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Archive for the ‘Wohnbau’ Category

Ziesel-Demo-2016-04-03

Ziesel sind europaweit streng geschützt und stehen in Österreich auf der Roten Liste ganz oben. Doch beim Wiener Heeresspital geht es jetzt einem großen Vorkommen an den Kragen. Ab April werden dort Baumaschinen anrücken [1] um große Teile des Oberbodens abzutragen und damit Lebensraum unwiederbringlich zu zerstören.

Damit fallen nun im Wiener Ziesel-Skandal endgültig die scheinheiligen Masken. Denn allen penetranten PR-Inszenierungen zum Trotz, sind die herzigen Nager nicht vom Bauland nördlich des Heeresspitals abgewandert, sondern haben sich ausgebreitet. Neue juristische Winkelzüge einer völlig eingeschüchterten Naturschutzbehörde sollen nun der mit der Politik eng vernetzten Baulobby dennoch zu einem Baubeginn verhelfen.

Zugleich poltert die Wiener SPÖ vom Bürgermeister abwärts gegen den Schutz der Ziesel [2], deren Großvorkommen beim Heeresspital schon vor Planungen und Investitionen amtsbekannt war [3], aber seitdem beharrlich ignoriert wurde. Obwohl dazu verpflichtet, will man offenbar das strenge Naturschutzgesetz nicht mehr exekutieren und freundschaftlichen Profit an dessen Stelle treten lassen. Selbstredend mischt auch die skandalgebeutelte SPÖ-nahe Sozialbau, die zuletzt mit fürstlichen Gagen erneut in die Schlagzeilen geraten war [4], beim Heeresspital mit.

Hingegen zeichnen ungenutzte Flächenwidmungen im Ausmaß von 33.000 Wohnungen [5] und 2,3 Mio. Quadratmeter Bauland im direkten Besitz der Stadt Wien [6]ein drastisches Bild politischen Unvermögens, freilich ohne dass dies zu selbstkritischer Reflexion der Verantwortlichen führen würde. Angesichts solch üppiger Voraussetzungen kann jedenfalls weder die angespannte Situation am Wiener Wohnungsmarkt auf die streng geschützten Ziesel abgewälzt werden, noch das Projekt beim Heeresspital alternativenlos sein.

Bis hierher und nicht weiter – Sofortiger Baustopp!

Gegen die empörende und rücksichtslose Offensive der Stadt Wien gegen die Ziesel beim Heeresspital formiert sich nun massiver ziviler Widerstand auf allen Ebenen [7].

Als Sofortmaßnahme fordern die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal und ihre Unterstützer, die sich gemeinsam schon seit Jahren für den Ziesel-Schutz einsetzen, einen sofortigen Baustopp beim Heeresspital.

Erst wenn die EU-Kommission, die derzeit eine entsprechende Beschwerde der IGL-Marchfeldkanal im Detail prüft, trotz der haarsträubenden neuen Wiener Bescheide tatsächlich zur Einschätzung gelangen würde, dass das Vorgehen beim Heeresspital artenschutzrechtlich einwandfrei wäre, darf über eine Wiederaufnahme behutsamer Lenkungsmaßnahmen überhaupt erst wieder nachgedacht werden.

Jetzt entschieden Zeichen setzen – Demo am 3. April 2016

Am Sonntag, dem 3. April 2016, findet eine Demonstration gegen den unmittelbar bevorstehenden Oberbodenabtrag und für einen sofortigen Baustopp beim Heeresspital statt.

Treffpunkt ist um 14:30 Uhr bei der Endstation der Straßenbahnlinie 31, Bahnhofplatz/Stammersdorf.

Ort der Demo ist beim Zieselfeld, Ecke Gaswerkstraße / Jane-Tilden-Gasse, 1210 Wien.

Ansprachen

Folgende Vertreter von Politik und NGOs haben freundlicherweise einen Redebeitrag zur Darlegung ihrer Positionen zugesagt:

  • Madeleine Petrovic, Präsidentin Wiener Tierschutzverein
  • Udo Guggenbichler, Umweltsprecher FPÖ Wien
  • Rüdiger Maresch, Umweltsprecher Grüne Wien
  • Elisabeth Olischar, Umweltsprecherin ÖVP Wien
  • Bettina Emmerling, Umweltsprecherin NEOS Wien
  • Hans Jörg Schimanek, WIFF
  • Tom Putzgruber, Verein Respektiere

Nehmen Sie mit Familie, Freunden und Bekannten teil um entschieden gegen die verheerenden Zerstörungen im Ziesel-Habitat zu protestieren. Gemeinsam setzen wir ein unmissverständliches Zeichen gegen den politisch gewollten, inakzeptablen Umgang mit streng geschützten Tierarten in Wien!

SMS-Kette koordiniert wirksame Protestaktionen

Sobald beim Heeresspital die Baumaschinen auffahren, werden vor Ort – im Rahmen der Legalität – wirksame Protestmaßnahmen stattfinden. Entsprechende Vorbereitungen wurden bereits getroffen. Wenn Sie an den Aktionen gegen unwiederbringliche Vernichtung von wertvollem Lebensraum und gegen vorsätzliche Gefährdung streng geschützter Ziesel aktiv mitwirken möchten, tragen Sie sich bitte in den dazu eingerichteten SMS-Verteiler ein.

Beitreten zum SMS-Verteiler

Real-Time-Infos in Facebook-Gruppe “Rettet die Ziesel”

Damit alle Ziesel-Unterstützer immer am letzten Stand sind, werden in der Facebook-Gruppe Aktion “Rettet die Ziesel” laufend aktuelle Infos gepostet. Bitte laden Sie auch Ihre Freunde in die Gruppe ein und teilen Sie die Ziesel-Demo auf Facebook.

Facebook “Rettet die Ziesel”

Heute noch die Ziesel – aber morgen schon …. ?

Das rücksichtslose Vorgehen Wiens gegen die Allerschwächsten im Stadtgebiet macht Angst. Wenn der Stadtregierung bei der Vernichtung wertvoller natürlicher Ressourcen ohne zwingende Not nicht Einhalt geboten wird, dann haben Rechtssicherheit, Respekt und Fairness ihre Zukunft hinter sich und Wien steuert düsteren Zeiten politischer Willkür entgegen.

Darum: Bis hier her und nicht weiter! Der Kampf um die Ziesel ist auch ein Kampf um eine lebenswerte Zukunft für Wien und geht uns alle an. Seien Sie dabei!

Referenzen

[1] Kurier, 17.2.2016: Umweltamt verteidigt Baggerungen auf Ziesel-Grund

[2] Kurier: 13.3.2016: Ruhephase der Ziesel hat bald ein Ende

[3] Kurier: 1.12.2011: Ziesel-Streit in der Verlängerung

[4] Die Presse, 11.3.2016: Sozialbau: Höhere Gagen als erlaubt

[5] Die Presse, 12.2.2016, Wohnbau: Genug Flächen, zu wenig Bauten

[6] wien.gv.at, 30.6.2015, 68. Wiener Gemeinderat (25)

[7] kurier.at, 24.3.2016, Streit um die Ziesel verlagert sich auf die Straße

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Symbolfoto - Polizeieinsatz am Marchfeldkanal

Beim Wiener Heeresspital wird es für die Bauträger richtig eng. Denn rund um den kürzlich errichteten Zieselsteg werden nun immer mehr Tatsachen publik, die man sonst nur in einer Bananenrepublik für möglich gehalten hätte.

Einerseits bestätigte ein leitender Beamter der Baupolizei MA 37 auf Anfrage, dass es sich bei dem, in einem Landschaftsschutzgebiet befindlichen, Zieselsteg um ein bewilligungspflichtiges Bauwerk handelt und ein Verfahren derzeit im Laufen ist. Auf Nachfrage erklärte der Zuständige zudem, dass die Fertigstellung vor Erteilung der notwendigen Bewilligung für den Bauträger „Konsequenzen“ haben wird [1]. Entsprechende Anzeigen wurden bereits von mehreren Seiten eingebracht.

Andererseits wurden die Bauträger am Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen in letzter Instanz rechtskräftig wegen Besitzstörung verurteilt (Aktenzahl 36 R 11/15g). Sie dürfen kraft des Gerichtsbeschlusses jene zentrale Ausgleichfläche, wohin die Ziesel mittels der Brücke über den Marchfeldkanal gelenkt werden hätten sollen, nicht zur Ansiedlung der streng geschützten Nager verwenden [2].

Bezeichnenderweise wurde trotz Urteilsfällung zu Beginn der Arbeiten, in der Folge das Vorhaben unbeirrt weiter realisiert. Erst nachdem man den Medien den Zieselsteg als magische Lösung der Ziesel-Causa serviert hatte, wurden klammheimlich die Röhren, die auf der untersagten Ausgleichsfläche endeten, entfernt.

Ziesel verlassen Ausgleichsflächen

Indes pfeifen die Ziesel auf das sinnfreie, dafür aber sündteure Konstrukt. Während die ungeliebten Tiere sich auf der Projektfläche, wo ihr angestammter Lebensraum ist, weiterhin vermehren, ist ihr Bestand laut aktuellem Bericht der Bauträger an die MA 22 auf den Ausgleichsflächen gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel, von 15 auf 10 Baue, eingebrochen [3].

Bedenkt man, dass sich von diesen 10 Bauen gleich 5 auf jener Fläche befinden, die schon 2012, also vor Beginn der Absiedlungsversuche von Zieseln besiedelt war [5], wird das wahre Ausmaß der unterbliebenen Abwanderung sichtbar. Zum Vergleich: Auf der Projektfläche wurden 231 genutzte Bausysteme erhoben.

Wer aus diesen ernüchternden Zahlen noch immer Hoffnung auf das Gelingen der Zieselumlenkung schöpft oder darin gar einen Erfolg erkennen kann, hat schlicht ein Problem und zwar ein gewaltiges.

Durchsichtige Diffamierungen als Ablenkung vom eigenen Scheitern

Angesichts ihres totalen Scheiterns verwundert es nicht, dass die Bauträger die Schuld an der Misere anderen in die Schuhe schieben wollen. Auch Ex-Sensenmann Tony Rei, jetzt enger Verbündeter der Bauträger, sonderte haarsträubende Anschuldigungen ab. Über die Medien verdächtigte man unbescholtene Bürger und Bezirkspolitiker der „Sabotage“ des Zieselstegs und gar des „Terrors gegen Ziesel“.

Wenn jedoch ein Zaun, der bloß wenige Zentimeter tief im Erdreich fixiert war, seinen tapferen Kampf gegen die Schwerkraft verliert, können dafür – sofern es der intellektuelle Horizont zulässt – viele mögliche Ursachen in Betracht gezogen werden. Etwa dass ein Hund am Zaun zu ungestüm seine Notdurft verrichtet hat.

Trotz all der künstlichen Aufregung wollte der Geschäftsführer des Kabelwerks, Peter Fleissner, keine Anzeige einbringen. In der Tat dürfte es schwierig sein, an einem Bauwerk, das eigentlich gar nicht existieren dürfte, einen Schaden nachzuweisen. Dafür ist er zuletzt selbst in die Schlagzeilen geraten, denn gegen ihn war laut „Standard“ bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht worden [4].

Als Erfinder der Zieselbrücke gilt übrigens Tony Rei. Nur gut zwei Jahre nachdem die Bauträger im August 2013 ein vom Naturschutzbund NÖ getestetes Röhrensystem über den Marchfeldkanal als mögliche Alternative dokumentiert hatten, zauberte er die hölzerne Sensation auf Betonfundamenten hervor, ohne dass sich die begeistert applaudierenden Bauträger an ihre ursprüngliche Einreichung bei der MA 22 erinnert fühlten. Tony gebührt dafür neidlos die goldene Sense. Auf dem Balken des Erfolgs schwebend, könnte er als nächstes eine Brücke für die Neuntöter erfinden, denn diese streng geschützte Art kommt beim Heeresspital nämlich ebenso vor.

Ziesel-Petition: Chance für Ziesel und Bauträger

Schon bald hat es die Wiener Stadtregierung in der Hand, das, durch Ignorieren des beim Heeresspital schon jahrelang amtsbekannten Ziesel-Großvorkommens, selbst verursachte Problem zu lösen und ein mögliches, von der EU-Kommission eingeleitetes Verfahren wegen Verstoßes gegen die EU-FFH-Richtlinie abzuwenden.

Tausende Wiener Bürgerinnen und Bürger haben nämlich die Petition der Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal unterschrieben, die die Festsetzung eines Naturschutzgebiets beim Heeresspital und die Realisierung des Bauprojekts an einem anderen Standort fordert.

Die Petition ist mittlerweile eingebracht und durch die zuständige Magistratsabteilung akzeptiert. Angesichts der für Stadt Wien und Bauträger ausweglosen Situation ist zu hoffen, dass der Petitionsausschuss des Gemeinderats die gebotene Chance ergreifen wird und die Umsetzung des Petitionsanliegens im Interesse der vom Aussterben bedrohten Ziesel und auch der glücklosen Bauträger auf Schiene bringt.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern der Ziesel-Petition!

Sie haben ein engagiertes Zeichen für Naturschutz und Respektierung von Gesetzen und gegen rücksichtslose Verwertung eines letzten Wiener Naturschatzes gesetzt!

Quellenverweise

[1] Auszug aus Schriftverkehr mit der Wiener Baupolizei MA 37, 24. August 2015: „Für den bauträger hat das konsequenzen

[2] Beschluss des Landesgerichts für ZRS Wien, 11. Juni 2015, Aktenzahl 36 R 11/15g (Einsicht auf Anfrage)

[3] Bericht ökologische Aufsicht 14.07.2015, Quelle MA 22

[4] Der Standard, 6. Juli 2015: Aufregung um Managerbüro in Sozialwohnung

[5] Bausysteme auf Ausgleichsfläche A3 vor Beginn der versuchten Zieselabsiedlung, April 2012

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Bagger gegen wehrlose Ziesel beim Heerespital ab Juli 2015

Infos zur SMS-Alarmkette am Ende des Artikels!

Was ein lautstarkes Gespräch zwischen Bauträger und STRABAG beim Zieselfeld offenbarte, wurde von der Stadt Wien gegenüber der „Krone“ offiziell bestätigt:

Ab Juli 2015 werden beim Heeresspital die Bagger auffahren um einen großen Teil des Ziesel-Habitats zu vernichten und ansässige Ziesel zu vertreiben. Bis zuletzt war das Vorkommen, trotz aller Maßnahmen, stetig angewachsen. SPÖ und Bauwirtschaft verlieren jetzt die Geduld.

Ermöglicht wird die beispiellose Offensive gegen jene Art, die in Österreich Platz 1 der Roten Liste belegt, durch einen neuen Bescheid der Naturschutzbehörde. Zu befürchten ist, dass die Behörde diesmal – zusätzlich zum Oberbodenabtrag – weitere äußerst brutale Mittel gestattet hat. So etwa die Zerstörung von Bausystemen, wenn verängstigte Tiere dorthin vor den tonnenschweren Maschinen fliehen.

Als bloße Inszenierung entpuppt sich hingegen die romantisch präsentierte Zieselbrücke. Durch Geheimhaltung der weiteren radikalen Pläne sollten Öffentlichkeit und Medien offenbar hinters Licht geführt werden.

In ihrer Panik werden die zahlreich betroffenen Zieseln sicher nicht nach Brücken suchen, sondern sich in alle Richtungen zerstreuen. Wie bei Umsiedlungen mittels Käfigen, muss von massiven Verlusten unter den Tieren ausgegangen werden. Beraubt um ihre Baue, will sie die Stadt Wien erbarmungslos ihrem düsteren Schicksal überlassen.

Nun sind alle Augen auf die Wiener Umweltanwaltschaft gerichtet, denn sie hat Parteistellung im Bescheidverfahren und ist die allerletzte Hoffnung für die Ziesel. Verzichtet Sie auf ihr Parteirecht, wäre der Bescheid unmittelbar rechtskräftig und damit der barbarische Naturschutz-Horror endgültig auf Schiene.

‚Licht aus‘ auch für andere bedrohte Tierarten

Mit dem Ziesel haben beim Heeresspital auch andere geschützte Arten, darunter Feldhamster, Zauneidechse, Feldhase sowie seltene Vogel- und Schneckenarten, ein ungestörtes Rückzugsgebiet gefunden. Auch sie werden einen großen Teil ihres Lebensraums verlieren. Insbesondere bei den Junghasen und der besonders häufig vorkommenden Zauneidechse drohen zudem Verluste von Individuen.

Beschämende Interpretation des strengen Wiener Naturschutzgesetzes

Damit der neue Bescheid überhaupt zustande kommen konnte, bedurfte es seitens der MA 22 einer außergewöhnlichen Eruption an kreativer Energie. Denn das Wiener Naturschutzgesetzes gestattet Maßnahmen gegen eine streng geschützte Art nur dann, wenn ihr Erhaltungszustand vor und nach dem Eingriff günstig ist.

Angesichts des europaweit ungünstigen Zustands des Ziesels und dramatischer Bestandrückgänge, müsste also jedes Ansuchen um Ausnahmen zurückgewiesen werden, unabhängig vom politischen Netzwerk der Ansuchenden.

Völlig fantasielos ging die Behörde hingegen bei der Prüfung anderer zentraler Aspekte vor, nämlich der von Standortalternativen und des Vorliegens zwingender Gründe öffentlichen Interesses. Im Besitz des Stadt Wien befinden sich zwei Mio. m² an zieselfreiem Bauland und somit eine Fülle an ersatzweisen Optionen.

Trotz Forderung vom Floridsdorfer Bezirksparlament und von tausenden Petitionsunterzeichnern nach Verlegung des Bauprojekts, muss ausgerechnet beim Heeresspital gebaut werden.

Ziviler Ungehorsam zum Schutz der Ziesel

Indes formiert sich im Internet Widerstand gegen die bevorstehende Vertreibung von Zieseln beim Heeresspital und für die Respektierung des Naturschutzes. Besorgte Bürgerinnen und Bürger organisieren Protestaktionen, die vor Ort stattfinden werden.

Um über das Auftauchen von Baumaschinen und den Treffpunkt für, im Rahmen der Gesetze zulässige, Proteste alarmiert zu werden, wurde ein SMS-Verteiler eingerichtet, in den man sich ab sofort eintragen kann.

Aufnahme in SMS-Alarmkette

Außerdem werden in einer Facebook-Gruppe aktuelle Entwicklungen in Echtzeit gepostet und weitere Maßnahmen koordiniert.

Facebook-Gruppe Aktion „Rettet die Ziesel“

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Häupl-Sima-Ziesel-Juli 2005

Roter Wahlkampf anno 2005. 10 Jahre später pfeift die SPÖ auf Zieselschutz.

In den Kampf gegen das Ziesel-Habitat beim Heeresspital – eines der letzten großen in Österreich soll verbaut werden – mischt sich nun auch Andreas Schieder, SPÖ-Klubobmann im Parlament und mitverantwortlich an der Hypo-Notverstaatlichung, ein.

Befragt vom „Kurier“, was denn die SPÖ den in Scharen davonlaufenden Wählern bieten könne, echauffiert sich Schieder – sehr zum Erstaunen der Leser – zu allererst darüber, dass am Stadtrand von Wien auf Ziesel Rücksicht genommen werden muss, statt diese rücksichtslos abzusiedeln. Routiniert im Drüberfahren über Bürger, muss es dem roten Multifunktionär wohl quälende Schmerzen bereiten, wenn jetzt plötzlich ein paar hundert Nager einen Sonderstatus genießen sollten.

Aussichtsverliebte „Anrainer“ als Sündenböcke

Bezeichnenderweise hat Schieder „Anrainer“ der Ziesel als Verhinderer des Bauprojekts ausgemacht. Offenbar weiß er aber nicht, dass besagter Terminus im Wiener Naturschutzgesetz gar nicht vorkommt. Folglich kennt es keinen Paragraphen, wonach bei Präsenz von Anrainern das Naturschutzgesetz automatisch außer Kraft treten würde.

Häupl und Sima als Verhinderungsprofis an Grenze zum Populismus

Beiseite nehmen sollte sich Schieder allerdings seine Parteifreunde Michael Häupl und Ulli Sima. Sie haben sich 2005 im Verhindern eines Bauprojekts verdient gemacht und das ausgerechnet wegen einer Ziesel-Population! Auf den ehemaligen Radio Austria Gründen waren die Tiere ebenfalls der Verwertung des Areals im Weg. Zufällig war jedoch gerade Wahlkampf. Da haben Bürgermeister und Umweltstadträtin das Projekt durch den Gemeinderat stoppen lassen und sich sogar in persönlichen Schreiben an die dortigen „Anrainer“ für deren Engagement bedankt.

Stadt Wien besitzt 2 Millionen Quadratmeter an Bauland

Spannende Infos könnte Herr Schieder vom Wiener Wohnbaustadtrat Michael Ludwig erzählt bekommen, wenn dieser nicht gerade wieder mal beschäftigt ist in seinem Ressort für Ordnung zu sorgen. Im Besitz der Stadt Wien befinden sich nämlich zwei Millionen Quadratmeter an Bauland. Die Gemeinde hätte also sofort nach Bekanntwerden der Ziesel das Bauprojekt nördlich des Heeresspitals an einen anderen Ort verlegen können. Das hätte Zeit und Geld gespart und die dringend benötigten Wohnungen würden längst stehen. Angesichts der riesigen Baulandreserve ist die Knappheit an Wohnraum sicher nicht auf ein Vorkommen streng geschützter Zieseln zurückzuführen, sondern könnte schlicht auch mit mangelnder Qualifikation der handelnden Personen zu tun haben.

Genosse im Burgenland zuckt völlig aus – nicht nur wegen Rot/Blau

Richtige Verhinderungsprofis sind auch seine, jüngst in Ungnade gefallenen burgenländischen, Genossen. Diese erdreisten sich in Parndorf für den Fortbestand einer Kolonie von 200 Zieseln einzusetzen. „Für mich ist es fünf vor zwölf. Und wenn jetzt nicht bald etwas geschieht, dann haben wir dieses Naturjuwel vor der Haustür endgültig verloren.“, heißt es von einem lokalen SPÖ-Gemeinderat.

Wer stirbt früher aus? SPÖ oder Ziesel Klarerweise wollen die Wiener Genossen die Schlacht um das Heeresspital bis zum letzten Ziesel ausfechten. Denn wenn sie nördlich davon klein beigeben, dann ist das gesamte Areal innerhalb des Heeresspitals und auch der Bereich südlich davon, auf Jahrzehnte hinaus verloren. Darum wird es in der Stadt der allgegenwärtigen Freundschaft auch weiterhin kein Erbarmen für die Ziesel geben. Denken Sie am 11. Oktober 2015 daran und zeigen Sie rücksichtloser Zerstörung letzter Wiener Naturschätze die rote Karte !

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Ziesel-Führung beim Wiener Heeresspital am 27. Juni 2015In der Causa rund um die bedrohten Ziesel beim Heeresspital setzt die Stadt Wien nach wie vor auf betreutes Denken für Bürger, statt auf konsequenten Naturschutz. Denn zum wiederholten Mal ließ man unter inszeniertem PR-Jubel verkünden, dass die Rettung der Ziesel jetzt aber wirklich bevorstünde.

Diesmal soll eine weitere Brücke über den Marchfeldkanal die massiv vom Aussterben bedrohten Nager zum massenhaften Exodus aus ihrem Lebensraum auf weit verstreute „Ausgleichsflächen“ ermuntern und so die Realisierung eines, für die involvierten Konzerne hochprofitablen, Bauprojekts doch noch ermöglichen.

Bloß hat auch der neueste Plan schwere Schönheitsfehler:

  • Schon heute gäbe es nämlich genügend Pfade für die Ziesel zur Abwanderung. Sie tun es aber schlicht und einfach nicht und vermehren sich stattdessen lieber in ihrem angestammten Habitat.
  • Auch ist gerade jener Bereich, wo die Brücke andocken soll, kaum von den streng geschützten Zieseln besiedelt.
  • Zur Nutzung der auf der anderen Seite des Marchfeldkanals gelegenen Ausgleichsfläche A8, verfügen die Bauträger zudem bis dato nicht über die Zustimmung aller Eigentümer, was jedoch vom Bezirksgericht Floridsdorf erstinstanzlich als dafür notwendig erkannt wurde.

Welchen magischen Anreiz nun das neue Konstrukt auf die bekannt standort-treuen Tiere ausüben soll, weiß offenbar selbst die mit der Ziesel-Absiedlung beauftragte Expertin Dr. Ilse Hoffmann nicht. Bezeichnenderweise wollte sie dazu gegenüber dem „Kurier“ keinen Kommentar abgeben.

Wenig mitteilungsfreudig geben sich auch Stadt und Bauträger, wenn es um Kosten und vor allem Kostenträger für den Zieselsteg geht. Vielsagendes Schweigen der Verantwortlichen lässt allerdings befürchten, dass der Steuerzahler als alleiniger Finanzier des wenig aussichtsreichen Naturschutzabenteuers auserkoren wurde.

Authentischer Lokalaugenschein bei den Zieseln am Marchfeldkanal

Aufgrund der aktuellen Entwicklung und des regen Interesses vieler naturverbundener Wienerinnen und Wiener, bietet die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal auch heuer wieder eine fachkundige Ziesel-Führung an.

Lernen Sie bei einem gemeinsamen Spaziergang entlang des Marchfeldkanals den artenreichen Lebensraum beim Heeresspital und viele seiner Bewohner kennen. Machen Sie sich zudem anhand der tatsächlichen Gegebenheiten ein persönliches Bild davon, wie absurd das beharrliche und teure Festhalten der Stadt Wien an den Ziesel-Absiedlungplänen ist.

Wann: Samstag, 27. Juni 2015, 15:30 Uhr

Treffpunkt: Johann-Orth-Platz, 1210 Wien (Link zum Wienplan)

Dauer: ca. 1,5 – 2 Stunden

Anreise: Der Treffpunkt befindet sich nahe der Endstation der Straßenbahn-Linie 31. Falls Sie mit dem Auto anreisen, nutzen Sie bitte die Parkmöglichkeiten entlang der Johann-Weber-Straße. Am Johann-Orth-Platz ist das Parkplatzangebot nur gering.

Tipp: Zum Beobachten der Ziesel bitte Fernglas mitnehmen!

Der Spaziergang findet bei jedem Wetter statt. Die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal freut sich auf Ihr Kommen!

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Zieselaktionsplan Wien lehrt Ziesel das Fürchten – Bürgerinitiative antwortet mit Informationsoffensive

Die in Sachen Naturschutz seit vielen Jahren auf Tauchstation befindliche Wiener Umweltschutzbehörde MA 22 gab nun doch wieder ein Lebenszeichen von sich und zwar in Form des „Zieselaktionsplan Wien“.

Doch darauf hätte jene Tierart, die in Österreich auf Platz 1 der Roten Liste rangiert, wohl gerne verzichtet. Denn ohne rechtliche Basis soll künftig de facto zwischen schützenswerten und wenig schützenswerten Ziesel-Vorkommen unterschieden werden.

Für letztere wird, anstatt um deren Erhalt zu kämpfen, auch gleich ein uneingeschränkter Persilschein zum Setzen von „Ausgleichsmaßnahmen“ erteilt. Womit der profitablen Verwertung letzter ökologisch wertvoller Lebensräume durch multinationale Konzerne nichts mehr im Weg steht. Die Wiener Ziesel steuern hingegen auf eine vorprogrammierte Katastrophe zu.

Freie Bahn beim Heeresspital dank „teilweise mäßiger Prognose“

Wenig überraschend und wohl zur Freude der politisch bestens vernetzten Baulobby, ordnet der Aktionsplan die Ziesel beim Heeresspital unter die wenig schützenswerten Vorkommen ein und befindet eine „teilweise mäßige Prognose“.

Dabei zeigt das Vorkommen beim Heeresspital – trotz eiskaltem Gegenwind von Seiten der Stadtregierung und totalem Umsiedlungsflop – seit 2011 ein starkes, stetiges Wachstum! Nicht zuletzt durch konsequente Untätigkeit der Behörde kam es überhaupt so weit, dass man beim Heeresspital irrwitzige Millionenbeträge investierte und die Flächenwidmung, ohne Rücksicht auf das damals bereits amtsbekannte Habitat, festgesetzt wurde.

Es ist zu befürchten, dass sich die „mäßige Prognose“ mit Erlöschen der Heeresspital-Population (mit fast 1.000 Tieren eine der letzten großen in Österreich) als selbst erfüllende Prophezeihung erweisen wird und bald unverhohlen und in aller Freundschaft die Planungen für das riesige Areal innerhalb und rund um das Heeresspital publik gemacht werden. Ein feiner, unverkennbarer Geruch von Profit weht schon jetzt am nördlichen Wiener Stadtrand.

Benötigt MA 22 Auffrischung im Naturschutzgesetz?

Selbst korrektes Zitieren und Interpretieren des Wiener Naturschutzgesetzes wollte im Zieselaktionsplan nicht so recht gelingen. Anders als darin dargestellt, dürfen Ziesel selbstverständlich auch außerhalb der Fortpflanzungszeiten nicht absichtlich gestört werden.

Mit einem anderen Detail werden die Leser des Aktionsplans erst gar nicht belastet: Ausnahmegenehmigungen zum Artenschutz dürfen nach den Buchstaben des Gesetzes nämlich nur dann erteilt werden, wenn der Erhaltungszustand der Art in Wien günstig bleibt.

Was im Fall der Ziesel klarerweise nicht zutrifft. Nach aktuellen Erhebungen des Umweltbundesamtes hat sich der ohnehin schon misserable Erhaltungszustand des Ziesels in Österreich sogar noch weiter verschlechtert. Wenn also die MA 22 vorab grünes Licht für Ausgleichsmaßnahmen bei wenig schützenwerten Ziesel-Vorkommen signalisiert, zeugt dies jedenfalls von beachtlich kreativer Auslegung eines eigentlich klaren Gesetzestextes.

Zur Erinnerung: Selbst die jubelumwobene „sanfte Ziesel-Umlenkung“ beim Heeresspital, die sich als völliger Fehlschlag entpuppte, oder das Einfangen zu wissenschaftlichen Zwecken kamen nicht ohne Ausnahmebescheid aus. Offensiveres Vorgehen bedarf daher sicher eines solchen.

Wien isoliert sich im Ziesel-Schutz

Weniger ideenreich gibt sich die Behörde hingegen bei konkreten Vorhaben zum Schutz der Ziesel. Hier wird mit völlig unverbindlichen Formulierungen die bisherige zahnlose Praxis in Beton gegossen und nirgendwo angeeckt. Offenbar hat die Vermeidung von Konflikten mit anderen Ressorts der Stadtverwaltung und der Bauwirtschaft oberste Priorität.

Bereits 2013 hat die Europäische Kommission, die mittlerweile der Wiener Behörde rund um die eigenartigen Vorgänge beim Heeresspital genau auf die Finger sieht, einen mustergültigen europäischen Zieselaktionsplan initiiert.

Wien kocht aber auf Kosten der Steuerzahler lieber seine eigene Suppe. Das ist kaum verwunderlich, denn während die Kommission die Stabilisierung aller Ziesel-Vorkommen zum obersten Ziel erklärt, will die selbsternannte Hauptstadt des Tierschutzes fortan Begehrlichkeiten im Weg stehende Lebensräume verschwinden lassen.

Informationsoffensive der IGL-Marchfeldkanal startet

Vor diesem Hintergrund braucht es dringend Positivmaßnahmen um die besondere Bedeutung und die beindruckende Vielfalt des ökologischen Paradieses beim Heeresspital im Norden Wiens am Marchfeldkanal einer breiten Öffentlichkeit vor Augen zu führen.

Die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal startet daher eine breit angelegte Informationsoffensive. Unser erstes Angebot richtet sich in Form von fachkundigen Führungen an Wiener Schulen.

Nähere Informationen zu den Führungen finden sich hier

Details zu allen weiteren Veranstaltungen gibt es schon in Kürze!

Naturschutzgebiet statt Ziesel-Deals im Hinterzimmer

Angesichts der zwei Millionen Quadratmeter Bauland, die sich im Eigentum der Stadt Wien befinden, gibt es keinen vernünftigen Grund beim Heeresspital noch mehr Zeit und Geld an einem Standort zu verschwenden, wo auch in Zukunft nicht gebaut werden kann und darf. Durch einen simplen Grundstückstausch könnte die Stadt Wien Fehler der Vergangenheit korrigieren, involvierte Bau- und Finanzkonzerne von ihrer Misere erlösen und die drohende juristische Auseinandersetzung mit der EU-Kommission abwenden.

Naturschutz ist keinesfalls verhandelbar. Daher erteilt die IGL-Marchfeldkanal Mauscheleien in Nobellokalen, gemeinsamer Sache mit PR-Agenturen und ungustiösen Deals mit der Bauwirtwirtschaft kategorisch eine Absage.

Vielmehr werden wir gemeinsam mit unseren Unterstützern weiterhin kompromisslos für ein Naturschutzgebiet beim Heeresspital und die lückenlose Einhaltung der Naturschutzgesetze kämpfen!

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Paukenschlag in der Ziesel-Causa: Am 3.9.2014 wurden die Bauträger am Bezirksgericht Floridsdorf wegen Besitzstörung verurteilt (Anm: Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig).

Auf einem Grundstück, das sie als Ausgleichsfläche für die Ziesel-Umsiedlung eingereicht hatten, wurden in ihrem Auftrag sogenannte Initialröhren zum Weglocken der Ziesel von der Projektfläche gebohrt. Zur Nutzung der Liegenschaft liegt jedoch nicht das Einverständnis aller Eigentümer vor.

Das Gericht ordnete an, binnen 14 Tagen den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Dies droht jedoch extrem schwierig werden, denn mittlerweile könnte mindestens eine dieser Röhren von Zieseln bezogen sein. Trifft dies zu, würden Beschädigungen der neuen Ziesel-Baue gegen das Wiener Naturschutzgesetz verstoßen und es wäre eine entsprechende Ausnahmebewilligung zu beantragen.

Offiziell steht nun auch fest, dass die Erfolgschancen der Lenkungsmaßnahmen praktisch Null sind. Denn in einem neuen Bericht an die MA 22 führt Ziesel-Expertin Ilse Hoffmann aus, dass die vollständige Evakuierung der Ziesel von der Projektfläche nördlich des Heerspitals „unmöglich“ erscheint.

Auch bestätigte die Forscherin zuletzt auf Facebook, dass die bestehende Projektfläche besser als Ziesel-Lebensraum geeignet ist als die Ausgleichsflächen. Sie widerspricht damit ihren Auftraggebern, die stets behaupten, sie hätten „geeignetere“ Habitate geschaffen.

Indes berichtet ein leitender Journalist einer führenden österreichischen Tageszeitung auf Twitter , dass es einen „interessanten“ Interventionsversuch zu den Zieseln (Link zum Tweet)  gegeben hat. Stehen derartige Interventionen bei anderen Stellen, die weniger Gegenwehr leisten, an der Tagesordnung? Zur Erinnerung: Aufgrund seiner Beteiligung am Kabelwerk, tritt Wien beim Heeresspital in Doppelfunktion als Bauträger und Naturschutzbehörde auf.

Die einst so penetrant bejubelten Ziesel-Lenkungsmaßnahmen sind also implodiert. Aufgrund der neuen Entwicklungen scheint klar: Weder Ausmaß noch Qualität der Ausgleichsflächen ist adäquat. Trotzdem geht der aussichtslose Eingriff in das geschützte Habitat weiter.

Daher sind die Behörde und die zuständige Stadträtin Ulli Sima gefordert, endlich ihr unerträgliches Schweigen zu brechen und energisch den Schutz jener Tierart durchzusetzen, die in Österreich auf Platz 1 der Roten Liste steht. Wenn schon nicht aus Liebe zum Naturschutz, dann wenigsten zur Schonung der österreichischen Steuerzahler. Denn sollte es zu einer Verurteilung vor dem EuGH kommen, steht Österreichs Steuerzahlern wegen der Ziesel eine saftige Millionenstrafe in Haus.

Ausgleichsflächen-Konstrukt bricht zusammen

ziesel-ausgleichsflaechen-noerdlich-wiener-heeresspital-20120926Aufgrund der festgestellten Besitzstörung, steht die jenseits des Marchfeldkanals gelegene und für die Ziesel-Umsiedlung bedeutsame, als A8 bezeichnete, Ausgleichsfläche (siehe Plan) nun offenbar nicht mehr zur Verfügung. Deswegen ist auch die angrenzende A7 nicht mehr erreichbar, denn dazu müssten die „freiwillig“ abwandernden Tiere genau jene A8 durchqueren.

Freilich ist bislang nicht nachgewiesen, dass jemals ein von der Projektfläche stammendes Ziesel die Brücke über den Marchfeldkanal überquert hätte.

Folgt man den ohnehin wohlwollenden Ausführungen des Amtssachverständigen der Naturschutzbehörde (Quelle: Download), stehen in Summe mit A2 und A3 nunmehr bloß 8.685 m2 an uneingeschränkt geeignetem Ersatzlebensraum zur Verfügung. Die anderen verbliebenen Teilflächen, darunter die Böschungen des Marchfeldkanals, bewertete der behördliche Gutachter lediglich als „bedingt geeignet“.

Zum Vergleich: Das Feld nördlich des Heeresspitals, von wo man die Ziesel vertreiben will, ist rund 74.000 m2 oder mehr als achtmal so groß.

Weiteres spannendes Detail: Im Zuge des behördlichen Bewilligungsverfahrens musste A8 von den Bauträgern nachgereicht werden, weil mit A2 bis A7 insgesamt nicht genug an geeigneter Ersatzsatzfläche zur Verfügung gestanden wäre.

Expertin der Bauträger: Evakuierung der Projektfläche „unmöglich“

In einem brandaktuellen Bericht (Quelle: Download) an die Naturschutzbehörde äußert die von den Bauträgern mit der Ziesel-Umlenkung beauftrage Expertin Dr. Ilse Hoffmann massive Zweifel am Gelingen des Vorhabens:

„Das Missverhältnis zwischen der Anzahl kartierter Baue und markierter Individuen lässt auf eine ausgeprägte Fangscheu der ansässigen Ziesel schließen, die eine vollständige Evakuierung der Projektfläche durch Einfangen und Umsiedeln unmöglich erscheinen lässt.“

Was bislang nur hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen wurde, liegt also erstmals auf Papier vor. Eine der landesweit letzten großen Ziesel-Populationen wird einem möglichen Risiko ausgesetzt, ohne dass reale Chancen auf Erfolg bestehen.

Ilse Hoffmann vs. Bauträger: Projektfläche besser als Ausgleichsflächen

Die mit bloßem Auge erkennbare, gegenüber dem heutigen Ziesel-Lebensraum schlechtere Qualität der Ausgleichsflächen, wird von Ilse Hoffmann auf Facebook ebenso bestätigt:

„Der gemähte Teil der Projektfläche ist derzeit besser als Ziesellebensraum geeignet als die Ausgleichsflächen.“

Die profunde Aussage der anerkannten Forscherin konterkariert damit die Beteuerungen ihrer Auftraggeber. Diese behaupten, man habe „für die Zieselpopulation geeignetere Habitate geschaffen“.

Wie bereits berichtet, wächst die Ziesel-Population nördlich des Heeresspitals unvermindert an, während bis dato kein Nachweis für Abwanderungen von der Projektfläche vorliegt. Ein Umstand, der die enorme Diskrepanz zwischen den Aussagen der Expertin und den Bauträgern zusätzlich untermauert.

Besiedelte Zieselröhre als Fallstrick für Wiederherstellung?

Das Gericht ordnete an, dass auf jenem Grundstück (A8), wo die durch die Bauträger getätigte Besitzstörung festgestellt wurde, binnen 14 Tagen wieder der ursprüngliche Zustand hergestellt werden müsse.

Das könnte in der Realität aber äußerst schwierig werden. Denn bereits im Juli 2014 teilte Ilse Hoffmann im Rahmen ihrer regelmäßigen Berichte der Naturschutzbehörde mit:

„Bei je einer neuen Öffnung auf A7 und A8 handelte es sich um offensichtlich von Zieseln erweiterte Initialröhren.“

(Quelle: Download)

Zweck der im Mai 2014 hergestellten Initialröhren war es, Ziesel zum Anlegen ihrer Baue zu motivieren. Mindestens eines der künstlichen Löcher auf A8 könnte nun tatsächlich von einem Ziesel besiedelt worden sein.

Der Nachweis, dass besagte oder weitere Röhren doch nicht Teil eines Ziesel-Baues sind, könnte sich allerdings schwierig gestalten. Denn zu dieser Jahreszeit haben bereits erste Tiere ihren bis zu acht Monate dauernden Winterschlaf angetreten.

Das Wiener Naturschutzgesetz untersagt für streng geschützte Arten, wie es das Ziesel ist, „jede Beschädigung oder Vernichtung der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten“.

Somit dürfen also nur jene Röhren verschlossen werden, wo mit Sicherheit auszuschließen ist, dass sie Teil einer Fortpflanzungs- oder Ruhestätten sind. In allen anderen Fällen ist das Ansuchen um eine Ausnahmebewilligung nach dem Wiener Naturschutzgesetz unumgänglich.

Naturschutzgebiet für Ziesel jetzt!

Warnende Stimmen bezweifelten das Gelingen der Ziesel-Umlenkung von Anfang an. Nun stehen die „Umweltmusterstadt“ Wien und seine schweigsamen Behörden vor den Trümmern des praktisch gescheiterten Plans.

Obwohl beim Heeresspital ein dichtes Ziesel-Vorkommen schon vor Ankauf der Projektfläche amtsbekannt war und die Stadt über zwei Millionen Quadratmeter an Bauland besitzt, soll das absurde Theater weitergehen. In das Vorhaben fließen also weiter massiv Zeit und Geld, die im Wiener Wohnbau wohl anderwärtig besser investiert wären.

Die Europäische Kommission hat im Vorjahr die Wiener Ziesel-Causa aufgegriffen. Für den Fall einer Verurteilung vor dem EuGH, drohen der Republik Österreich und ihren Steuerzahlern eine hohe zweistellige Millionenstrafe und teure Wiederansiedelungsprogramme.

Die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal unterstützt daher die Forderungen des Bezirksparlaments Floridsdorf:

  • Realisierung des Bauprojekts nördlich des Heeresspitals an einem anderen Standort.
  • Festsetzung eines Naturschutzgebietes auf den Grünflächen innerhalb und umliegend des Heeresspitals zum nachhaltigen Schutz der Ziesel.

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Rote Farte für rücksichtslose Lebensraumzerstörung bei der Ziesel-Wanderung, Heeresspital Wien, 15. Juni 2014

Das Ziesel-Vorkommen nördlich des Wiener Heeresspitals, das einem profitablen Bauprojekt weichen soll, ist erneut deutlich angewachsen. Erstmals ist nun auch klipp und klar nachgewiesen, dass die herbeigeredete Abwanderung nicht stattfindet. Die streng geschützten Tiere wandern lieber in die Projektfläche hinein.

Freilich sind diese, an sich erfreulichen, Fakten nicht aufopfernden Pflegemaßnahmen der Bauträger zu verdanken. Und schon gar nicht den zuständigen Behörden. Denn seit heuer wird rund die Hälfte des Areals vorsätzlich nicht mehr gemäht, wodurch für die Ziesel ein Anreiz zum Abwandern gesetzt werden sollte.

Obwohl die Projektbetreiber kraft eines gültigen Bescheids zur regelmäßigen Mahd des Lebensraums verpflichtet wären, werden die Wiener Behörden nicht aktiv. Es scheint als praktiziere man, vielleicht aus Rücksicht auf höhere Interessen, lieber Artenschutz-Mikado, dessen Motto da laute könnte: „Wer sich bewegt, hat verloren.“

Zuletzt haben im Juni rund 400 besorgte Bürger und zahlreiche lokale Politiker gegen die drohende teilweise Lebensraumzerstörung einer der letzten großen Ziesel-Vorkommen Österreichs protestiert und den Verantwortlichen energisch die rote Karte gezeigt. Die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal dankt sehr herzlich für die zahlreiche Teilnahme!

Für besonderes Aufsehen sorgte die Ansprache des Gemeinderats und Umweltsprecher der Wiener Grünen, Rüdiger Maresch. Er kündigte an, die Einrichtung eines Naturdenkmals beim Heeresspital zum Schutz der Ziesel sei Thema in Verhandlungen für eine Fortsetzung der Rot/Grünen-Koalition nach der nächsten Wiener Wahl (Link zum Video).

Aber schon jetzt müssen seiner Botschaft dringend Taten folgen! Denn sollte der Wiener Ziesel-Skandal nicht bald ein für die Tiere glückliches Ende finden, droht den österreichischen Steuerzahlern enormes Ungemach. Eine Verurteilung durch den EuGH hätte eine hohe Millionenstrafe und sündteure Wiederansiedelungs-Programme zur Folge. Anders als in der Hypo-Causa, stünden die Verantwortlichen auch ohne Untersuchungsausschuss schon jetzt fest.

Massiver Absiedlungs-Flop nun Schwarz auf Weiß !

Bericht der ökologischen Baufsicht vom Juli 2014 an die MA 22Noch kann die Ziesel-Population beim Heeresspital, entgegen der intensiven Bemühungen der Bauträger und ihrer Auftragsexperten, der Umlenkungsmaschinerie trotzen. In einem aktuellen Bericht an die Naturschutzbehörde musste man das erneute Anwachsen des Vorkommens eingestehen:

„Im Vergleich zum Maximalbestand 2013 (Quartalsbericht Jänner 2014: Tab. 1) entspricht dies einem Populationswachstum von insgesamt 6%.“

Ausgewertete Bewegungsdaten von Fang und Wiederfang markierter Zieseln zeigen ebenso ein eindeutiges Bild. Die Tiere wandern weiterhin in die Projektfläche hinein, während umgekehrt kein Nachweis für die Abwanderung auch nur eines einzigen Ziesels existiert.

„Dies weist auf Ortstreue und Langlebigkeit vor allem der männlichen Ziesel auf der Projektfläche hin. Was die in sechs Fällen nach Westen (Anm: in das Bauland) tendierende Verlagerung der individuellen Fangorte betrifft  …“

Download des Berichts der Bauträger vom Juli 2014 an die MA 22

Notwendige Fanggenehmigung im Juni 2104 abgelaufen !

Das absurde Theater am Marchfeldkanal ist zudem um eine Facette reicher. Den Bauträgern ist das Fangen und Markieren von Zieseln nicht mehr möglich, denn die dafür notwendige behördliche Erlaubnis war nur bis zum 30. Juni 2014 erteilt.

Um überhaupt Lenkungsmaßnahmen beginnen zu können, bedarf es der nachgewiesenen Akzeptanz der Ausgleichsflächen durch die Ziesel. Dazu müssten dort aber vom Feld nördlich des Heeresspitals stammende Tiere wiedergefangen werden – was nun mangels Genehmigung grob gegen das Wiener Naturschutzgesetz verstoßen würde.

Fortan muss also die Expertin der Uni Wien, Dr. Ilse Hoffmann, Wanderungen der Ziesel mit anderen Methoden belegen. Ob sie dabei auch auf Befragungen von Tieren mittels Imitierung ihrer Pfeiflaute zurückgreift, ist vorerst nicht bestätigt.

„Teilweise Bescheid-Konsumation“ als zweifelhafte Rechtfertigung

Ebenso eigenartig erscheint die auf der Facebook-Seite „Rettet die Ziesel“ gegebene Rechtfertigung der Forscherin, warum die Mahd auf der halben Projektfläche unterbleibt. Dies gehe für ihre Auftraggeber in Ordnung, da man den Bescheid der Naturschutzbehörde nur teilweise konsumiere.

 Ilse Hoffmann auf Facebook am 25-Juli-2014

Warum es allerdings in einem funktionierenden Rechtsstaat möglich sein sollte, aus einem behördlichen Bescheid zwar sämtliche erteilten Rechte zu konsumieren, ohne dabei alle auferlegten Pflichten zu erfüllen, lässt Frau Hoffmann vielsagend offen:

 Ilse Hoffmann auf Facebook am 25-Juli-2014

Zur Erinnerung: Die Naturschutzbehörde gab die Umlenkung der Ziesel nur unter der Auflage frei, dass diese gemäß den eingereichten Unterlagen durchgeführt wird. Die Einreichung sah jedoch vor, erst dann die Mahd einzustellen, wenn die Akzeptanz der Ausgleichflächen durch die Ziesel nachgewiesen ist. Bekanntlich existiert dafür bis dato kein Beleg.

Zaudernde Umweltanwaltschaft sieht keine rechtliche Handhabe

Brief der WUA Umweltanwaltschaft 2014-05-26 an den Floridsdorfer BezirksvorsteherTrotz Aufforderungen vom Floridsdorfer Bezirksparlament und von Bürgern verharren MA22 und Wiener Umweltanwaltschaft in selbst auferlegter Tatenlosigkeit.

In einem Brief an den Floridsdorfer Bezirksvorsteher führt die Wiener Umweltanwältin aus, „keine ausreichende Grundlage“ zur Durchsetzung der zieselgerechten Pflege des Feldes nördlich des Heeresspitals zu sehen.

Anders als ihr Name vermuten lässt, geht die Umweltanwaltschaft Naturschutz-Konflikten offenbar lieber aus dem Weg. Das Schreiben der Wiener Umweltanwaltschaft steht hier zum Download.

Dabei wäre für die zaudernde Behörde gewichtige Rückdeckung gegeben. Denn wiederum auf Facebook hält Ilse Hoffmann nämlich fest:

„aus Sicht der Ziesel wäre eine zieselgerechte Pflege naturgemäß wünschenswert“

Wiener Grüne: Naturdenkmal für Ziesel ist Thema in Koalitionsverhandlungen

Schon mit Bekanntwerden der gefährdeten Ziesel-Population beim Heeresspital hat sich die Mehrheit der Wiener und der lokalen Floridsdorfer politischen Kräfte für den Schutz der Tiere stark gemacht. FPÖ, ÖVP und Junge ÖVP, NEOS sowie das Floridsdorfer WIFF unterstützen mit zahlreichen Initiativen

Ebenso traten die Floridsdorfer Grünen von Beginn an energisch für den vollständigen Erhalt des bedrohten Ziesel-Lebensraums ein.

Nun hat sich auch erstmals der Umweltsprecher der Wiener Grünen, Gemeinderat Rüdiger Maresch, mit deutlichen Worten positioniert. Anlässlich der Zieselwanderung im Juni 2014 erklärte er vor fast 400 Teilnehmern:

„Bei den nächsten Koalitionsverhandlungen, so die SPÖ mit uns wieder koalieren möchte im Jahr 2015, werden wir diese Geschichte so erledigen, dass hier nie wieder gebaut wird, sondern ein Naturdenkmal kommt. Das ist und muss unser Ziel sein.“

Die Rede von Rüdiger Maresch kann unter folgendem Link nachgelesen werden: Download Transskript

Jetzt Zieselschutz statt immenser Millionenstrafe !

Keine heimische Tierart ist so massiv vom Aussterben bedroht wie das Ziesel. Wie der Naturschutzbund gegenüber dem „Kurier“ betont, befindet sich die einzig wirklich stabile Population Österreichs im Raum Krems.

Beim Wiener Heeresspital geht es, entgegen beharrlich lancierter PR-Märchen, um weit mehr als um eine Handvoll Ziesel. Vielmehr ist das Vorkommen, dass schon vor den im Rahmen des Bauprojekts getätigten Investitionen und Planungen amtsbekannt war, mit in Summe fast 1.000 Tieren eines der letzten nationalen Großvorkommen.

Eine Verurteilung der Republik Österreich durch den EuGH wegen groben Zuwiderhandelns gegen europäisches Naturschutzrecht steht im Raum.

Dem unschuldigen Steuerzahler käme das Debakel teuer zu stehen. Ein hoher zweistelliger Millionenbetrag und kostspielige Wiederansiedlungsprogramme drohen.

Petition zum Schutz der Ziesel beim Heeresspital WienDaher fordert die Bürgerinitaitive IGL-Marchfeldkanal, so wie das Bezirksparlament Floridsdorf und viele Bürgerinnen und Bürger, die Realisierung des Bauprojekts an einem anderen Standort und die Festsetzung eines Naturschutzgebietes auf den Grünflächen in und umliegend des Wiener Heeresspitals.

Wenn Sie Ihren Hauptwohnsitz in Wien haben, unterstützen auch Sie bitte unsere Petition nach dem Wiener Petitionsgesetz!

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Ziesel-Verbreitung nördlich Wiener Heeresspital - Stand Oktober 2013

Das Ziesel-Vorkommen nördlich des Wiener Heeresspitals ist deutlich angewachsen. Sowohl gemessen an Anzahl der Baue, als auch an beanspruchter Fläche. Nahezu das gesamte Feld, auf dem die Stadt Wien ein riesiges Bauprojekt durchpeitschen will, ist mittlerweile von den streng geschützten Tieren besiedelt.

Diese harten Fakten gehen schwarz auf weiß aus dem offiziellen Bericht hervor, der kürzlich der Wiener Naturschutzbehörde von den Bauträgern vorgelegt wurde. Zuvor penetrant lancierte Gerüchte, wonach die Ziesel-Absiedlung ein „Riesen-Erfolg“ wäre, sind damit als solche enttarnt. In Wahrheit ist das hochgejubelte Konzept einer „freiwilligen Abwanderung“ aus dem Projektgebiet ein völliger Fehlschlag.

Getarnt als „Bewirtschaftung“ sollen nun tonnenschwere Baumaschinen auffahren, um in der verbliebenen unbesiedelten Randzone den Oberboden abzutragen und dann zu planieren. Dabei will man nahe an bekannte Baue, worin wehrlose Ziesel bereits ihren Winterschlaf halten, herangehen. Zugleich wird riskiert, dass bislang unentdeckte Ziesel-Baue Schaden nehmen können. Denn zu dieser Jahreszeit kann selbst die involvierte Expertin nach eigenen Angaben nicht mit absoluter Sicherheit Mauslöcher von Ziesel-Bauen unterscheiden.

Offensichtlich wollte man vor Anrollen der Bagger durch gezielte Desinformation das Feld in den Köpfen der Menschen bildlich räumen. Die subtile PR-Offensive ist gescheitert und die Glaubwürdigkeit der handelnden Personen nachhaltig im Keller.

Zuletzt hat die EU-Kommission nach genauer Prüfung die massive Kritik der Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal aufgegriffen und verlangt nun von der Republik Österreich eine Stellungnahme zu den Vorgängen beim Heeresspital. Vor diesem ohnehin schon ernsten Hintergrund ist das unbeirrte Festhalten an der Zerstörung des wertvollen Lebensraums in hohem Maße unverantwortlich. Am Ende droht der Republik und damit den Steuerzahlern eine hohe Geldstrafe wegen eklatanter Missachtung des Gemeinschaftsrechts.

Inzwischen formiert sich auf Facebook ziviler Ungehorsam gegen die beabsichtigten Erdbewegungen am Rand des Ziesel-Habitats. Stehen einander dort bald engagierte Bürger und tonnenschwere Bagger gegenüber?

Ein Bild des totalen Scheiterns

Die Karte (oben) zeigt die Ziesel-Verbreitung nördlich des Wiener Heeresspitals mit Stand Anfang Oktober 2013:

  • Jeder schwarzer Punkt entspricht einem verifizierten Ziesel-Bau.
  • Grün umrandet: Ausbreitung des Ziesel-Vorkommens nördlich des Heeresspitals mit Stand Oktober 2013.
  • Blau umrandet: Zum Vergleich die deutlich kleinere Ausdehnung des Ziesel-Vorkommens im Jahr 2012, also gut ein Jahr vor Beginn der Lenkungsmaßnahmen.
  • Violett schraffiert: Ziesel-Großpopulation innerhalb des Heeresspitals und südlich davon. Da nur durch einen Maschendrahtzaun getrennt, ist von einer intakten Verbindung zwischen den Teilpopulationen innerhalb und außerhalb des Heeresspitals auszugehen. Somit können Ziesel ungehindert vom Areal des Heeresspitals ins Umland auswandern.
  • Der einzelne Bau X1 befindet sich nicht auf einer Ausgleichsfläche.
  • Der einzelne Bau X2 liegt auf der Marchfeldkanal-Böschung. Die Tatsache, dass sich bloß ein Ziesel auf die einzige, unmittelbar angrenzende Ausgleichsfläche A4 verirrt hat, zeigt deutlich, wie wenig die Böschung tatsächlich als Ersatzlebensraum geeignet ist.
  • Der Bau X3 liegt einsam auf Ausgleichsfläche A2. Das Tier kann es sowohl aus dem Heeresspital, als auch von der nördlich gelegenen Projektfläche dorthin verschlagen haben.
  • Auf Fläche A3 befinden sich mehrere Ziesel-Baue (X4). Allerdings waren dort schon im Vorjahr mindestens ebenso viele Baue zu finden, wie eine Foto-Dokumentation vom April 2012 belegt.
  • X5 und X6 sind wiederum Einzelbaue, wo aufgrund der Nähe zum Großvorkommen am Heeresspital und südlich davon, kaum von einer Zuwanderung von der deutlich weiter entfernten Projektfläche auszugehen ist.

Bemerkenswert: Auf die jenseits des Marchfeldanal gelegenen Ausgleichsflächen, die für die Ziesel nur über eine schmale Brücke erreichbar sind, ist kein einziges Tier abgewandert.

Ziesel-Population hat um 12,6 Prozent zugelegt!

Stellt man die Daten aus dem Quartalsbericht von Oktober 2013 jenen aus dem Oktober 2012 gegenüber, so zeigt sich im Vergleichszeitraum eine Zunahme von 182 auf 205 auf verifizierte Ziesel-Bausysteme, was einem Anwachsen um 12,6 Prozent entspricht.

Hinweise auf bis zu 19 Ziesel- oder Feldhamsterbaue auf den Ausgleichsflächen will man gefunden haben. Zugleich müssen die Autoren jedoch eingestehen, dass ein großer Teil davon von Mäusen stammen könnte, da deren Löcher „im zweiten Halbjahr oberflächlich nicht eindeutig von Zieselbauen unterscheidbar sind“.

Wie weiter oben ausgeführt, dürften gerademal drei Tiere tatsächlich umgezogen sein. Die angestrebte Abwanderung von 50 Prozent, die mehr als 100 verifizierten Bauen auf Ausgleichsflächen entsprechen würde, wurde unübersehbar meilenweit verfehlt.

Außergewöhnliche Ziesel mit einzigartiger Fellfärbung

Ziesel mit ungewöhnlichem Farbschlag nördlich des Wiener Heeresspitals. Foto: Ilse Hoffmann, Uni Wien
Ziesel mit ungewöhnlichem Farbschlag nördlich des Heeresspitals. Foto: Ilse Hoffmann

Die Vermutung, dass die Zieseln beim Heeresspital einer bis dato unbekannten Unterart angehören könnten, ist noch immer aufrecht. Auch heuer wurden wieder Tiere gesichtet bzw. gefangen, deren Fell einen außergewöhnlichen Farbschlag aufweist, der nur bei dieser Population dokumentiert ist.

Baumaschinen im Anmarsch!

'Bewirtschaftung' der Zieselflächen nördlich des Wiener Heeresspitals. Stand Oktober 2013

Der Bericht der Bauträger an die Naturschutzbehörde MA22 führt das beabsichtigte Abtragen des Erdreichs in Randzonen detailliert aus. Durch euphemistische Titulierung als „Bewirtschaftung“, soll vermutlich die Tatsache ausgenutzt werden, dass die Behörde den Bauträgern für Bodenbearbeitungen am Ziesel-Feld freie Hand lässt, sofern diese nicht über eine Tiefe von 30 Zentimetern hinausgehen.

Details zu den Erdarbeiten

Versucht man auf diese Weise den MA22-Bescheid auszutricksen, wonach mit Bautätigkeiten auf den fünf Bauplätzen jeweils erst dann begonnen werden darf, wenn sich auf diesen nachweislich keine geschützten Tiere befinden?

Auch Zauneidechsen in Gefahr!

Zauneidechse am Feld noerdlich Wiener Heeresspital August 2013
Zauneidechse in Zone 1 am Feld nördlich des Heeresspitals im August 2013

Zum aktuellen Zeitpunkt ist jedenfalls jeder Bauplatz von Zieseln besetzt. Dazu kommen rund 15 andere geschützte Arten, darunter die europaweit streng geschützte Zauneidechse, deren häufiges Vorkommen am Projektfeld amtskundig ist. Tötung von Zauneidechsen-Individuen, die sich bereits  in Winterstarre befinden, sowie Beschädigung oder Zerstörung ihrer Ruhestätten würde zweifelsfrei einen Verstoß gegen die Naturschutzgesetze bedeuten.

Brüssel richtet Augen auf Floridsdorf

Heeresspital-Ziesel: EU-Kommission fordert Stellungnahme von WienInzwischen ist der Umgang der Stadt Wien mit der Ziesel-Population beim Heeresspital bis zu den obersten Naturschützern in Brüssel eskaliert. Am Ende droht der Republik Österreich und damit den Steuerzahlern eine saftige Geldstrafe wegen grober Verstöße gegen fundamentale Prinzipien europäischen Umweltrechts.

Wenn die Behörde jetzt zur Schaffung von vollendeten Tatsachen das Auffahren der Baumaschinen zulässt, nimmt sie eine zusätzliche Verschärfung der dramatischen Situation in Kauf. Wie will sie der Kommission erklären, dass in Wien die vorgenommenen „Bewirtschaftungen“, deren konkreter Nutzen nicht erkennbar ist, über das zweifelsfrei gegebene Schutzbedürfnis der europaweit unter Druck stehenden Ziesel gestellt wurde?

Naturschützer mobilisieren auf Facebook

Indes wollen viele engagierte Bürgerinnen und Bürgern die drohende, teilweise Zerstörung des wertvollen Lebensraums und die damit einhergehende mögliche Gefährdung streng geschützter Ziesel und anderer Arten nicht mehr schweigend hinnehmen. Die Behörde haben sich an die Buchstaben der Naturschutzgesetze zu halten, statt diese im Anlassfall kreativ auszulegen.

Geleitet von Berthold Brechts berühmten Worten, organisieren Natur – und Tierschützer in der Facebook-Gruppe „Rettet die Ziesel“ Protestaktionen gegen das Diktat der Bagger:

„Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!“

Quellen zu diesem Artikel

Quartals-Bericht ökologische Aufsicht 09.10.2013

Ausbreitungsareal Ziesel nördlich Heeresspital Stand 02.10.2013

Maßnahmen Bewirtschaftung 2013 nördlich Heeresspital Stand 07.10.2013

Quartals-Bericht ökologische Aufsicht 18.10.2012

Ausbreitungsareal (Ziesel- + potentielle Hamsterbaue) im Juni 2012

Foto-Dokumentation Ziesel-Baue auf Ausgleichsfläche A3 im April 2012

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Heeresspital-Ziesel: EU-Kommission fordert Stellungnahme von Wien

Erfolg für die IGL-Marchfeldkanal !

Die EU hat eine von der Bürgerinitiative eingebrachte Beschwerde zu den fragwürdigen Vorgängen rund um die Stammersdorfer Ziesel akzeptiert.

Nach eingehender Prüfung der umfassenden Unterlagen, konfrontiert die EU-Kommission nun die Republik Österreich mit unseren Vorwürfen. Innerhalb von zehn Wochen muss Österreich dazu gegenüber Brüssel Stellung beziehen.

Können die schwerwiegenden Vorwürfe nicht ausräumt werden, droht ein Mahnschreiben von den obersten europäischen Naturschützern und in weiterer Folge ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof. Eine Verurteilung käme die österreichischen Steuerzahler teuer.

Indes ist das Ziesel-Vorkommen nördlich des Heeresspitals signifikant angewachsen. Anstatt freiwillig abzuwandern, haben sich die Tiere nahezu am gesamten Areal ausgebreitet! Eine gestreute „Success-Story“, wonach Ziesel bereits übersiedelt wären, entpuppt sich hingegen als PR-„Ente“.

Doch für Jubel bleibt keine Zeit, denn es ist die bange Frage zu stellen:

Fahren beim Heeresspital nun bald die Bagger auf, um möglichst rasch vollendete Tatsachen zu schaffen?

Umfassende Beschwerde im Juli 2013 eingebracht

Unter Beiziehung unabhängiger, in Fragen des europäischen Umweltrechts anerkannter Experten, hat sich die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal im Juli 2013 mit einer detaillierten Beschwerde an die europäische Kommission gewandt.

Das von uns beauftragte Gutachten kommt zum Schluss, dass das geplante Projekt in zahlreichen Punkten gegen Artikel 12 der FFH‐Richtlinie verstößt und somit die Wiener Naturschutzbehörde MA 22 die Ausnahmeregelungen des Artikel 16 der FFH‐RL anwenden hätte müssen. Der erteilte Bewilligungsbescheid geht auf diesen Umstand jedoch kaum bzw. fehlerhaft ein und gibt keine Gründe gemäß Art. 16 Abs. 1 der FFH-RL an.

Folgende Punkte bilden den Kern unserer Beschwerde:

  • Wissenschaftlich unerprobtes Konzept einer „freiwilligen Abwanderung“ des Ziesels und des Feldhamsters
  • Ungeeignete Ausgleichsflächen
  • Absichtliche und aktive Vertreibung von Ziesel und Feldhamster
  • Absichtliches Fangen von Tieren
  • Bewilligter Baubeginn ohne gesichertes Funktionieren der neu geschaffenen Ausgleichsflächen
  • Störende Einflüsse des Betriebs des geplanten Vorhabens auf die lokale Population
  • Das Fehlen nachvollziehbarer Angaben auf welche Weise das völlige Verlassen aller Lebensräume geprüft wird

Gemäß Artikel 12 und 16 der FFH-RL wären von der Wiener Behörde vor Erteilung einer Ausnahme alternative Projektstandorte zu prüfen gewesen. Zudem hätte das öffentliche Interesse an der Realisierung des Projekts gegenüber dem hohen Schutzbedürfnis der Ziesel- und Feldhamster-Populationen abgewogen werden müssen.

Beide zur Gewährung von Ausnahmen im europäischen Artenschutz verbindlich anzuwendende Verfahrensschritte wurden jedoch nicht durchgeführt.

Wichtiger Erfolg für Bürgerinitiative

Zur Prüfung der Beschwerde wurden der Kommission der MA 22-Bescheid, all seine Beilagen und sämtliche im Zusammenhang relevanten Dokumente übermittelt. Im Aufgreifen unseres Anliegens durch die zuständige EU-Stelle sehen wir bereits einen ersten wichtigen Erfolg zur Rettung der Ziesel am Marchfeldkanal.

Denn wir sind zutiefst davon überzeugt, dass die Experten in der Kommission jede Beschwerde zunächst eingehend prüfen und nur in wirklich begründeten Fällen tatsächlich weiterverfolgen.

Damit zeigt sich, dass die von uns vorgebrachten, bislang aber stets unwirsch vom Tisch gewischten, Argumente, sehr fundiert sind.

Ziesel haben sich am gesamten Bauland ausgebreitet!

Beobachtungen der IGL-Marchfeldkanal werden nun auch von offizieller Seite bestätigt. Wie die Ziesel-Expertin Ilse Hoffmann in der Facebook-Gruppe „Rettet die Ziesel“ erklärt, hat die Anzahl der am Feld nördlich des Heeresspitals lebenden Ziesel merkbar zugelegt.

Von der Naturschutzbehörde MA 22 war zudem auf Anfrage zu erfahren, dass die Tiere mittlerweile auch in jene Zonen eingewandert sind, die bislang nicht von ihnen besiedelt waren. Nur an kleineren Randstellen des rund sieben Hektar großen Areals sind noch keine Zieselbaue zu finden.

Damit ist nun endgültig klar: Das hochgejubelte Konzept einer „freiwilligen Abwanderung“ auf überwiegend abgelegene und zudem teils ungeeignete Ausgleichsflächen hat sich als eklatanter Fehlschlag erwiesen.

Ziesel-Übersiedlung entpuppt sich als PR-„Ente“

Für Aufregung sorgte ein Medienbericht, dass Ziesel schon umgezogen seien und die Umlenkung der Tiere erfolgreich sein könnte. In einer ersten Reaktion auf Facebook rückte die darin zitierte Ilse Hoffmann, den Artikel zurecht:

„Fotos und Zitat wurden von mir freigegeben, allerdings hatte ich keine Gelegenheit, den Artikel gegenzulesen. Wen die Fakten interessieren: Bitte unter Berufung auf das Umweltinformationsgesetz den aktuellen Quartalsbericht von der MA22 anfordern. Im übrigen: 11 Baue sind grade mal 5 % des derzeitigen Bestands auf der Projektfläche…“

Ziesel-Bau oestlich des Wiener Heeresspitals im April 2012In Wahrheit ist davon auszugehen, dass die Mehrzahl der mutmaßlichen Wander- Ziesel gar nicht auf die Ersatzflächen zugewandert ist, sondern dort ihren angestammten Lebensraum hat. Insbesondere jene auf der östlich am Heeresspital angrenzenden Ausgleichsfläche A3.

Denn schon im April 2012, also ein Jahr vor Beginn der Lenkungsmaßnahmen, waren auf A3 um die 10 Ziesel-Baue zu finden. Auch heuer waren dort vergleichbar viele Baue präsent. In diesem Licht reduziert sich somit die ohnehin schon geringe Zahl von 11 mutmaßlichen Wander-Zieseln, nochmals auf einen Bruchteil.

Fotos von Ende April 2012 dokumentieren, die bereits damals auf A3 vorgefundenen Ziesel-Baue:

Fotos und Miniclips

Droht nun die totale Eskalation?

Monsterschild am Marchfeldkanal zur Zieselumlenkung AIn Brüssel befasst sich die EU-Kommission mit dem fragwürdigen Bescheid der Naturschutzbehörde, am Bauland haben sich die Ziesel – statt Abzuwandern – nahezu flächendeckend ausgebreitet. Jeder der fünf Bauplätze ist von Zieseln oder Feldhamstern besetzt.

Angesichts dieser für die Projektbetreiber ausweglosen Situation ist zu befürchten, dass beim Heeresspital in Kürze die Baumaschinen auffahren werden. Denn schon seit Wochen verkündet dort eine anonyme Monstertafel ab Herbst 2013 „erste Projektumsetzungsschritte auf zieselfreien Flächen“.

Laut telefonischer Auskunft des beauftragten Bauunternehmens, soll in Randbereichen des Ziesel-Felds die Humusschicht abgetragen und anschließend geschottert werden.

Jener am Schild dargestellter Abschnitt, wo „umgesetzt“ werden soll, ist von Zieseln und potentiell von weiteren, der amtsbekannten geschützten Arten besiedelt. Doch jetzt wo die Tiere die Baue verschlossen und ihren Winterschlaf begonnen haben, sind die Baueingänge nicht mehr sichtbar. Niemand kann mit Sicherheit sagen, wo genau wehrlose Ziesel unter der Erde schlafen. Strafen für kleine „Hoppalas“ könnten die Verantwortlichen aus Portokassa begleichen.

Vermutlich will man die „ersten Projektumsetzungsschritte“ als landwirtschaftliche Tätigkeit deklarieren, denn der MA22-Bescheid verbietet strikt jede Aufnahme von Bauarbeiten, wenn sich am betroffenen Bauplatz noch geschützte Tiere und in einem Umkreis von 50 Metern Zieselbaue befinden. Allerdings lässt die Behörde den Bauträgern weitgehend freie Hand für landwirtschaftliche Aktivitäten im Ziesel-Lebensraum.

Fragen Sie sich also:

Wo werde ich sein, wenn die Bagger kommen?

Ziesel-Schutz kostet Geld – Bitte helfen Sie!

Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere Aktivitäten zum Schutz der Ziesel am Marchfeld.

Die Daten unseres Spendenkontos, das dankenswerterweise vom Wiener Tierschutzverein zur Verfügung gestellt wird, lauten:

Wiener Tierschutzverein
IBAN: AT68 6000 0000 9212 3610
Verwendungszweck: Ziesel-Schutz

Wir danken für Ihre Unterstützung!

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