stelle der Roten Liste. Nach den objektiven EU-Bewertungsmaßstäben befindet es sich landesweit im schlechtest möglichen Erhaltungszustand „U2 Unfavourable Bad“. Diese alarmierende Einstufung teilen sich die Ziesel lediglich mit drei Fledermausarten.

Seit Anfang der 70er-Jahre ist in Wien die überwiegende Zahl der dokumentierten Ziesel-Vorkommen erloschen. Trotzdem schenkte man in den Planungen des Großbauprojekts beim Heeresspital der, im Projektgebiet längst amtsbekannten, Population – eine der größten Österreichs – keinerlei Beachtung.

In Anbetracht der rechtlichen und naturschutzfachlichen Faktenlage, muss der nachhaltige Schutz des Ziesel-Reservats beim Heeresspital absolute Priorität haben. Statt an aussichtlosen, aber hochriskanten Umsiedlungsplänen festzuhalten, sind nun konkrete Anstrengungen für den Ziesel-Schutz überfällig.

Zeit zum Handeln

Die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal begrüßt die politische Willensbildung des Floridsdorfer Bezirksparlament zum Schutz der bedrohten Ziesel-Population beim Heeresspital, die weit über die Bezirksgrenzen hinweg große Beachtung findet. Beim Thema Naturschutz ziehen somit Bürger und Politik, ungeachtet weltanschaulicher Differenzen in anderen Fragen, gemeinsam an einem Strang.

Von entscheidender Bedeutung ist nun jedoch, die Umsetzung der beiden richtungsweisenden Anträge mit Nachdruck von der Wiener Landesregierung einzufordern. Die IGL-Marchfeldkanal appelliert daher an die Lokalpolitik auch im Jahr 2013 in Sachen Zieselschutz nicht locker zu lassen.

Gemeinsam mit der Mehrheit der Floridsdorfer Volksvertreter, setzen sich bereits 8.500 Menschen mit ihrer Unterschrift für ein Naturschutzgebiet auf den Grünflächen rund um das Wiener Heeresspital ein. Bitte unterschreiben auch Sie!

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Beim Wiener Heeresspital bahnt sich eine wissenschaftliche Sensation an!

Wie Untersuchungen der Universität Wien belegen, weichen die beim Heeresspital vorkommenden Ziesel in Größe und Gewicht zum Teil sehr deutlich von anderen Populationen ab. Außerdem treten Tiere mit markanter, bis dato nirgendwo beobachteter Fellfärbung auf.

Da die strukturellen Unterschiede bereits bei Jungtieren ausgeprägt sind, würde die international renommierte Ziesel-Forscherin Dr. Ilse Hoffmann die Präsenz einer bis dato unbekannten Unterart des Europäischen Ziesels nicht ausschließen.

Nun droht der Stadt Wien ein blamables Fiasko. Gibt sie tatsächlich grünes Licht für die Absiedlung der Heeresspital-Ziesel auf weit verstreute Einzelflächen, so könnte eine neu entdeckte Unterart schon wieder Geschichte sein, noch bevor sie eingehend erforscht wurde.

Außergewöhnlich gezeichnetes Ziesel am Areal des Wiener Heeresspitals (Foto: Norbert Szewieczek)

Ziesel mit dieser auffälligen Fellzeichnung kommen nur rund um das Wiener Heeresspital vor. (Foto: Norbert Szewieczek)

Ökologischer Bericht der Bauträger enthüllt Sensation

Die wissenschaftliche Spitzenmeldung wurde im aktuellen Bericht der ökologischen Bauaufsicht für das Bauprojekt nördlich des Wiener Heeresspitals publiziert und ist im Detail hier nachzulesen:

>>> Ökologischer Bericht 18.10.2012 <<<

Anhand statistischer Auswertung der Ziesel-Vermessungsdaten (Alter, Gewicht, Größe) und Gegenüberstellung mit Vergleichspopulationen kommt die Ziesel-Expertin Dr. Ilse Hoffmann in dem Papier zu dem bemerkenswerten Schluss:

Die Ziesel im Projektgebiet sind also relativ zu ihrer geringen Körpergröße ziemlich schwer, vor allem, was die Jungtiere betrifft. Da davon auszugehen ist, dass strukturelle Muster (Knochenwachstum) stabiler ausgeprägt sind als Gewichtsschwankungen, liegt die Vermutung nahe, dass dieser Phänotyp genetisch fixiert sein könnte. Diese Vermutung wird durch die gelegentliche Beobachtung eines außergewöhnlichen Farbschlags unterstützt.

Die Forscherin vermutet also, dass die beobachteten Erscheinungsbilder außerhalb jeer Bandbreite liegen, die dem herkömmlichen Europäischen Ziesel vorgegeben ist. Vielmehr könnte eine genetische Anpassung an die speziellen, im Umfeld des Wiener Heeresspitals wohl jahrzehntelang vorherrschenden, Bedingungen stattgefunden und so letztlich zur Ausbildung einer neuen Unterart des Europäischen Ziesels geführt haben.

Das ist insofern bemerkenswert, da das nächstgelegene, im Detail erforschte, Ziesel-Vorkommen am Bisamberg und dessen Ausläufern zwar nur etwa 1,5 Kilometer entfernt ist, jedoch selbst gegenüber diesen Tieren signifikante Abweichungen hinsichtlich Größe und Gewicht feststellbar sind. Dieser Umstand unterstreicht die vollständige Isolation der Ziesel-Population beim Heeresspital von anderen Vorkommen und damit deren außerordentliche Schutzbedürftigkeit.

Weiterführende Informationen in Wikipedia: Phänotyp, Genotyp

Hell gezeichnetes Ziesel nördlich des Wiener Heeresspitals, (Foto: Yoko Muraoka)

Ein weiteres Ziesel mit dem außergewöhnlichem Farbschlag, aufgenommen nördlich des Wiener Heeresspitals. (Foto: Yoko Muraoka)

Evolution versus Ignoranz beim Heeresspital

Die Situation der Ziesel in Österreich ist dramatisch. Keine andere heimische Art ist objektiv so stark vom Aussterben bedroht. Wie sich nun zeigt, hat die Natur beim Wiener Heeresspital sämtliche Register gezogen, um sich gegen das Erlöschen der dortigen Population, eine der letzen großen Österreichs, zu stemmen.

Gegen Ignoranz sind jedoch selbst die anpassungsfähigsten Lebewesen machtlos. Obwohl ihr dichtes Vorkommen beim Wiener Heeresspital längst amtsbekannt war, fielen die Ziesel in Planung und Widmung des Großbauprojekts am Marchfeldkanal befremdlicherweise unter den Tisch.

Statt frühzeitig, noch vor den millionenschweren Grundstücksankäufen, für den tatsächlichen Schutz der Tiere zu sorgen, bedurfte es erst der Entdeckung der Kolonie durch aufmerksame Bürger und damit eines glücklichen Zufalls um die Ziesel vor dem möglichen Tod durch die Bagger zu retten.

Ziesel-Schutz statt Festhalten an aussichtslosem Vorhaben

Mit dem Auftreten einer möglichen neuen Unterart, kommt der Ziesel-Population beim Wiener Heeresspital nun eine nochmals gesteigerte Bedeutung zu. Für die europaweiten Anstrengungen die Ziesel-Bestände zu stabilisieren und in der Folge zu verbessern, ist das außergewöhnliche Vorkommen von höchstem wissenschaftlichem Interesse. Das hochriskante Zerstreuen der wertvollen Kolonie auf einen ungeeigneten Fleckerlteppich wäre in diesem Licht schlicht blamabel.

Dementsprechend fordert die Bürgerinitiative IGL Marchfeldkanal die gewissenhafte Einhaltung der Naturschutzgesetze, die den beabsichtigten Eingriff in den Lebensraum der streng geschützten Tiere verbieten. Statt entgegen aller fachlicher und rechtlicher Bedenken weiterhin am Bauprojekt festzuhalten, sollte nun – wie zuletzt vom Floridsdorfer Bezirksparlament eindrucksvoll gefordert – endlich mit den Planungen des Vorhabens auf Ersatzflächen begonnen und die Festsetzung eines geeigneten Naturschutzgebiets rund um das Heeresspital eingeleitet werden.

Jetzt unterschreiben!

Neben der Mehrheit der Floridsdorfer Volksvertreter, setzen sich bereits 8.300 Menschen mit ihrer Unterschrift für den nachhaltigen Schutz der Ziesel und Feldhamster beim Wiener Heeresspital ein. Bitte unterschreiben auch Sie!

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Der Artenschutz-Kalender 2013 ist vergriffen! Nur mehr wenige Exemplare sind in der Buchhandlung am Spitz erhältlich. Der Bezug über den Postweg ist leider nicht mehr möglich!

Wir danken sehr herzlich für Ihre aktive Unterstützung der bedrohten Ziesel und Feldhamster beim Wiener Heeresspital und wünschen viel Freude mit dem Artenschutz-Kalender 2013!

Artenschutz Kalender 2013 - Lebensraum- und Artenschutz am Marchfeldkanal

Der Artenschutz-Kalender 2013 ist da!

Der Artenschutz-Kalender 2013 steht ganz im Zeichen der beindruckenden Artenvielfalt entlang des Marchfeldkanals. In seinem Wiener Abschnitt haben viele selten gewordene Tierarten eines ihrer letzten Refugien gefunden, darunter auch streng geschützte wie Ziesel, Feldhamster, Zauneidechse oder Neuntöter.

Monat für Monat stellt der Artenschutz-Kalender 2013 eine dieser Arten in Wort und Bild vor. Besonders spannend: Viele Aufnahmen stammen direkt aus der Region.

Spenden für aktiven Artenschutz

Ab einer Spende von nur 5 Euro sichern Sie sich ihr persönliches Exemplar. Zugleich unterstützen Sie die Bemühungen zur Rettung der bedrohten Ziesel und Feldhamster beim Wiener Heeresspital.

Unser Tipp: Der Artenschutz-Kalender 2013 eignet sich auch als außergewöhnliches Weihnachtsgeschenk. Die Auflage ist limitiert, greifen Sie also rasch zu!

Hier bekommen Sie den Artenschutz-Kalender 2013

  • Lebenskraft Natur (Vergriffen !!)
    Ihr Fachgeschäft für Naturheilkunde und gesunde Ernährung
    Ekazent B7
    Brünner Straße 201-221
    1210 Wien
    http://www.lebenskraft-natur.at/
  • Bio-Bauernmarkt Gerasdorfer Straße
    Nur Samstag, 15.12.2012, 9 bis 12 Uhr

    Gerasdorfer Straße 61
    1210 Wien

Danksagung

Die erfolgreiche Realisierung des Artenschutz-Kalenders 2013 wäre ohne die vielen ehrenamtlich helfenden Hände nicht gelungen. Allen Mitwirkenden ein herzliches Dankeschön! Besonderer Dank gilt Frau Gabriele Tupy, die bei Gestaltung und Textierung des Kalenders federführend war.

Ganz besonders möchten wir uns bei den Fotografinnen und Fotografen bedanken, die freundlicherweise ihre Werke für den Artenschutz-Kalender 2013 unentgeltlich zur Verfügung gestellt haben:

  • Barbara Maria Aichner
  • Andreas Gruber
  • Leopold Kanzler
  • Jo Kurz
  • Thomas Möller
  • Christoph Ruisz
  • Fledermausschutz Schweiz

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Floridsdorf sagt Nein zur Ziesel-Umsiedlung beim Wiener Heeresspital

Stattdessen Ausgleichsflächen für Wohnbauprojekt suchen

Am 7. November 2012 sprach sich das Floridsdorfer Bezirksparlament mehrheitlich gegen die drohende Ziesel-Umsiedlung nördlich des Wiener Heeresspitals aus.

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig und Umweltstadträtin Ulli Sima werden durch die Bezirksvertretung aufgefordert, stattdessen Planungen zur Realisierung des Bauprojekts auf Ersatzflächen zu initiieren.

Für den freiheitlichen Antrag stimmten die Vertreterinnen und Vertreter von FPÖ, Grünen, ÖVP und WIFF. Nur die SPÖ votierte geschlossen dagegen, wenngleich einer ihrer Mandatare attestierte, dass die Naturschutzgesetze das Absiedeln der Tiere untersagen würde.

Sollte es beim Wiener Heeresspital tatsächlich zur befürchteten Umsiedlung der streng geschützten Ziesel kommen, würde diese gegen geltendes europäisches Recht verstoßen, heißt es in der Begründung des Antrags. Weder wäre die Vorgangsweise im Interesse des Artenschutzes, noch in jenem der Bürger, denn die zu erwartenden Kosten müssten durch Steuergelder gedeckt werden.

Anfragen und Anträge der Grünen

Sehr ausführliche Beiträge zum Thema wurden auch von den Floridsdorfer Grünen eingebracht. Eine detaillierte Anfrage an die Umweltschutzbehörde MA 22 geht der Frage nach, welche konkreten Informations- und Pflegemaßnahmen zum Erhalt des Ziesel- und Hamster-Habitats rund um Heeresspitals gesetzt wurden und werden. Zum Teil sind Abschnitte, wo man 2011 noch Ziesel kartierte, mittlerweile stark verwildert.

Des weiteren wurde ein grüner Antrag für ein Arten-Screening auf den gegenständlichen Flächen einstimmig angenommen, da neben den bekannten Ziesel- und Hamstervorkommen, mittlerweile das Vorkommen weiterer streng geschützter Arten gesichert ist.

Neue Hoffnung für Ziesel und Feldhamster?

Aus den Norden Wiens kommt nun endlich das lang ersehnte Signal dem unwürdigen Naturschutz-Schauspiel beim Wiener Heeresspital ein Ende zu setzen.

Längst war den Behörden das Vorkommen der europaweit streng geschützten Ziesel beim Wiener Heeresspital bekannt, dennoch fielen die prioritär bedeutenden Tiere in allen Planungsphasen kommentarlos unter den Tisch. Es bedurfte aufmerksamer Bürger, die schützenwerten Arten rechtzeitig aufzudecken und so vor den Baggern zu bewahren.

Weit über die Grenzen Wiens hinaus richtet man sorgenvolle Blicke auf Floridsdorf, wo allen Protesten zum Trotz, jene Tierart, die in Österreich die Rote Liste anführt, auf einen ungeeigneten Fleckerlteppich an Ausgleichflächen umgesiedelt werden soll. Nicht zuletzt durch ein jüngst veröffentlichtes Gutachten, werden schwere Zweifel an der Rechtmäßigkeit der beabsichtigten Vorgehensweise genährt.

Handeln ist nun Gebot der Stunde!

Die IGL-Marchfeldkanal begrüßt naturgemäß den Antragsbeschluss und sieht darin einen wichtigen ersten Schritt, den Fortbestand der Ziesel-und Feldhamster-Reservate beim Wiener Heeresspital nachhaltig zu sichern.

Zugleich wird jedoch auch appelliert den richtungsweisenden Beschluss rasch umzusetzen. Anders als bei der im April durch das Bezirksparlament einstimmig beschlossenen Beauftragung eines unabhängigen Rechtsgutachtens, sind nun statt monatelangem Hinhalten sehr konkrete Taten notwendig.

Unverändert setzt sich die Bürgerinitiative für die Festsetzung eines geeigneten Naturschutzgebiets auf den Grünflächen am Areal der Kaserne und umliegend davon ein. Nahezu 8.000 Menschen unterstützen mit ihrer Unterschrift die Forderung zum Schutz der bedrohten Arten.

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Die streng geschützten Ziesel und Feldhamster nördlich des Wiener Heeresspitals sollen auf weit verstreute Ausgleichsflächen – darunter auch Uferböschungen des Marchfeldkanals – abgesiedelt werden. Die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung wird derzeit von Wiener Naturschutzbehörde MA 22 geprüft.

Parallel beauftragten die IGL Marchfeldkanal und der Wiener Tierschutzverein unabhängige Experten mit der Erstellung einer Studie, um die notwendigen Voraussetzungen für die europarechtlich korrekte Vorgangsweise zur Genehmigung des Ansuchens auszuführen.

Das nun vorliegende Papier erläutert in verständlichen Worten jenen engen juristischen Korridor, der den Behörden aufgrund strenger europaweiter Artenschutzbestimmungen vorgegeben ist.

Resümee: Ein oberflächliches und eiliges Durchwinken durch die MA 22 ist definitiv nicht möglich.

Die Ziesel-Studie zum Download

W. Suske, T. Ellmauer: Voraussetzungen für eine europarechtlich korrekte Vorgehensweise zur Bewilligung von Wohnbauten auf Flächen nördlich des Heeresspitals

>>> Download der Studie <<<

Titelbild: Norbert Szewieczek

Renommierte unabhängige Gutachter

Die Autoren der Studie, Dipl.-Ing. Wolfgang Suske und Dr. Thomas Ellmauer, sind international tätige, anerkannte Experten der EU-Naturschutzrichtlinien. Beide haben sich intensiv mit theoretischen und praktischen Fragen in der Umsetzung dieser Thematik auseinandergesetzt und besitzen hervorragende Kenntnisse der Richtlinienauslegung durch den Europäischen Gerichtshof sowie der Positionen der Europäischen Kommission. Sie sind Lehrbeauftragte für den EU-Naturschutz an der Universität Wien bzw. Universität für Bodenkultur und zeichnen u.a. hauptverantwortlich für die ASFINAG-Broschüre „Natura 2000 und Artenschutz“,  worin zentrale Begriffe der Fauna-Flora-Habitats- und Vogelschutz-Richtlinie beleuchtet und interpretiert werden.

Artenschutzausnahmeverfahren unabdingbar

Die Einreichung der Bauträger sieht vor, dass sobald ein Teil des Ziesel- und Feldhamsterbestands vom Feld nördlich des Heeresspitals auf die eingereichten Ausgleichsflächen abgewandert ist, die verbliebenen Tiere durch gezielte Bodenbearbeitung zu vertreiben. Streifen um Streifen soll dazu der Lebensraum der betroffenen Tiere zerstört werden.

Die Verwirklichung des angesuchten Vorgehens würde daher zumindest in einem Punkt gegen den Artikel 12 der europäischen FFH-Richtlinie verstoßen. Dieser verbietet unter anderem die Beeinträchtigung oder Vernichtung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten aller in Anhang IV der Richtlinie gelisteten Arten, darunter auch das Europäische Ziesel und der Feldhamster.

Daher ist – der Ausführung der Studienautoren folgend – von der Wiener Naturschutzbehörde ein Ausnahmeverfahren bezüglich Artikel 16 der FFH-RL durchzuführen, worin jene außergewöhnlichen Umstände unter denen ein derartiges Ansuchen genehmigt werden darf, geregelt sind.

Voraussetzungen nach Artikel 16 der FFH-Richtlinie

Nach Auffassung der Studienautoren kann die behördliche Prüfung des Bauvorhabens nördlich des Wiener Heeresspitals nur dann positiv abgeschlossen werden, sofern im Ausnahmeverfahren des Artikels 16 der FFH‐Richtlinie nachvollziehbar und glaubhaft dargelegt wird:

  • Dass für das geplante Vorhaben keine anderweitige zufriedenstellende und zumutbare Lösung zu finden ist.
  • Dass sich die betroffenen Tierarten (Ziesel, Feldhamster) in ihrem Erhaltungszustand in Österreich nicht verschlechtern und dass die Verbesserung des Erhaltungszustands nicht beeinträchtigt wird.
  • Dass für das Vorhaben zwingende Gründe eines überwiegenden öffentlichen Interesses geltend gemacht werden können.

Andernfalls ist das Projekt aus artenschutzrechtlichen Bestimmungen der FFH‐Richtlinie zu versagen.

Schlussfolgerungen durch die IGL-Marchfeldkanal

Die nähere Betrachtung der von den Experten im Detail erläuterten notwendigen Voraussetzungen lässt beim Leser starke Zweifel aufkommen, dass diese im Fall der Ziesel und der Feldhamster beim Wiener Heeresspital tatsächlich gegeben sind und auch im vollen Umfang nachvollziehbar und glaubhaft dargestellt werden können. Nachfolgend dazu einige Überlegungen.

Rechtzeitige Alternativenprüfung verabsäumt

Auf die rechtzeitige Prüfung von Alternativen wurde verzichtet, obwohl bereits zum Planungszeitpunkt und im Anschluss beim Widmungsbeschluss ein dichtes Ziesel-Vorkommen beim Wiener Heeresspital behördlich längst dokumentiert war. Aus nicht offengelegten Gründen blieben die streng geschützten Tiere in allen Unterlagen stets unerwähnt.

Auch in weiterer Folge wurden – in Kenntnis der Widmungsfestsetzung – trotz anhaltender Hinweise (2009, 2010) keine präventiven Schritte zum Schutz des bedeutsamen Vorkommens eingeleitet. Erst nach Bürgerprotesten wurde man sich seitens der Verantwortlichen der naturschutzrechtlichen Verpflichtungen bewusst.

Ziesel auf Platz 1 der Roten Liste – Negative Tendenz

In Österreich steht das Ziesel seit Jahren auf Platz 1 der Roten Liste und seine Bestandsrückgänge dauern an. Aus den von Österreich im Jahr 2006 an die EU-Kommission gemeldeten Daten geht objektiv hervor, dass sich die Ziesel im schlechtest möglichen Erhaltungszustand „U2-Unfavourable Bad“ befinden. In der nichtalpinen Region Österreichs teilen sie sich diesen besorgniserregenden Status nur mit drei Fledermausarten.

Selbiges Datenmaterial, dessen Qualität bestmöglich als „Good“ eingestuft ist, besagt zudem, dass die betroffene Population beim Wiener Heeresspital mehr als fünf Prozent des österreichischen Gesamtbestands ausmachen könnte.

Obwohl zudem die Zukunftsperspektive der Ziesel als „Bad“ bewertet ist, fand in Wien seit 2005 keine flächendeckende Kartierung des Ziesel-Bestands statt. Als Konsequenz ist keine aussagekräftige Einschätzung hinsichtlich der Bestandsentwicklung in der Bundeshauptstadt möglich. Aus Niederösterreich und dem Burgenland sind hingegen neuere Werte verfügbar, die aber leider keine Anzeichen für eine Umkehr des negativen Trends nahelegen.

Somit erscheint im Lichte des besonders schlechten Erhaltungszustands der Ziesel in Österreich und der Größe der betroffenen Population der mögliche Eingriff in eines ihrer letzten großen Reservate als bedenklich. Eine Beeinträchtigung der angestrebten Verbesserung des Erhaltungszustands wird jedenfalls nur sehr schwer auszuschließen sein.

Zwingende Gründe eines überwiegenden öffentlichen Interesses?

Zur Rechtfertigung der Durchführung des Bauprojekts beim Wiener Heeresspital bedarf es des Nachweises zwingender Gründe eines überwiegenden öffentlichen Interesses, das jenes zur Wahrung der Naturschutzes überwiegt.

Während öffentliches Interesse an der Schaffung von Wohnraum unbestritten ist, erscheint jedenfalls der glaubhafte Nachweis zwingender Gründe zur Verwirklichung des Bauprojekts am geplanten Ort zweifelhaft. Denn diesem öffentlichen Interesse ist klarerweise auch dann genüge getan, wenn das Vorhaben an anderer Stelle realisiert wird. Aufgrund der fehlenden Anbindung des Standorts an das hochrangige U-Bahnnetz entfällt ein in Frage kommendes Argument, das als Beleg zwingender Gründe in Betracht gezogen werden könnte.

Demgegenüber ist angesichts des überaus schlechten Erhaltungszustands des Ziesels und des Feldhamsters in Österreich das öffentliche Interesse am Schutz dieser Arten als hoch einzuschätzen.

Gemessen an der mehrjährigen Wiener Gesamtbauleistung, würde das Volumen des Bauprojekts beim Heeresspital, nur einen kleinen Anteil ausmachen, was deutlich auf die Zumutbarkeit einer Realisierung an einem alternativen Standort hinweist.

STEP 05 setzt Priorität zugunsten des Artenschutzes

Im zweiten Kapitel „Grundsätze und Prinzipien“ des aktuellen Wiener Stadtentwicklungsplans STEP 05 wird das Arten- und Lebensraumschutzprogramm „Netzwerk Natur“ als wichtige Maßnahme im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung dargestellt. Dem Artenschutz wird somit in den Prozessen der Stadtplanung besondere Bedeutung eingeräumt.

Zwar ist in einem der nachfolgenden Abschnitte auch das Bauprojekt nördlich des Heeresspitals gelistet, jedoch sind aufgrund der ausdrücklichen Nennung des Artenschutzes in den Kernprinzipien der Stadtentwicklung jedenfalls keine zwingenden Gründe eines überwiegenden öffentlichen Interesses schlüssig argumentierbar.

Wie hinlänglich bekannt, blieb das „Netzwerk Natur“ in der Planung und Widmung des Bauprojekts – entgegen den ausdrücklichen STEP-Vorgaben – unberücksichtigt. Ein einziger Blick in die Datenbank des Artenvielfaltprogramms hätte gereicht, um das bestätigte Ziesel-Vorkommen und damit den drohenden Konflikt frühzeitig zu erkennen.

Studie finanziert durch Spendengelder – Herzlichen Dank!

Die Studie wurde in Kooperation mit dem Wiener Tierschutzverein beauftragt und zur Gänze durch Spendengelder finanziert. Daher möchten wir an dieser Stelle ein besonders herzliches Dankeschön an jene Menschen aussprechen, deren Großzügigkeit die Erstellung der vorliegenden Expertise ermöglicht hat.

Zugleich appellieren wir die bedrohten Ziesel und Feldhamster beim Wiener Heeresspital weiterhinzu unterstützen, denn auch die nächsten absehbaren Schritte bedürfen finanzieller Aufwendungen. Jeder einzelne Euro, der am Zieselschutz-Konto des Wiener Tierschutzvereins einlangt, hilft den Fortbestand der gefährdeten Tiere in ihrem Lebensraum zu sichern! Nähere Infos finden Sie hier.

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Die nächste Zieselwanderung findet am 15. Juni 2013 statt. Alle Infos gibt es hier.

Ziesel-Wanderung am Marchfeldkanal beim Wiener Heeresspital Ziesel-Wanderung am Marchfeldkanal beim Wiener Heeresspital Ziesel-Wanderung am Marchfeldkanal beim Wiener Heeresspital

Ziesel-Wanderung am Marchfeldkanal beim Wiener Heeresspital Ziesel-Wanderung am Marchfeldkanal beim Wiener Heeresspital Ziesel-Wanderung am Marchfeldkanal beim Wiener Heeresspital

Zahlreiche Interessierte waren am Sonntag der Einladung der IGL Marchfeldkanal zur ersten Ziesel-Wanderung am Marchfeldkanal nahe dem Wiener Heeresspital gefolgt. Bei strahlendem Sonnenschein erläuterte der Biologe Mag. Erik Pauer viele Besonderheiten der Fauna und Flora beim Marchfeldkanal und den beeindruckenden Artenreichtum einer typischer ‚Gstettn‘.

Wertvoller Ziesel-Lebensraum mit Ablaufdatum?

Spannendes und intensiv diskutiertes Thema waren natürlich die Ziesel, die in Österreich auf Platz 1 der Roten Liste stehen. Ihr angestammter Lebensraum nördlich des Heeresspitals soll bekanntlich schon bald einer Verbauung zum Opfer fallen. Jetzt Mitte Oktober, haben sich die meisten der Ziesel bereits in ihre zwei tiefen Meter Baue zu einem langem Winterschlaf, der bis Ende März dauern kann, zurückgezogen.

Die gegenwärtige Verbreitung der streng geschützten Nager, aber auch der aktuelle Stand zu den vorgesehenen, heftig kritisierten Ausgleichsflächen wurden bei der Führung vor Ort im Detail vorgestellt. Zentrale Elemente der Ausgleichsmaßnahmen, etwa die Ansiedlung der Ziesel an den Marchfeldkanal-Böschungen oder die bis dato von den Tieren gänzlich ignorierte Brücke, lösten bei den Anwesenden einhellig Kopfschütteln aus.

Weitere Wanderungen folgen

Herzlichen Dank an die vielen naturverbundenen Teilnehmer für ihr Kommen. Weitere Führungen in einem der letzten verbliebenen Wiener Rückzugsgebiete vieler selten gewordener Arten sind bereits in Planung.

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Die nächste Zieselwanderung findet am 15. Juni 2013 statt. Alle Infos gibt es hier.

Im Rahmen einer Führung um das vieldiskutierte Zieselfeld beim Wiener Heeresspital wird der Biologe Mag. Erik Pauer den Lebensraum der Ziesel vorstellen.

Neben der Vermittlung von Informationen wollen wir auch erörtern, welchen Stellenwert die Natur in der Stadt hat. Wir werden uns auch die Vegetation einer typischen „Gstettn“ anschauen und einen Abstecher zum Marchfeldkanal machen.

Anmeldung ist erwünscht unter erik.pauer@ziesel.org

Treffpunkt: Johann Orth Platz (Nähe 31er Endstation)
Beginn: Sonntag, 14.10.2012, 15:00 Uhr
Dauer: ca. 1 Stunde

Ziesel-Wanderung am 14.10.2012 - Klicken um zu Vergrößern

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IGL-Marchfeldkanal bei den Artenschutztage Schönbrunn 2012

Trotz hochsommerlichem Badewetter kamen auch dieses Jahr wieder viele Interessierte zu den Artenschutztagen im Tiergarten Schönbrunn. Mehr als zwanzig Organisationen stellten nationale und internationale Projekte zum Erhalt der Artenvielfalt vor und informierten wie Artenschutz tagtäglich auch im Kleinen gelebt werden kann. Für die Kinder gab es eine spannende Rätselrally, woran viele Nachwuchsumweltschützer mit großem Eifer teilnahmen.

Infostand der IGL-Marchfeldkanal gut besucht

Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit sich am Stand der IGL-Marchfeldkanal über die prekäre Situation der Ziesel in Österreich und speziell in Wien zu informieren. Einst im Osten Österreichs weit verbreitet, stehen die Tiere heute auf Platz 1 der roten Liste. Trotz vieler Warnungen hält die Vernichtung und Fragmentierung ihrer Lebensräume unverändert an.

Erfreulicherweise war den meisten Gästen die bedrohte Ziesel-Kolonie beim Wiener Heeresspital schon aus zahlreichen Medienberichten bekannt. In persönlichen Gesprächen wurde über den tatsächlichen Stand der Dinge und die nach wie vor aufrechte Gefährdung durch die drohenden Umlenkungsmaßnahmen informiert. Viele Besucher nutzten vor Ort die Möglichkeit mit ihrer Unterschrift unsere Forderung zur Einrichtung eines Naturschutzgebietes rund um das Wiener Heeresspital zu unterstützen.

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Artenschutztage 2012 im Tiergarten SchönbrunnArten schützen und erhalten“ lautet das Motto der Artenschutztage 2012, die vom 2. bis zum 5. August im Tiergarten Schönbrunn stattfinden. Die IGL Marchfeldkanal wird von Freitag bis Sonntag erstmals vertreten sein.

Bis zum Jahr 2050 droht ein Drittel aller Tierarten für immer von dieser Welt zu verschwinden, warnt die IUCN. Ob groß oder klein, ob jung oder alt, jeder kann seinen persönlichen Beitrag leisten, damit dieses Schreckensszenario nicht Realität wird.

Mehr als 20 Organisationen stellen bei den Artenschutztagen ihre ambitionierten Projekte zum Erhalt der Biodiversität vor. Der Tiergarten Schönbrunn präsentiert das EU LIFE+ Projekt zum Schutz der Wiesenotter und sein Engagement in Südostasien zum Schutz der Asiatischen Elefanten auf Sri Lanka und der Batagur-Flussschildkröte in Bangladesch.

IGL-Marchfeldkanal mit Stand vertreten

IGL-Marchfeldkanal bei Artenschutztagen 2012 im Tiergarten SchönbrunnÜber das Ziesel, das in Österreich auf Platz 1 der Roten Liste steht, wird die IGL Marchfeldkanal informieren. Trotz anhaltender Bestandsrückgänge, hat der Erhalt der bedrohten Nager und ihrer Lebensräume längst nicht jenen Stellenwert, den sie aufgrund der strengen Naturschutzgesetze eigentlich genießen würden. Insbesondere beim Wiener Heeresspital, wo der Lebensraum einer der letzten großen Ziesel-Kolonien Österreichs kommentarlos teilweise in Bauland umgewidmet wurde, droht schon bald ein fataler Eingriff in das Habitat der Tiere.

Besuchen Sie die Artenschutztage 2012 und schauen Sie auch am Stand der IGL Marchfeldkanal vorbei (Freitag bis Sonntag). Ein buntes Programm für die ganze Familie mit vielen interessanten Ideen zum „Arten schützen und erhalten“ erwartet Sie. Alle Infos gibt es hier.

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Ziesel-Mahnwache am 2.6.2012

Purem Glück ist es zu verdanken, dass die Ziesel beim Wiener Heeresspital den Baggern entkommen sind. Dennoch blicken sie in eine äußerst düstere Zukunft.

Obwohl europaweit streng geschützt und in Österreich auf Platz 1 der Roten Liste, sollen die Tiere einem Monsterbauprojekt weichen, bei dessen Planung man keine Rücksicht auf das längst bekannte Ziesel-Vorkommen nahm.

Mit enormem Druck verfolgt man weiterhin das Ziel, die Ziesel aus ihrem funktionierenden Lebensraum abzudrängen. Naturschutz hin oder her – die 1.000 Wohnungen nahe dem Marchfeldkanal sollen in vollem Umfang realisiert werden.

Zahlreiche Studien ähnlicher Fälle warnen: Die beabsichtigten Eingriffe gefährden massiv den langfristigen Fortbestand des zwischen Brünner Straße und Marchfeldkanal eingekesselten Relikt-Reservats. Auch würde nach Expertenmeinung des Lebensministeriums die Realisierung des Vorhabens gegen geltendes EU-Recht verstoßen.

Aufruf zur Ziesel-Mahnwache

Für die Ziesel und die ebenso streng geschützten Feldhamster beim Wiener Heeresspital ist es fünf vor zwölf:

Kleinreden, Herunterspielen, Beschwichtigen, Pflügen und Lenken sind keine tauglichen Instrumente für ihren nachhaltigen Schutz.

Aus Protest gegen diesen zutiefst empörenden Umgang mit dem Artenschutz, ruft die überparteiliche Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal zu einer Mahnwache vor Ort auf.

Wir fordern die Errichtung eines Naturschutzgebietes auf den Flächen am und rund um das Wiener Heeresspital. Nur so kann der immense wirtschaftliche Druck, der unweigerlich zum Erlöschen der streng geschützten Ziesel- und Hamster-Populationen führen wird, ein für alle Mal gebannt werden.

Wann: Samstag, 2. Juni 2012, 15:00 Uhr
Wo:     Ecke Weilandgasse / Johann-Orth-Platz, 1210 Wien

Ziesel-Mahnwache am 2..6.2012

Ablauf: Es erwartet Sie ein interessantes Programm mit hochkarätigen Sprechern, Kostenproben aus einem neuen Ziesel-Musical und eine fachkundige ökologische Führung. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der Ankündigung.

Anreise: Mit der Straßenbahnlinie 31 bis Endstation Stammersdorf oder mit dem Fahrrad. Falls sie mit dem PKW kommen, bitte z.B. entlang der Johann-Weber-Straße parken, am Johann-Orth-Platz kann während der Mahnwache nicht geparkt werden.

Selbstverständlich findet die Mahnwache bei jedem Wetter statt. Von zahnlosem Schönwetter-Naturschutz, beschränkt auf die virtuellen Welten aufwändiger Hochglanzbroschüren, haben wir genug.

Ihre Teilnahme ist entscheidend!

Senden wir gemeinsam ein unübersehbares Signal, dass der Schutz von bedrohten Arten und Lebensräumen Priorität gegenüber wirtschaftlichen Interessen haben muss! Anders als beim Wiener Heeresspital, muss Artenschutz pro-aktiv im Zuge von Planungen stattfinden und nicht erst im Nachhinein zur bloßen Schadensbegrenzung auf Kosten geschützter Arten und deren Lebensräume.

Ihre Teilnahme an der Ziesel-Mahnwache kann dazu beitragen, die wertvollen Biotope am Marchfeldkanal rund um das Wiener Heeresspital vor einer Verbauung zu bewahren und so den Fortbestand der dort ansässigen Ziesel- und Hamster-Kolonie zu sichern. Kommen auch Sie hin!

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