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Ziesel mit markanter Feldfärbung beim Heeresspital Wien, (C) www.ziesel.org

Frühlingsgefühle bei den Stammersdorfer Zieseln am Marchfeldkanal

Eine Welle der Empörung schwappte über das Land. Österreichs unverständliches Abstimmungsverhalten gegen das EU-Verbot bestimmter Pestizide, die im Verdacht stehen für das Bienensterben mitverantwortlich zu sein, zeigte eines nur zu deutlich: Noch immer stehen partikuläre Interessen über jenen des Naturschutzes. Erfreulicherweise war aber Umweltminister Berlakovich den triftigen Argumenten zugänglich und lenkte zwischenzeitlich ein.

Auch beim Wiener Heeresspital bahnt sich ein vergleichbares Fiasko an. Obwohl landesweit massiv vom Aussterben bedroht und streng geschützt, soll dort eine der letzten großen Ziesel-Populationen einem monströsen Bauprojekt weichen.

Mehrheitsbeschlüsse des Bezirksparlaments Floridsdorf, wonach das Vorhaben an anderer Stelle realisiert und ein Naturschutzgebiet für die bedrohten Tiere eingerichtet werden soll, werden seitens der Stadt Wien ignoriert.

Vielen Dank an die zahlreichen Wienerinnen und Wiener, die die Petition für die Umsetzung des geforderten Naturschutzgebietes bereits unterzeichnet haben! Ab sofort besteht nun auch die Möglichkeit, die Unterstützungslisten bequem per Fax zu übermitteln.

Ziesel-Schutzgebiet unterstützen! – So geht’s:

Ziesel-Petition für Naturschutzgebiet beim Heeresspital Wien - Jetzt unterstützen!

  • Formular herunterladen (Link) und ausdrucken
  • Vollständig und leserlich ausfüllen
  • Per Fax oder Post an die am Formular angegebene Nummer bzw. Adresse senden
  • Vielen Dank für Ihr Zeichen für konsequenten Natur- und Artenschutz!

Bitte beachten:

  • Die Unterstützerinnen und Unterstützer müssen ihren Hauptwohnsitz in Wien haben und zum Zeitpunkt der Unterzeichnung mindestens 16 Jahre alt sein.
  • Bitte auch dann unterschreiben, wenn bereits die vorangegangene Petition unterstützt wurde.
  • Bei Zusendung per Fax bitte unbedingt den Vermerk „z.Hd. Pressestelle“ anbringen.

Ziesel beim Heeresspital sind einzigartig!

Ziesel mit hellem Farbschlag beim Heeresspital Wien - April 2013, (C) www.ziesel.org

Heeresspital-Ziesel mit hellem Kopf und weißen Schwänzchen

Bereits im Vorjahr äußerte die Forscherin Dr. Ilse Hoffmann, die im Auftrag der Bauträger das Ziesel-Vorkommen untersucht, in einem Bericht an die Wiener Umweltschutzabteilung die Vermutung, dass die Population einer bislang unbekannten Unterart angehören könnte. Sowohl beobachtete Fellfärbung, als auch signifikante Unterschiede in den Körpermaßen würden darauf hindeuten.

Aktuelle Fotos (siehe oben), aufgenommen am Feld nördlich des Heeresspitals, zeigen erneut Individuen, deren farbliche Erscheinung sich spektakulär von jener „gewöhnlicher“ Ziesel unterscheidet. Ebenso weisen manche der Tiere blaue Augen auf.

Ziesel-Wanderung am 15. Juni – Seien Sie dabei!

Zieselwanderung am Marchfeldkanal beim Heeresspital Wien 2013-06-15Lernen Sie im Rahmen eines geführten Spaziergangs die Besonderheiten von Flora und Fauna des Stammersdorfer Marchfeldkanal-Abschnitts, nahe dem Heeresspital, kennen.

Neben dem Ziesel, haben weitere streng geschützte und seltene Arten wie Feldhamster, Zauneidechse, Wechselkröte, Neuntöter oder Nachtreiher dort ein Rückzugsgebiet gefunden. Ein wertvolles Naturjuwel, wo es vieles zu entdecken gibt, erwartet Sie!

Machen Sie sich auch selbst ein Bild von den inakzeptablen, weit verstreuten Ausgleichsflächen, auf die man die streng geschützten Ziesel absiedeln will.

 

Wann: Samstag, 15. Juni 2013, 15:00 Uhr

Wo: Johann-Orth-Platz, 1210 Wien (Ecke Inge-Konradi-Gasse/Weilandgasse)

Dauer: ca. 1,5 Stunden

Der Treffpunkt befindet sich nahe der Endstation der Straßenbahnlinie 31. Vor und nach der Ziesel-Wanderung ist für ihr leibliches Wohl gesorgt.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Ende vergangenen Jahres verlangte das Floridsdorfer Parlament in einem mehrheitlichen Beschluss die Verlegung des nördlich des Wiener Heeresspitals geplanten Bauprojekts an einen anderen Standort sowie die Einrichtung eines Naturschutzgebietes rund um das Heeresspital. Damit soll die dort ansässige, europaweit streng geschützte Ziesel-Population nachhaltig geschützt werden.

Doch die zuständige Umweltstadträtin Ulli Sima erteilte den gewählten Volksvertretern eine glatte Abfuhr. Ihrer kühlen Replik zufolge, hält sie das Vorkommen für unbedeutend. Da die Ziesel in Wien ohnehin strengsten Schutzstatus genießen, habe ein Naturschutzgebiet „keinen Mehrwert“.

Um den Floridsdorfer Forderungen im Wiener Rathaus entsprechend Gehör zu verschaffen, startet die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal nun zusätzlich auch eine Petition nach dem neuen Wiener Petitionsgesetz.

Bitte helfen Sie mit, die dafür notwendigen 500 Unterschriften rasch zu erreichen!

Ziesel-Petition nach dem neuen Petitionsgesetz für Wien

Ziesel-Petition für Naturschutzgebiet beim Heeresspital Wien

Formular herunterladen

Bisher setzen sich 9.000 Menschen mit ihrer Unterschrift zum Schutz der Ziesel und Feldhamster für ein Naturschutzgebiet rund um das Wiener Heeresspital ein. Das starke Signal für die Einhaltung des strengen Schutzes bedrohter Arten sorgte bisher für beachtliche Aufmerksamkeit und läuft selbstverständlich weiter. An dieser Stelle vielen herzlichen Dank an alle bisherigen Unterstützerinnen und Unterstützer!

Zusätzlich wollen wir uns aufgrund neuer rechtlicher Rahmenbedingungen nun auch direkt an das Wiener Rathaus wenden. Denn im Jänner 2013 trat das neue Gesetz über Petitionen in Wien in Kraft.

500 gültige Unterstützungserklärungen von Wiener Bürgerinnen und Bürgern sind erforderlich, um den Petitionsausschuss des Gemeinderats mit einem, die Verwaltung betreffendem Anliegen, zu befassen. Die Unterzeichner/innen müssen das 16. Lebensjahr vollendet und ihren Hauptwohnsitz in Wien haben. Der Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft ist nicht erforderlich.

WICHTIG: Die neue Aktion wendet sich auch an all jene Wienerinnnen und Wiener, die bereits für den Schutz der Ziesel unterschrieben haben.

Bitte das Ziesel-Petitionsformular ausdrucken, vollständig und gut leserlich ausfüllen und per Telefax oder per Post an die im Formular angegebene Anschrift schicken. Weisen sie bitte auch Wiener Freunde und Bekannte auf die neue Unterschriftenaktion hin. Zusendungen per E-Mail sind aus rechtlichen Gründen leider ungültig.

Die Forderungen der Wiener Ziesel-Petition

Die Bestände des Europäischen Ziesels sind europaweit stark rückläufig. Besonders dramatisch ist seine Situation in Österreich, wo die naturschutzrechtlich streng geschützte Art auf Platz 1 der Roten Liste steht. Republik Österreich und Stadt Wien tragen daher besondere Verantwortung für den nachhaltigen Schutz heimischer Ziesel-Vorkommen und für die Verbesserung ihres Erhaltungszustands in den verbliebenen natürlichen Verbreitungsgebieten.

„Mit meiner Unterschrift unterstütze ich die Forderungen des Floridsdorfer Bezirksparlaments nach

  1. Durchführung des geplanten Bauprojekts nördlich des Heeresspitals an einem alternativen Standort sowie nach
  2. Festsetzung eines geeigneten Naturschutzgebietes auf den Grünflächen am Areal des Heeresspitals und auf den umliegenden Flächen begrenzt durch Brünner Straße, Marchfeldkanal und Johann Weber Straße.

Ich appelliere um entsprechende Beschlussfassung durch den Wiener Gemeinderat.“

Warum ein Naturschutzgebiet?

Bei der Ziesel-Kolonie rund um das Wiener Heeresspital handelt es sich um großes isoliertes Reliktvorkommen, das seit Errichtung des Marchfeldkanals zwischen Brünner Straße und dem künstlichen Gewässer festsitzt. Für die rund 850 Tiere gibt es keine Möglichkeit zur Abwanderung. Dass es sich um bedeutsames Vorkommen handelt ist klar, denn 2005 wurden an die EU ein österreichweiter Gesamtbestand von lediglich 15.000 bis 30.000 Individuen (Tendenz abnehmend) gemeldet. Zuletzt wurde bekannt, dass könnte es sich bei der Population um eine bis dato unbekannte Unterart handeln könnte.

Ein Erfolg der im Raum stehenden, riskanten Ausgleichsmaßnahmen gilt als extrem unwahrscheinlich, denn dazu müssten die Ziesel über eine schmale Brücke den Marchfeldkanal queren. Zwischenzeitlich wurde durch Experten im Auftrag der Bauträger ohnehin bereits belegt, dass über die Brücke keine Wanderungen stattfinden.

Eingriffe in das sensible Habitat hätten mit Sicherheit das Erlöschen der isolierten Ziesel-Population zur Konsequenz. Nur ein Naturschutzgebiet kann den, auf dem Vorkommen lastenden, wirtschaftlichen Druck nehmen und auch den Weg zur nachhaltigen Sicherung ihres Fortbestandes freimachen.

Lage des geforderten Naturschutzgebiets in Google Maps öffnen

Beschlossene Anträge im Floridsdorfer Bezirksparlament

Sima-20130211Die im Floridsdorfer Bezirksparlament von FPÖ, Grünen, ÖVP und WIFF angenommenen Anträge, sowie deren Ablehnung durch Umweltstadträtin Ulli Sima gibt es hier zum Nachlesen:

Antrag betreffend mögliche Umsiedelung von Zieseln

Antrag für Naturschutzgebiet beim Heeresspital (BV21-4061/12)

Ablehnung Naturschutzgebiet durch Umweltstadträtin Ulli Sima

Jetzt gilt’s! Naturschutz darf nicht unter den Tisch fallen!

Beim Wiener Heeresspital war ein großes Ziesel-Vorkommen längst amtlich dokumentiert, als die Planungen für das Bauprojekt starteten. Dennoch fiel die streng geschützte Art im Zuge des Verfahrens –warum auch immer – kommentarlos unter den Tisch. Rücksicht auf die landesweit massiv vom Aussterben bedrohten Nager war kein Thema.

Setzen wir gemeinsam ein kraftvolles Zeichen im Interesse unwiederbringlicher natürlicher Ressourcen!

Die strengen Natur- und Artenschutzbestimmungen haben auch dann zu gelten, wenn diese mit anderen Interessen in Konflikt stehen. Mehrheitsbeschlüsse gewählter Volksvertreter dürfen nicht direkt in der Rundablage landen, wenn diese der Stadtregierung nicht passen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung der Wiener Ziesel-Petition!

Die Ausgleichsflächen für die Ziesel beim Wiener Heeresspital, die bekanntlich einem riesigen Bauprojekt weichen sollen, sind in aller Munde. Doch nur Insider kennen ihre tatsächliche Lage.

Um für die überfällige Transparenz zu sorgen, wurden nun Ausgleichsflächen und aktuelles Verbreitungsgebiet der Ziesel in Google Maps visualisiert und mit klickbaren Infos und Fotos angereichert. Als Basis dienen die von den Bauträgern bei der Naturschutzbehörde eingereichten Grundstücksdaten (PDF, ca. 2.4 MB).

Machen Sie sich selbst ein Bild von einem „Fleckerlteppich“ an Fragmenten, deren jeweilige Eignung und Erreichbarkeit größtenteils zweifelhaft ist. Zuletzt sprachen selbst die involvierten Experten offen von einer „nicht kalkulierbaren Akzeptanz“ der Ersatzgebiete durch die streng geschützten Tiere.

Visualisierung der Ziesel-Ausgleichsflaechen beim Wiener Heeresspital

Klicken Sie in die Google Karte um diese in voller Größe zu öffnen.

Hinweis: Für eine optimale Darstellung, empfehlen wir die Karte in einem gängigen Browser auf einem Desktop- oder Notebook-Gerät anzusehen.

Erläuterungen zur Visualisierung der Ziesel-Ausgleichsflächen

Das aktuelle Verbreitungsgebiet der isolierten Ziesel-Population beim Wiener Heeresspital ist in der Karte gelb und grün dargestellt.

Im grün markierten, nördlichen Areal ist Errichtung von ca. 950 Wohnungen geplant. Obwohl strengstens geschützt, sollen die dort lebenden Ziesel aus der Gesamtpopulation herausgelöst und auf die rot dargestellten Ausgleichsflächen umgelenkt werden. Diese liegen zum überwiegenden Teil jenseits des Marchfeldkanals und sind nur über eine schmale Brücke erreichbar.

Einem Bericht der Bauträger an die Naturschutzbehörde ist zu entnehmen, dass bei Detailbegehungen keine Zieselbaue auf der gegenüberliegenden Seite des Gewässers festgestellt werden konnten. Somit existiert bis dato kein Nachweis, dass zumindest ein Ziesel über die Brücke hin und her wandern würde.

Unschwer zu erkennen ist, dass sogar die mit Büschen und Bäumen dicht verwachsenen Marchfeldkanal-Uferböschungen abschnittsweise als Ausgleichsflächen vorgesehen sind. Da Ziesel als Lebensraum offene Graslandschaften benötigen, bedarf es wohl signifikanter Rodungen um die Ufer als Ausgleichsflächen zu aktivieren. Dabei ginge wertvoller Lebensraum vieler in Wien selten gewordener Arten (z.B.: Eisvogel und Zauneidechse) verloren.

Fläche A9: Ziesel-Marathon zur Naherholungswiese

Fragwürdiges Highlight der Ausgleichslösung ist Fläche A9. Um sie vom Feld nördlich des Heeresspitals zu erreichen, müssten die Ziesel zielstrebig 1,15 km zurücklegen!

Dort angekommen, erwartet sie jedoch ganztägig Stress und gleich auch das nächste Bauprojekt. Denn die Wiese dient den M enschen mehrere nahegelegener Wohnanlagen zur Naherholung und schon bald soll westlich angrenzend ein Bauprojekt realisiert werden.

Warum eigentlich dieser „Fleckerlteppich“?

Ein großer Teil des Grünland zwischen Marchfeldkanal und Brünner Straße rund um das Wiener Heeresspital ist von Zieseln besiedelt. Dabei handelt es sich um ein Relikt-Vorkommen, für das aufgrund der isolierten Lage und unüberwindbarer Barrieren keine Möglichkeit zur Abwanderung besteht.

Diesseits des Marchfeldkanals stehen daher Ausgleichsflächen nicht im ausreichenden Umfang zur Disposition. Um die Realisierung des Bauprojekts – losgelöst von Fragen des Naturschutzes – retten zu können, ist man somit auf Gebiete auf der anderen Seite des Marchfeldkanals angewiesen.

Bestätigung für die suboptimale Lage der Ersatzgebiete kommt von der Ziesel-Expertin Dr. Ilse Hoffmann, die von den Bauträgern beigezogenen wurde. Sie erklärte im Gespräch mit „Der Presse“:

Es ist sicher nicht optimal, dass ein Großteil der Flächen nicht unmittelbar an das Lebensgebiet der Ziesel angrenzen.

Quellen

  1. Durch die Bauträger bei der Naturschutzbehörde MA 22 eingereichte Ausgleichsflächen
    (PDF, ca. 2.4 MB) Stand September 2012
  2. Artenkartierung Heeresspital – Umgebung Europäisches Ziesel und Feldhamster
    (Powerpoint, ca, 1.5 MB) Dr. Ilse Hoffmann, Universität Wien, September 2011

Die Karte wurde unter Verwendung von Symbolen aus der freien Map Icons Collection realisiert.

Ziesel-Päarchen nördlich des Wiener Heeresspital

Ein von den Bauträgern an die Wiener Naturschutzbehörde MA 22 übermittelter „Zeitplan“ belegt nun erstmals wortwörtlich, was ohnehin längst klar war:

Die Akzeptanz der vorgesehenen Ausgleichsflächen durch die beim Heeresspital lebenden Ziesel ist „nicht kalkulierbar“! Auch haben bislang nachweislich keine Wanderbewegungen dorthin stattgefunden.

Das Papier offenbart noch weitere „spannende“ Aspekte. So kennen die Projektwerber vorab schon Auflagen, obwohl von der Behörde noch gar kein Bescheid zur Ziesel-Absiedlung vorliegt. Unbürokratischer Austausch parallel zu gesetzlich notwendigen Formalitäten?

Die Absicht die Tiere durch Pflügen zu lenken, räumt zudem mit dem PR-Märchen auf, dass Umackern im Ziesel-Lebensraum außerhalb deren Winterschlafs keine ungünstigen Auswirkungen haben kann.

Aufsehenerregende Medienberichte („Umwidmung als Kriminalfall?“) werfen indes neues Licht auf die Vorgänge rund um die viel diskutierte Widmung beim Heeresspital.

Der „Zeitplan“ zum Download

Der knapp vor Weihnachten 2012 von den Bauträgern an die MA 22 übermittelte „Zeitplan“ ist im Detail hier nachzulesen:

>>> Download Zeitplan <<<

Nicht kalkulierbare Akzeptanz der Ausgleichsflächen ?

Sobald 50 Prozent der Ziesel das Projektgebiet verlassen haben, sollen die restlichen Tiere sukzessive durch Pflügen vertrieben werden. Ob die erste Hälfte auf den Ausgleichsflächen angekommen oder sonst wohin verschwunden sein muss, lässt das Schreiben offen.

Jedenfalls wird die nicht kalkulierbare Akzeptanz der Ausgleichflächen durch die Ziesel im „Zeitplan“ ausdrücklich betont:

Da eine Umlenkung im Ausmaß von 50% des Bestandes innerhalb eines Jahres nicht realistisch erscheint, vor allem wegen der nicht kalkulierbaren Akzeptanz der Ausgleichsflächen, wird die Maßnahme auf bis zu 2 Hektar pro Jahr begrenzt.

Akzeptanz der Ausgleichsflächen: Praktisch gleich Null !

Warum jedoch überhaupt noch Unsicherheiten bezüglich der Akzeptanz der Ausgleichsflächen bestehen, ist eigenartig. Denn der überwiegende Teil der Ersatzflächen liegt jenseits des Marchfeldkanals und wäre für die Tiere nur über eine schmale Brücke zu erreichen.

Tatsächlich finden die ersehnten Wanderungen über die Brücke aber nicht statt. Schon im Oktober 2012 berichten daher die Bauträger an die MA 22, dass auf die Erbringung eines entsprechenden Nachweises (Fang/Wiederfang markierter Ziesel beiderseits der Brücke) wegen Aussichtslosigkeit bislang verzichtet wurde:

Am 07.08.2012 wurden jene potenziellen Ausgleichsflächen östlich des Marchfeldkanals kartiert, die der Brücke am nächsten liegen (…). Trotz flächendeckender Vorgangsweise (…) wurden auf ca. 2 ha weder Bausysteme noch Fallröhren gefunden. Da sowohl für Ziesel als auch für Hamster auszuschließen ist, dass sie sich auf einer Fläche aufhalten, die keinerlei Zufluchtsmöglichkeiten bietet (…), wurde von Fangversuchen abgesehen.

Behördliche Auflagen schon vor Genehmigung der Ziesel-Lenkung bekannt

In der äußeren Wahrnehmung wirkt sich die offenkundige Perspektivenlosigkeit der Ausgleichsmaßnahmen nicht auf die Zusammenarbeit zwischen der weisungsfreien Naturschutzbehörde und den Projektwerbern aus. Überraschend nimmt der im Auftrag der Bauträger verfasste „Zeitplan“ gar Bezug auf eine bis dato unbekannte „Auflage 4“:

Bei Vorliegen von 50% der Population außerhalb des Projektgebietes (…) Beginn der Lenkungsmaßnahmen durch Grasnabenabtrag und anschließendes Pflügen (…). Da diese Maßnahme erst nach Erkenntnis des Monitoring und außerhalb der Winterschlaf- bzw. Säugezeit (Auflage 4) erfolgen kann, …

Auflagen werden durch die Behörde im Rahmen von naturschutzrechtlichen Bescheiden erteilt. Jedoch hat die MA 22 nach eigenen Angaben bis dato keinen Bescheid zum Umlenken der Heeresspital-Ziesel auf Ersatzflächen erlassen. Vielmehr wies sie im letzten Bescheid von März 2012 Lenkungsmaßnahmen sogar ausdrücklich zurück. Lediglich Fang und Wiederfang der Tiere zu Forschungszwecken wurde damals unter Verfügung dreier Auflagen genehmigt.

Daher ist es in der Tat erstaunlich, dass in dem an die Behörde gerichteten Schreiben die Kenntnis einer vierten Auflage dokumentiert wird, die sich noch dazu auf das bislang untersagte Lenken der Ziesel bezieht. Ist es also möglich, dass bereits vor Erlass eines naturschutzrechtlichen Bescheides Kenntnis über darin erteilte Auflagen besteht?

Gutes Pflügen vs. böses Pflügen

Pflügen in Ziesel-Habitat nördlich Wiener Heeresspital - Juni 2011Wie schon oft kritisiert, scheint es aus vielen Gründen unverantwortlich, den Lebensraum der Ziesel während ihrer aktiven Saison mit dem Pflug zu bearbeiten. Bislang wurde jedoch seitens der Naturschutzbehörde stets beteuert, dass ein solcher Umbruch bis maximal 30 cm Tiefe ohne Auflagen im völligen Einklang mit dem Naturschutzgesetz stehe.

Andererseits geht nun aus dem vorgelegten „Zeitplan“ wenig überraschend hervor, dass man die Ziesel beim Heeresspital durch streifenweises Pflügen ihres Habitats (wiederum max. 30 cm tief) auf die Ausgleichsflächen umlenken will. Worin der qualitative Unterschied zwischen dem Pflügen in dem einen und dem anderen Fall liegt, weiß wohl nur die Behörde.

Jedenfalls muss bezweifelt werden, dass die österreichweit vom Aussterben bedrohten Zieseln jeweils einordnen können, ob es sich beim Pflügen bloß um eine gut gemeinte Pflegemaßnahme oder doch um eine Offensivsaktion handelt.

Umwidmung als Kriminalfall?“ und „Fall für Korruptionsanwaltschaft?“

Kronen Zeitung vom 5.1.2013 - "Umwidmung als Kriminalfall?"So titelte am 5. Jänner 2013 ein aufsehenerregender Bericht in der „Kronen Zeitung“. Darin greift das Blatt die seinerzeitigen Vorgänge im Vorfeld des Zustandekommens der Flächenwidmung beim Wiener Heeresspital auf. Bei der Widmung gab es merkwürdigerweise kein Gutachten der MA 22, ergaben Recherchen der „Krone“. Das bedeutsame Vorkommen der streng geschützten Ziesel beim Heeresspital war jedoch schon seit 2005 behördlich dokumentiert.

Auch die „Floridsdorfer Bezirkszeitung“ geht in ihrer letzten Ausgabe der Thematik auf den Grund und stellt abschließend die Frage, ob ein „Fall für die Korruptionsanwaltschaft“ vorliegen könnte?

Öffentliches Interesse an Ziesel-Schutz statt „Operation Hoffnungslos“

Obwohl die Ziesel österreichweit unter letalem Druck stehen, wird das Schauspiel um die Ziesel-Kolonie beim Wiener Heeresspital von Woche zu Woche unwürdiger.

Zuletzt sprach sich die Floridsdorfer Bezirkspolitik erfreulicherweise mehrheitlich für den konsequenten Schutz der bedrohten Ziesel aus. Nach ihrem Willen soll das Bauprojekt beim Heeresspital an anderer Stelle realisiert und stattdessen auf den Grünflächen rund um das Heeresspital ein Naturschutzgebiet festgesetzt werden. Fast 9.000 Menschen unterstützen bereits mit ihrer Unterschrift diese Forderungen.

Von Seite der Wiener Landesregierung gibt man sich vom massiven öffentlichen Interesse am Schutz der Ziesel völlig unbeeindruckt. Lieber hält man am beispiellosen Vorhaben zur Absiedlung der vom Aussterben bedrohten Tiere auf weit verstreute und zugleich größtenteils unerreichbare Ersatzflächen fest.

Die Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass im Habitat einer der letzten großen Ziesel-Kolonien Österreichs jemals ernsthaft Planungen aufgenommen und millionenschwere Investitionen getätigt wurden, ist für die Verantwortlichen dabei offenbar nicht von Interesse.

Es ist also zu befürchten, dass in der Ziesel-Causa der Tiefpunkt an realem Natur- und Artenschutz längst noch nicht erreicht ist. Schon bald könnte es grünes Licht für eine „Operation Hoffnungslos“ geben …

Das Team der IGL-Marchfeldkanal wünscht allen Ziesel-Unterstützern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Das Team der IGL-Marchfeldkanal wünscht allen Ziesel-Unterstützern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Das Floridsdorfer Bezirksparlament macht zum Schutz der Ziesel weiter Druck.

Nachdem zuletzt die Verlegung des Bauprojekts beim Heeresspital an einen alternativen Standort verlangt wurde, geht man nun einen Schritt weiter. Mehrheitlich stimmten die Bezirksvertreter einem Antrag auf Festsetzung eines Naturschutzgebietes auf Flächen umliegend des Heeresspitals zu. Dort hat eine der letzten großen Kolonien der europaweit geschützten Ziesel ihren Lebensraum.

Aus dem Norden Wiens kommt damit ein klares Signal, dass in Wien die strengen Naturschutzgesetze einzuhalten sind und der Schutz der landesweit massiv vom Aussterben bedrohten Tiere Vorrang haben muss.

Floridsdorfer Bürger und Politiker für den Schutz der Ziesel beim Wiener Heeresspital

In Wien-Floridsdorf setzen sich Politik und Bürger vehement für den nachhaltigen Schutz der bedrohten Ziesel-Population beim Heeresspital ein

Politische Mehrheit für Naturschutzgebiet beim Heeresspital

Der von der ÖVP-Floridsdorf eingebrachte Antrag fand die Zustimmung von Grünen, FPÖ und WIFF und erzielte somit die erforderliche Mehrheit. Lediglich die Mandatare der SPÖ lehnten den Antrag ab.

Im Antragstext wird auf das besondere Schutzbedürfnis der Ziesel-Population beim Heeresspital hingewiesen, da dort durch die Uni Wien eine bis dato unbekannte Unterart des Europäischen Ziesels entdeckt worden sein könnte. Darüber hinaus fänden auf dem unter Naturschutz gestellten Areal auch andere vorkommende, streng geschützte Arten, wie Feldhamster, Neuntöter oder Zauneidechse ein Rückzugsgebiet. „Das ausgewiesene Naturschutzgebiet kann als Schau- und Infoprojekt der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden und somit zu einem Imagegewinn des Bezirks beitragen“, heißt es in der Antragsbegründung weiter.

Aus Sicht der IGL-Marchfeldkanal ist es jetzt nur noch erforderlich, die bereits im Antrag skizzierten Grenzen des Naturschutzgebietes, entsprechend der tatsächlichen Ziesel-Verbreitung im Bereich zwischen Brünner Straße und Marchfeldkanal, exakt zu definieren.

Perfektes Timing für erweiterte Landschaftsschutzgebiet-Verordnung

Von der Wiener Naturschutzbehörde MA 22 war bis Ende 2011 der Entwurf einer Verordnung eines erweiterten Landschaftsschutzgebietes in Floridsdorf zugesagt. Wie jedoch aus der Beantwortung einer von den Grünen gestellten Anfrage durch die zuständige Stadträtin Ulli Sima hervorgeht, ist dieses Papier noch immer ausständig.

Damit bietet sich nun die günstige Gelegenheit, das von Floridsdorf geforderte Naturschutzgebiet ringsum das Heeresspital unmittelbar in die überfällige Verordnung zu integrieren und Aufwände, die mit einer abermaligen Überarbeitung des Landschaftsschutzgebiets verbundenen wären, zu vermeiden.

Naturschutzgebiet beim Heeresspital ist alternativenlos

Das Ziesel steht in Österreich an erster Stelle der Roten Liste. Nach den objektiven EU-Bewertungsmaßstäben befindet es sich landesweit im schlechtest möglichen Erhaltungszustand „U2 Unfavourable Bad“. Diese alarmierende Einstufung teilen sich die Ziesel lediglich mit drei Fledermausarten.

Seit Anfang der 70er-Jahre ist in Wien die überwiegende Zahl der dokumentierten Ziesel-Vorkommen erloschen. Trotzdem schenkte man in den Planungen des Großbauprojekts beim Heeresspital der, im Projektgebiet längst amtsbekannten, Population – eine der größten Österreichs – keinerlei Beachtung.

In Anbetracht der rechtlichen und naturschutzfachlichen Faktenlage, muss der nachhaltige Schutz des Ziesel-Reservats beim Heeresspital absolute Priorität haben. Statt an aussichtlosen, aber hochriskanten Umsiedlungsplänen festzuhalten, sind nun konkrete Anstrengungen für den Ziesel-Schutz überfällig.

Zeit zum Handeln

Die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal begrüßt die politische Willensbildung des Floridsdorfer Bezirksparlament zum Schutz der bedrohten Ziesel-Population beim Heeresspital, die weit über die Bezirksgrenzen hinweg große Beachtung findet. Beim Thema Naturschutz ziehen somit Bürger und Politik, ungeachtet weltanschaulicher Differenzen in anderen Fragen, gemeinsam an einem Strang.

Von entscheidender Bedeutung ist nun jedoch, die Umsetzung der beiden richtungsweisenden Anträge mit Nachdruck von der Wiener Landesregierung einzufordern. Die IGL-Marchfeldkanal appelliert daher an die Lokalpolitik auch im Jahr 2013 in Sachen Zieselschutz nicht locker zu lassen.

Gemeinsam mit der Mehrheit der Floridsdorfer Volksvertreter, setzen sich bereits 8.500 Menschen mit ihrer Unterschrift für ein Naturschutzgebiet auf den Grünflächen rund um das Wiener Heeresspital ein. Bitte unterschreiben auch Sie!

Beim Wiener Heeresspital bahnt sich eine wissenschaftliche Sensation an!

Wie Untersuchungen der Universität Wien belegen, weichen die beim Heeresspital vorkommenden Ziesel in Größe und Gewicht zum Teil sehr deutlich von anderen Populationen ab. Außerdem treten Tiere mit markanter, bis dato nirgendwo beobachteter Fellfärbung auf.

Da die strukturellen Unterschiede bereits bei Jungtieren ausgeprägt sind, würde die international renommierte Ziesel-Forscherin Dr. Ilse Hoffmann die Präsenz einer bis dato unbekannten Unterart des Europäischen Ziesels nicht ausschließen.

Nun droht der Stadt Wien ein blamables Fiasko. Gibt sie tatsächlich grünes Licht für die Absiedlung der Heeresspital-Ziesel auf weit verstreute Einzelflächen, so könnte eine neu entdeckte Unterart schon wieder Geschichte sein, noch bevor sie eingehend erforscht wurde.

Außergewöhnlich gezeichnetes Ziesel am Areal des Wiener Heeresspitals (Foto: Norbert Szewieczek)

Ziesel mit dieser auffälligen Fellzeichnung kommen nur rund um das Wiener Heeresspital vor. (Foto: Norbert Szewieczek)

Ökologischer Bericht der Bauträger enthüllt Sensation

Die wissenschaftliche Spitzenmeldung wurde im aktuellen Bericht der ökologischen Bauaufsicht für das Bauprojekt nördlich des Wiener Heeresspitals publiziert und ist im Detail hier nachzulesen:

>>> Ökologischer Bericht 18.10.2012 <<<

Anhand statistischer Auswertung der Ziesel-Vermessungsdaten (Alter, Gewicht, Größe) und Gegenüberstellung mit Vergleichspopulationen kommt die Ziesel-Expertin Dr. Ilse Hoffmann in dem Papier zu dem bemerkenswerten Schluss:

Die Ziesel im Projektgebiet sind also relativ zu ihrer geringen Körpergröße ziemlich schwer, vor allem, was die Jungtiere betrifft. Da davon auszugehen ist, dass strukturelle Muster (Knochenwachstum) stabiler ausgeprägt sind als Gewichtsschwankungen, liegt die Vermutung nahe, dass dieser Phänotyp genetisch fixiert sein könnte. Diese Vermutung wird durch die gelegentliche Beobachtung eines außergewöhnlichen Farbschlags unterstützt.

Die Forscherin vermutet also, dass die beobachteten Erscheinungsbilder außerhalb jeer Bandbreite liegen, die dem herkömmlichen Europäischen Ziesel vorgegeben ist. Vielmehr könnte eine genetische Anpassung an die speziellen, im Umfeld des Wiener Heeresspitals wohl jahrzehntelang vorherrschenden, Bedingungen stattgefunden und so letztlich zur Ausbildung einer neuen Unterart des Europäischen Ziesels geführt haben.

Das ist insofern bemerkenswert, da das nächstgelegene, im Detail erforschte, Ziesel-Vorkommen am Bisamberg und dessen Ausläufern zwar nur etwa 1,5 Kilometer entfernt ist, jedoch selbst gegenüber diesen Tieren signifikante Abweichungen hinsichtlich Größe und Gewicht feststellbar sind. Dieser Umstand unterstreicht die vollständige Isolation der Ziesel-Population beim Heeresspital von anderen Vorkommen und damit deren außerordentliche Schutzbedürftigkeit.

Weiterführende Informationen in Wikipedia: Phänotyp, Genotyp

Hell gezeichnetes Ziesel nördlich des Wiener Heeresspitals, (Foto: Yoko Muraoka)

Ein weiteres Ziesel mit dem außergewöhnlichem Farbschlag, aufgenommen nördlich des Wiener Heeresspitals. (Foto: Yoko Muraoka)

Evolution versus Ignoranz beim Heeresspital

Die Situation der Ziesel in Österreich ist dramatisch. Keine andere heimische Art ist objektiv so stark vom Aussterben bedroht. Wie sich nun zeigt, hat die Natur beim Wiener Heeresspital sämtliche Register gezogen, um sich gegen das Erlöschen der dortigen Population, eine der letzen großen Österreichs, zu stemmen.

Gegen Ignoranz sind jedoch selbst die anpassungsfähigsten Lebewesen machtlos. Obwohl ihr dichtes Vorkommen beim Wiener Heeresspital längst amtsbekannt war, fielen die Ziesel in Planung und Widmung des Großbauprojekts am Marchfeldkanal befremdlicherweise unter den Tisch.

Statt frühzeitig, noch vor den millionenschweren Grundstücksankäufen, für den tatsächlichen Schutz der Tiere zu sorgen, bedurfte es erst der Entdeckung der Kolonie durch aufmerksame Bürger und damit eines glücklichen Zufalls um die Ziesel vor dem möglichen Tod durch die Bagger zu retten.

Ziesel-Schutz statt Festhalten an aussichtslosem Vorhaben

Mit dem Auftreten einer möglichen neuen Unterart, kommt der Ziesel-Population beim Wiener Heeresspital nun eine nochmals gesteigerte Bedeutung zu. Für die europaweiten Anstrengungen die Ziesel-Bestände zu stabilisieren und in der Folge zu verbessern, ist das außergewöhnliche Vorkommen von höchstem wissenschaftlichem Interesse. Das hochriskante Zerstreuen der wertvollen Kolonie auf einen ungeeigneten Fleckerlteppich wäre in diesem Licht schlicht blamabel.

Dementsprechend fordert die Bürgerinitiative IGL Marchfeldkanal die gewissenhafte Einhaltung der Naturschutzgesetze, die den beabsichtigten Eingriff in den Lebensraum der streng geschützten Tiere verbieten. Statt entgegen aller fachlicher und rechtlicher Bedenken weiterhin am Bauprojekt festzuhalten, sollte nun – wie zuletzt vom Floridsdorfer Bezirksparlament eindrucksvoll gefordert – endlich mit den Planungen des Vorhabens auf Ersatzflächen begonnen und die Festsetzung eines geeigneten Naturschutzgebiets rund um das Heeresspital eingeleitet werden.

Jetzt unterschreiben!

Neben der Mehrheit der Floridsdorfer Volksvertreter, setzen sich bereits 8.300 Menschen mit ihrer Unterschrift für den nachhaltigen Schutz der Ziesel und Feldhamster beim Wiener Heeresspital ein. Bitte unterschreiben auch Sie!

Der Artenschutz-Kalender 2013 ist vergriffen! Nur mehr wenige Exemplare sind in der Buchhandlung am Spitz erhältlich. Der Bezug über den Postweg ist leider nicht mehr möglich!

Wir danken sehr herzlich für Ihre aktive Unterstützung der bedrohten Ziesel und Feldhamster beim Wiener Heeresspital und wünschen viel Freude mit dem Artenschutz-Kalender 2013!

Artenschutz Kalender 2013 - Lebensraum- und Artenschutz am Marchfeldkanal

Der Artenschutz-Kalender 2013 ist da!

Der Artenschutz-Kalender 2013 steht ganz im Zeichen der beindruckenden Artenvielfalt entlang des Marchfeldkanals. In seinem Wiener Abschnitt haben viele selten gewordene Tierarten eines ihrer letzten Refugien gefunden, darunter auch streng geschützte wie Ziesel, Feldhamster, Zauneidechse oder Neuntöter.

Monat für Monat stellt der Artenschutz-Kalender 2013 eine dieser Arten in Wort und Bild vor. Besonders spannend: Viele Aufnahmen stammen direkt aus der Region.

Spenden für aktiven Artenschutz

Ab einer Spende von nur 5 Euro sichern Sie sich ihr persönliches Exemplar. Zugleich unterstützen Sie die Bemühungen zur Rettung der bedrohten Ziesel und Feldhamster beim Wiener Heeresspital.

Unser Tipp: Der Artenschutz-Kalender 2013 eignet sich auch als außergewöhnliches Weihnachtsgeschenk. Die Auflage ist limitiert, greifen Sie also rasch zu!

Hier bekommen Sie den Artenschutz-Kalender 2013

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Danksagung

Die erfolgreiche Realisierung des Artenschutz-Kalenders 2013 wäre ohne die vielen ehrenamtlich helfenden Hände nicht gelungen. Allen Mitwirkenden ein herzliches Dankeschön! Besonderer Dank gilt Frau Gabriele Tupy, die bei Gestaltung und Textierung des Kalenders federführend war.

Ganz besonders möchten wir uns bei den Fotografinnen und Fotografen bedanken, die freundlicherweise ihre Werke für den Artenschutz-Kalender 2013 unentgeltlich zur Verfügung gestellt haben:

  • Barbara Maria Aichner
  • Andreas Gruber
  • Leopold Kanzler
  • Jo Kurz
  • Thomas Möller
  • Christoph Ruisz
  • Fledermausschutz Schweiz

Floridsdorf sagt Nein zur Ziesel-Umsiedlung beim Wiener Heeresspital

Stattdessen Ausgleichsflächen für Wohnbauprojekt suchen

Am 7. November 2012 sprach sich das Floridsdorfer Bezirksparlament mehrheitlich gegen die drohende Ziesel-Umsiedlung nördlich des Wiener Heeresspitals aus.

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig und Umweltstadträtin Ulli Sima werden durch die Bezirksvertretung aufgefordert, stattdessen Planungen zur Realisierung des Bauprojekts auf Ersatzflächen zu initiieren.

Für den freiheitlichen Antrag stimmten die Vertreterinnen und Vertreter von FPÖ, Grünen, ÖVP und WIFF. Nur die SPÖ votierte geschlossen dagegen, wenngleich einer ihrer Mandatare attestierte, dass die Naturschutzgesetze das Absiedeln der Tiere untersagen würde.

Sollte es beim Wiener Heeresspital tatsächlich zur befürchteten Umsiedlung der streng geschützten Ziesel kommen, würde diese gegen geltendes europäisches Recht verstoßen, heißt es in der Begründung des Antrags. Weder wäre die Vorgangsweise im Interesse des Artenschutzes, noch in jenem der Bürger, denn die zu erwartenden Kosten müssten durch Steuergelder gedeckt werden.

Anfragen und Anträge der Grünen

Sehr ausführliche Beiträge zum Thema wurden auch von den Floridsdorfer Grünen eingebracht. Eine detaillierte Anfrage an die Umweltschutzbehörde MA 22 geht der Frage nach, welche konkreten Informations- und Pflegemaßnahmen zum Erhalt des Ziesel- und Hamster-Habitats rund um Heeresspitals gesetzt wurden und werden. Zum Teil sind Abschnitte, wo man 2011 noch Ziesel kartierte, mittlerweile stark verwildert.

Des weiteren wurde ein grüner Antrag für ein Arten-Screening auf den gegenständlichen Flächen einstimmig angenommen, da neben den bekannten Ziesel- und Hamstervorkommen, mittlerweile das Vorkommen weiterer streng geschützter Arten gesichert ist.

Neue Hoffnung für Ziesel und Feldhamster?

Aus den Norden Wiens kommt nun endlich das lang ersehnte Signal dem unwürdigen Naturschutz-Schauspiel beim Wiener Heeresspital ein Ende zu setzen.

Längst war den Behörden das Vorkommen der europaweit streng geschützten Ziesel beim Wiener Heeresspital bekannt, dennoch fielen die prioritär bedeutenden Tiere in allen Planungsphasen kommentarlos unter den Tisch. Es bedurfte aufmerksamer Bürger, die schützenwerten Arten rechtzeitig aufzudecken und so vor den Baggern zu bewahren.

Weit über die Grenzen Wiens hinaus richtet man sorgenvolle Blicke auf Floridsdorf, wo allen Protesten zum Trotz, jene Tierart, die in Österreich die Rote Liste anführt, auf einen ungeeigneten Fleckerlteppich an Ausgleichflächen umgesiedelt werden soll. Nicht zuletzt durch ein jüngst veröffentlichtes Gutachten, werden schwere Zweifel an der Rechtmäßigkeit der beabsichtigten Vorgehensweise genährt.

Handeln ist nun Gebot der Stunde!

Die IGL-Marchfeldkanal begrüßt naturgemäß den Antragsbeschluss und sieht darin einen wichtigen ersten Schritt, den Fortbestand der Ziesel-und Feldhamster-Reservate beim Wiener Heeresspital nachhaltig zu sichern.

Zugleich wird jedoch auch appelliert den richtungsweisenden Beschluss rasch umzusetzen. Anders als bei der im April durch das Bezirksparlament einstimmig beschlossenen Beauftragung eines unabhängigen Rechtsgutachtens, sind nun statt monatelangem Hinhalten sehr konkrete Taten notwendig.

Unverändert setzt sich die Bürgerinitiative für die Festsetzung eines geeigneten Naturschutzgebiets auf den Grünflächen am Areal der Kaserne und umliegend davon ein. Nahezu 8.000 Menschen unterstützen mit ihrer Unterschrift die Forderung zum Schutz der bedrohten Arten.

Die streng geschützten Ziesel und Feldhamster nördlich des Wiener Heeresspitals sollen auf weit verstreute Ausgleichsflächen – darunter auch Uferböschungen des Marchfeldkanals – abgesiedelt werden. Die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung wird derzeit von Wiener Naturschutzbehörde MA 22 geprüft.

Parallel beauftragten die IGL Marchfeldkanal und der Wiener Tierschutzverein unabhängige Experten mit der Erstellung einer Studie, um die notwendigen Voraussetzungen für die europarechtlich korrekte Vorgangsweise zur Genehmigung des Ansuchens auszuführen.

Das nun vorliegende Papier erläutert in verständlichen Worten jenen engen juristischen Korridor, der den Behörden aufgrund strenger europaweiter Artenschutzbestimmungen vorgegeben ist.

Resümee: Ein oberflächliches und eiliges Durchwinken durch die MA 22 ist definitiv nicht möglich.

Die Ziesel-Studie zum Download

W. Suske, T. Ellmauer: Voraussetzungen für eine europarechtlich korrekte Vorgehensweise zur Bewilligung von Wohnbauten auf Flächen nördlich des Heeresspitals

>>> Download der Studie <<<

Titelbild: Norbert Szewieczek

Renommierte unabhängige Gutachter

Die Autoren der Studie, Dipl.-Ing. Wolfgang Suske und Dr. Thomas Ellmauer, sind international tätige, anerkannte Experten der EU-Naturschutzrichtlinien. Beide haben sich intensiv mit theoretischen und praktischen Fragen in der Umsetzung dieser Thematik auseinandergesetzt und besitzen hervorragende Kenntnisse der Richtlinienauslegung durch den Europäischen Gerichtshof sowie der Positionen der Europäischen Kommission. Sie sind Lehrbeauftragte für den EU-Naturschutz an der Universität Wien bzw. Universität für Bodenkultur und zeichnen u.a. hauptverantwortlich für die ASFINAG-Broschüre „Natura 2000 und Artenschutz“,  worin zentrale Begriffe der Fauna-Flora-Habitats- und Vogelschutz-Richtlinie beleuchtet und interpretiert werden.

Artenschutzausnahmeverfahren unabdingbar

Die Einreichung der Bauträger sieht vor, dass sobald ein Teil des Ziesel- und Feldhamsterbestands vom Feld nördlich des Heeresspitals auf die eingereichten Ausgleichsflächen abgewandert ist, die verbliebenen Tiere durch gezielte Bodenbearbeitung zu vertreiben. Streifen um Streifen soll dazu der Lebensraum der betroffenen Tiere zerstört werden.

Die Verwirklichung des angesuchten Vorgehens würde daher zumindest in einem Punkt gegen den Artikel 12 der europäischen FFH-Richtlinie verstoßen. Dieser verbietet unter anderem die Beeinträchtigung oder Vernichtung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten aller in Anhang IV der Richtlinie gelisteten Arten, darunter auch das Europäische Ziesel und der Feldhamster.

Daher ist – der Ausführung der Studienautoren folgend – von der Wiener Naturschutzbehörde ein Ausnahmeverfahren bezüglich Artikel 16 der FFH-RL durchzuführen, worin jene außergewöhnlichen Umstände unter denen ein derartiges Ansuchen genehmigt werden darf, geregelt sind.

Voraussetzungen nach Artikel 16 der FFH-Richtlinie

Nach Auffassung der Studienautoren kann die behördliche Prüfung des Bauvorhabens nördlich des Wiener Heeresspitals nur dann positiv abgeschlossen werden, sofern im Ausnahmeverfahren des Artikels 16 der FFH‐Richtlinie nachvollziehbar und glaubhaft dargelegt wird:

  • Dass für das geplante Vorhaben keine anderweitige zufriedenstellende und zumutbare Lösung zu finden ist.
  • Dass sich die betroffenen Tierarten (Ziesel, Feldhamster) in ihrem Erhaltungszustand in Österreich nicht verschlechtern und dass die Verbesserung des Erhaltungszustands nicht beeinträchtigt wird.
  • Dass für das Vorhaben zwingende Gründe eines überwiegenden öffentlichen Interesses geltend gemacht werden können.

Andernfalls ist das Projekt aus artenschutzrechtlichen Bestimmungen der FFH‐Richtlinie zu versagen.

Schlussfolgerungen durch die IGL-Marchfeldkanal

Die nähere Betrachtung der von den Experten im Detail erläuterten notwendigen Voraussetzungen lässt beim Leser starke Zweifel aufkommen, dass diese im Fall der Ziesel und der Feldhamster beim Wiener Heeresspital tatsächlich gegeben sind und auch im vollen Umfang nachvollziehbar und glaubhaft dargestellt werden können. Nachfolgend dazu einige Überlegungen.

Rechtzeitige Alternativenprüfung verabsäumt

Auf die rechtzeitige Prüfung von Alternativen wurde verzichtet, obwohl bereits zum Planungszeitpunkt und im Anschluss beim Widmungsbeschluss ein dichtes Ziesel-Vorkommen beim Wiener Heeresspital behördlich längst dokumentiert war. Aus nicht offengelegten Gründen blieben die streng geschützten Tiere in allen Unterlagen stets unerwähnt.

Auch in weiterer Folge wurden – in Kenntnis der Widmungsfestsetzung – trotz anhaltender Hinweise (2009, 2010) keine präventiven Schritte zum Schutz des bedeutsamen Vorkommens eingeleitet. Erst nach Bürgerprotesten wurde man sich seitens der Verantwortlichen der naturschutzrechtlichen Verpflichtungen bewusst.

Ziesel auf Platz 1 der Roten Liste – Negative Tendenz

In Österreich steht das Ziesel seit Jahren auf Platz 1 der Roten Liste und seine Bestandsrückgänge dauern an. Aus den von Österreich im Jahr 2006 an die EU-Kommission gemeldeten Daten geht objektiv hervor, dass sich die Ziesel im schlechtest möglichen Erhaltungszustand „U2-Unfavourable Bad“ befinden. In der nichtalpinen Region Österreichs teilen sie sich diesen besorgniserregenden Status nur mit drei Fledermausarten.

Selbiges Datenmaterial, dessen Qualität bestmöglich als „Good“ eingestuft ist, besagt zudem, dass die betroffene Population beim Wiener Heeresspital mehr als fünf Prozent des österreichischen Gesamtbestands ausmachen könnte.

Obwohl zudem die Zukunftsperspektive der Ziesel als „Bad“ bewertet ist, fand in Wien seit 2005 keine flächendeckende Kartierung des Ziesel-Bestands statt. Als Konsequenz ist keine aussagekräftige Einschätzung hinsichtlich der Bestandsentwicklung in der Bundeshauptstadt möglich. Aus Niederösterreich und dem Burgenland sind hingegen neuere Werte verfügbar, die aber leider keine Anzeichen für eine Umkehr des negativen Trends nahelegen.

Somit erscheint im Lichte des besonders schlechten Erhaltungszustands der Ziesel in Österreich und der Größe der betroffenen Population der mögliche Eingriff in eines ihrer letzten großen Reservate als bedenklich. Eine Beeinträchtigung der angestrebten Verbesserung des Erhaltungszustands wird jedenfalls nur sehr schwer auszuschließen sein.

Zwingende Gründe eines überwiegenden öffentlichen Interesses?

Zur Rechtfertigung der Durchführung des Bauprojekts beim Wiener Heeresspital bedarf es des Nachweises zwingender Gründe eines überwiegenden öffentlichen Interesses, das jenes zur Wahrung der Naturschutzes überwiegt.

Während öffentliches Interesse an der Schaffung von Wohnraum unbestritten ist, erscheint jedenfalls der glaubhafte Nachweis zwingender Gründe zur Verwirklichung des Bauprojekts am geplanten Ort zweifelhaft. Denn diesem öffentlichen Interesse ist klarerweise auch dann genüge getan, wenn das Vorhaben an anderer Stelle realisiert wird. Aufgrund der fehlenden Anbindung des Standorts an das hochrangige U-Bahnnetz entfällt ein in Frage kommendes Argument, das als Beleg zwingender Gründe in Betracht gezogen werden könnte.

Demgegenüber ist angesichts des überaus schlechten Erhaltungszustands des Ziesels und des Feldhamsters in Österreich das öffentliche Interesse am Schutz dieser Arten als hoch einzuschätzen.

Gemessen an der mehrjährigen Wiener Gesamtbauleistung, würde das Volumen des Bauprojekts beim Heeresspital, nur einen kleinen Anteil ausmachen, was deutlich auf die Zumutbarkeit einer Realisierung an einem alternativen Standort hinweist.

STEP 05 setzt Priorität zugunsten des Artenschutzes

Im zweiten Kapitel „Grundsätze und Prinzipien“ des aktuellen Wiener Stadtentwicklungsplans STEP 05 wird das Arten- und Lebensraumschutzprogramm „Netzwerk Natur“ als wichtige Maßnahme im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung dargestellt. Dem Artenschutz wird somit in den Prozessen der Stadtplanung besondere Bedeutung eingeräumt.

Zwar ist in einem der nachfolgenden Abschnitte auch das Bauprojekt nördlich des Heeresspitals gelistet, jedoch sind aufgrund der ausdrücklichen Nennung des Artenschutzes in den Kernprinzipien der Stadtentwicklung jedenfalls keine zwingenden Gründe eines überwiegenden öffentlichen Interesses schlüssig argumentierbar.

Wie hinlänglich bekannt, blieb das „Netzwerk Natur“ in der Planung und Widmung des Bauprojekts – entgegen den ausdrücklichen STEP-Vorgaben – unberücksichtigt. Ein einziger Blick in die Datenbank des Artenvielfaltprogramms hätte gereicht, um das bestätigte Ziesel-Vorkommen und damit den drohenden Konflikt frühzeitig zu erkennen.

Studie finanziert durch Spendengelder – Herzlichen Dank!

Die Studie wurde in Kooperation mit dem Wiener Tierschutzverein beauftragt und zur Gänze durch Spendengelder finanziert. Daher möchten wir an dieser Stelle ein besonders herzliches Dankeschön an jene Menschen aussprechen, deren Großzügigkeit die Erstellung der vorliegenden Expertise ermöglicht hat.

Zugleich appellieren wir die bedrohten Ziesel und Feldhamster beim Wiener Heeresspital weiterhinzu unterstützen, denn auch die nächsten absehbaren Schritte bedürfen finanzieller Aufwendungen. Jeder einzelne Euro, der am Zieselschutz-Konto des Wiener Tierschutzvereins einlangt, hilft den Fortbestand der gefährdeten Tiere in ihrem Lebensraum zu sichern! Nähere Infos finden Sie hier.