Die große Ziesel-Kolonie beim Wiener Heeresspital ist nach wie vor durch ein Bauprojekt massiv gefährdet. Ca. 1.000 Wohnungen sollen im Lebensraum der Tiere errichtet werden und das obwohl die Ziesel an erster Stelle der Roten Liste in Österreich stehen.
Die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal setzt sich jetzt für diese Ziesel ein und fordert die Umwidmung der Habitatsflächen in ein Naturschutzgebiet. Das Sammeln von Unterstützungserklärungen ist indes schon sensationell angelaufen!
Was bisher (nicht) geschah
Das in 2009 bereits zum Planungszeitpunkt bekannte, dichte Vorkommen der Tiere auf Teilen des Widmungsgebiets blieb in der Flächenwidmung unberücksichtigt. Auch in der Folge, als sich die Hinweise auf die fortgeschrittene Verbreitung der Ziesel auf umliegende Flächen mehrten, wurden keine wirksamen Maßnahmen zum Schutz der Tiere gesetzt.
Als schließlich heuer im Juni erste Medien vom bedrohten Ziesel-Vorkommen beim Heeresspital berichteten, wurde leider zugleich auch ein unrühmlicher Tiefpunkt im Umgang mit den wehrlosen Tieren erreicht. Trotz des strengen Schutzes, den die Ziesel nach dem Naturschutzgesetz am gesamten Stadtgebiet genießen, sollte die gesamte Brache nördlich des Heeresspitals, zu ungewöhnlicher Jahreszeit, gepflügt werden.
Diese für die „prioritär bedeutenden“ Ziesel fatale Aktion, welche die Vernichtung des Lebensraums und damit der Existenzgrundlage der Tiere bedeutet hätte, konnte erst durch die Intervention von beherzten Tierschützern und Anrainern verhindert werden. Tatkräftige Unterstützung kam insbesondere auch von Madeleine Petrovic, der Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins. Mehr Infos dazu finden Sie in der „Tierfreund“-Sommerausgabe auf Seite 13.
Pro Naturschutz
Wien will auch künftig seinen Ruf als Hauptstadt des Tierschutzes wahren. Daher darf sich in unserer Stadt Artenschutz nicht auf das Administrieren von Statistiken beschränken. Vielmehr ist es aufgrund der Ereignis-Chronologie rund um die Ziesel beim Heeresspital nun hoch an der Zeit, wirksame Schritte zu deren Schutz zu setzen.
In Anbetracht des akuten Gefährdungszustands der Ziesel in Österreich, versteht es sich von selbst, dass weitere Experimente mit den Tieren schlicht unverantwortlich und daher abzulehnen sind. Die Tiere müssen, so wie es auch das Wiener Naturschutzgesetz vorsieht, dort geschützt werden, wo sie leben.
Zudem haben neben den Ziesel weitere geschützte Tiere wie Feldhamster, geschützte Fledermausarten und geschützte Vogelarten in diesem Areal ihren Lebensraum und unterstreichen so eindrucksvoll dessen hohe ökologische Bedeutung.
Die IGL-Marchfeldkanal tritt daher für eine Widmung der Flächen nördlich und südlich des Heeresspitals, sowie der Grünflächen am Heeresspitals-Gelände, in ein Naturschutzgebiet ein. Es soll jene Form von Naturschutzgebiet verfügt werden, die am besten geeignet ist, den Schutz und die Förderung der Ziesel nachhaltig zu gewährleisten. Nach unserem aktuellen Kenntnisstand wäre ein Natura 2000 Gebiet gemäß der EU-FFH-Richtlinie eine geeignete Option.
Informations- und Unterschriftenaktion
Wir engagieren uns nun mit ganzer Kraft für das notwendige Naturschutzgebiet beim Heeresspital. Dazu verteilen wir Informationsmaterial und sammeln Unterstützungserklärungen der Bürgerinnen und Bürgern.
Zu unserer großen Freude ist die Aktion bereits sehr gut angelaufen. Die bereits beachtliche Zahl an Unterschriften und die vielen positiven Begegnungen schon nach wenigen Tagen sind wirklich überwältigend!
Helfen Sie mit!
Unterschreiben Sie für ein Naturschutzgebiet zum Schutz der Ziesel beim Heeresspital und sammeln auch Sie Unterstützungserklärungen! Laden Sie dazu das Formular von unserer Homepage herunter. Die unterschriebenen Listen können Sie uns entweder persönlich übergeben oder eingescannt per E-Mail zuschicken.
Wenn Sie unsere Flyer verteilen oder auflegen möchten, kontaktieren Sie uns bitte ebenfalls per E-Mail.
Vielen Dank für Ihr aktives Mitwirken!!



