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Archive for the ‘Stammersdorf’ Category

Monsterschild am Marchfeldkanal visualisiert Zieselumlenkung beim Heeresspital

Kein einziges Ziesel ist bislang vom Feld nördlich des Heeresspitals abgewandert. Trotzdem könnten die wehrlosen Tiere schon bald tonnenschweren Baggern gegenüberstehen!

Denn von Flächen, die nach Meinung der Bauträger derzeit nicht von Zieseln besiedelt sind, soll – laut Auskunft des beauftragten Baukonzerns – schon demnächst die Humusschicht abgetragen werden. Durch anschließendes Planieren will man eine Wiederansiedlung der ungeliebten Nager verhindern.

Der Startschuss für die Bauarbeiten fällt wohl nicht zufällig mit dem gerade in Gang befindlichen Bauträgerwettbewerb zusammen. Schließlich gilt es doch Käufer für drei der insgesamt sechs Bauplätze zu finden. Zweifel am Erfolg der Ziesel-Lenkungsmaßnahmen sollen bei den potentiellen Großinvestoren erst gar nicht aufkommen.

Die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal stellt den zugrundeliegenden naturschutzrechtlichen Bescheid nun online und zeigt einige seiner augenscheinlichsten Defizite und Ungereimtheiten auf.

Wir werden wir uns jedenfalls mit Nachdruck dafür einsetzen, dass zumindest dieses absolute Minimum an Restnaturschutz auf Punkt und Beistrich eingehalten wird. Zugleich prüfen wir derzeit intensiv Optionen um gegen den Bescheid juristisch vorzugehen.

Schrittweise Verbauung als potentielle Vertreibungsmaßnahme

>> Der MA 22-Bescheid – Zum Downloaden hier klicken <<

Download MA 22 – 593/2012, Wien 21, Flächen nördlich des Heeresspitals, Bewilligung nach dem Wiener NaturschutzgesetzDer signifikanteste Punkt des von der Wiener Naturschutzbehörde MA 22 erlassenen Faserschmeichler-Bescheids sticht sofort ins Auge: Auf jedem der sechs Bauplätze darf, sofern sie nachweislich frei von geschützten Arten sind, umgehend mit Bautätigkeiten begonnen werden.

Bauplatz für Bauplatz kann das Feld von Westen her aufgerollt und so Schritt für Schritt das Gesamtprojekt realisiert werden. Denn es ist unschwer absehbar, dass auf Nachbarbauplätzen verbliebene Tiere, aufgrund der heftigen Auswirkungen der Bautätigkeit (Bodenvibrationen, Lärm und Schmutz), in Panik die Flucht ergreifen und letztlich das gesamte Feld räumen werden.

Die Effektivität dieses Vorgehens hat sich bereits in der Vergangenheit gezeigt. Als ab etwa 2005 in näherer Umgebung Wohnbauten errichtet wurden, kam es in der Folge zu einem sprunghaften Anstieg der Ziesel-Population innerhalb des Heeresspital-Areals.

Weitere wesentliche Vorteile liegen auf der Hand. Der kolportierte Zeitplan kann mit Hinblick auf das nahende Wahljahr 2015 durchgepeitscht werden. Ohne sich beim Pflügen der Projektfläche das öffentliche Image anzupatzen, kann zudem die „freiwillige“ Abwanderung aller Ziesel medial als beispielloser Erfolg gefeiert werden.

Anonyme Monstertafel verkündet „erste Projektumsetzungsschritte“

Anonymes Monsterschild am Marchfeldkanal visualisiert Zieselumlenkung beim HeeresspitalEin kürzlich am Marchfeldkanal aufgestelltes Super-Size-Board, verkündet die bevorstehenden Planierungsarbeiten euphemistisch als „erste Projektumsetzungsschritte“.

Viele der angeführten Fakten sind zweifelhaft oder gar objektiv falsch. Einzig spannend ist die abgebildete Grafik. Sie veranschaulicht gleichermaßen die vordergründig kommunizierte Lenkung der Ziesel auf weit verstreute Ausgleichsflächen, als auch die drohende schrittweise Verbauung des Areals vom Westen her.

Farbenfrohe Logos oder sonstige Hinweise auf die Verantwortlichen sucht man auf dem eigentümlichen Monument freilich vergebens. Selbst die Naturschutzbehörde wird abstrakt als „zuständige Stelle“ umschrieben. Das ursprünglich angebrachte Taferl mit dem Namen der involvierten Baufirma und der von ihr gesponserten Festspiele wurde wieder abmontiert.

Wer will schon gerne mit Offensivmaßnahmen in Verbindung gebracht werden, die sich in einem der letzten großen Habitate jener Tierart zutragen, die in Österreich auf Platz 1 der Roten Liste steht?

Klares gesetzliches „NUR DANN“ ist für Behörde kein Hindernis

Was den Ziesel-Schutz betrifft, befindet sich die weisungsfreie MA 22 seit mehreren Jahren in einer veritablen Formkrise. Schon 2009 im Widmungsverfahren war der Behörde in ihrer Stellungnahme das amtsbekannte Ziesel-Vorkommen am Areal des Heeresspitals keine Erwähnung wert. Der Positivbescheid zur Absiedlung der Ziesel lässt den Leser wegen vieler Widersprüchlichkeiten, Auslassungen und nicht nachvollziehbaren Schlussfolgerungen abermals staunend zurück.

Auf Seite 5 zitiert die Behörde korrekt die notwendigen naturschutzrechtlichen Voraussetzungen zur Erteilung einer Ausnahmebewilligung im Artenschutz:

„Nach § 11 Abs. 4 Wiener Naturschutzgesetz kann die Bewilligung nach Abs. 2 und 3 nur dann erteilt werden, wenn 1. der Antragsteller glaubhaft macht, dass es keine andere zufriedenstellende Lösung im Sinne des Art. 16 Abs. 1 der Fauna-Flora-Habitat – Richtlinie und Art. 9 Abs. 1 der Vogelschutz-Richtlinie gibt und 2. der Erhaltungszustand der betroffenen Art im Gebiet der Bundeshauptstadt Wien trotz Durchführung der bewilligten Maßnahme günstig ist.“

In der Folge hält sie auf Seite 9 fest, dass der Erhaltungszustand des Ziesels landesweit „nicht günstig“ ist:

„Dem Gutachten ist zu entnehmen, dass der Erhaltungszustand des Ziesels in Österreich und in Wien derzeit als nicht günstig einzustufen ist. Dies wird damit begründet, dass in Österreich ein starker Verbreitungsrückgang mit einer Fragmentierung der Lebensräume zu beobachten ist.“

Dieser klaren gesetzlichen Restriktion zum Trotz, zaubert die Behörde in der Folge das „Wolfsjagd-Urteil“ des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2007 hervor. Demnach seien Eingriffe auch dann zulässig, wenn hinreichend nachgewiesen ist, dass sie den ungünstigen Erhaltungszustand einer Population nicht verschlechtern oder die Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustands nicht behindern kann.

Bezogen auf Wien ist die Verteidigung, wonach das lokale Naturschutzgesetz bloß EU-Recht umsetzt, ohne Relevanz. Einerseits ist das Wiener Naturschutzgesetz auch in anderen, sehr wesentlichen Punkten noch restriktiver als die europäische Fauna-Flora-Habitatsrichtlinie. Andererseits hätte 2012, anlässlich der Novellierung des Wiener Naturschutzgesetzes, die Möglichkeit bestanden, die gesetzlichen Vorgaben (fünf Jahre nach besagtem EU-Urteil) entsprechend aufzuweichen.

Darüber hinaus bleibt die Behörde den hinreichend schlüssigen Nachweis, dass sich der ungünstige Erhaltungszustand der betroffenen Population nicht weiter verschlechtert wird, offenkundig schuldig. Ganz im Gegenteil führt sie aus, dass in Österreich ein starker Verbreitungsrückgang der Ziesel zu beobachten ist, die mit Fragmentierung ihrer Lebensräume einhergeht. Die vorsätzliche Fragmentierung des Habitats (weit verstreute Ersatzflächen) ist jedoch zentrales Element der „Ausgleichslösung“ beim Heeresspital und impliziert per se eine Verschlechterung des Erhaltungszustands der betroffenen Population.

Auswirkungen auf Gesamtpopulation werden ignoriert

Ziesel-Population rund um das Heeresspital. Quelle: Uni Wien, I. Hoffmann, Stand 9/2011Beharrliches Kleinreden der betroffenen Ziesel-Population zieht sich wie roter Faden durch den gesamten Bescheid. Obwohl rund um das Wiener Heeresspital mehr als 800 Ziesel leben (Österreich: nur noch 15.000 bis 30.000), fokussiert sich die MA 22 ausschließlich auf die rund 170 Tiere am Bauland im nördlichen Bereich.

Absehbare Konsequenzen für die übrige Population am Areal des Heeresspitals und südlich davon, werden hingegen von der Behörde völlig ignoriert:

  • Die Wirkungen der Baustelle (Schmutz, Lärm und Bodenvibrationen) werden sicher nicht am Zaun des Heeresspitals halt machen.
  • Das Bauprojekt umfasst die Grundstücke 868/13 und 868/14 (KG 01616) die beide zum Teil am heutigen Areal des Heeresspitals liegen und dieses somit direkt betreffen!
  • Auch fiele die verbliebene Restpopulation nach Absiedlung der nördlichen Ziesel unter die kritische Schwelle von 700 Individuen, die – wie die Behörde im Bescheid selbst festhält – für den dauerhaften Erhalt einer Population notwendig sind:

„Es ist aber eine gewisse Anzahl von Exemplaren (ca. 700), die miteinander in Austausch stehen, für den dauerhaften Erhalt einer Population notwendig.“

Umgekehrt ist davon auszugehen, dass eine versprengte Kolonie von nur 170 Zieseln, verteilt auf weit verstreute Einzelflächen, folglich dem Untergang geweiht ist.

Skurrile Zählmethoden für Akzeptanz der Ausgleichsflächen

Visualisierung der Ziesel-Ausgleichsflaechen beim Wiener HeeresspitalSo wie wenn ein Hund auf die Wurst aufpassen soll, lässt die Behörde den Bauträgern freie Hand bei der Erhebung, ob und in welchem Umfang die Ausgleichsflächen durch die Zieseln angenommen werden. In Wahrheit ist dies ist jedoch ein kritischer Aspekt. Denn erst wenn sich auf der Ausgleichsfläche mindestens die Hälfte der Ziesel selbstständig angesiedelt haben, wie gleichzeitig noch auf dem Bauland ansässig sind, darf mit den Lenkungsmaßnahmen begonnen werden.

Nach Meinung von MA 22 und Wiener Umweltanwaltschaft steht die Akzeptanz der Ersatzflächen bereits dann fest, wenn sich nur EIN EINZIGES Ziesel vom Feld nördlich des Heeresspitals auf eine der Ausgleichsflächen verirrt. Die Herkunft aller übrigen Tiere ist demnach nicht von Belang. Von der Wiener Umweltanwaltschaft, die sich entgegen ihres Namens bei den Heeresspital-Zieseln bisher in größtmöglicher Zurückhaltung geübt hat, heißt es dazu:

„Für den Weiterbestand der Population ist es im gegenständlichen Fall unwesentlich, woher die Ziesel auf den Ausgleichsflächen zuwandern. Die Art des Nachweises der Zuwanderung von Zieseln nördlich des Heeresspitals ist dem Antragsteller überlassen, der Wiederfang eines gechipten Tieres wäre eine Möglichkeit. Ein Nachweis auf A2 wäre ausreichend, wenn sich in den gesamten Ausgleichsflächen mindestens ebenso viele zugewanderte Ziesel angesiedelt haben, wie gleichzeitig noch auf Bauland ansässig sind.“

Ausgleichfläche A3 ist bereits heute von Zieseln besiedelt – die MA 22 hat Kenntnis davon – und grenzt an das Heeresspital-Areal unmittelbar östlich davon an. Mit dem Projektgebiet nördlich des Heeresspitals ist die Fläche jedoch nur über einen schmalen Korridor A2 verbunden (siehe Lageplan). Bei zusätzlicher Attraktivierung von A3 ist klarerweise auch eine vermehrte Besiedlung durch Ziesel, kommend vom Heeresspital-Areal, zu erwarten.

Um mit dem Vertreiben der Ziesel nördlich des Heeresspitals beginnen zu können, reicht es also aus, A3 mit ausreichend vielen Zieseln aus dem Heeresspital zu „befüllen“ und dann auf A2 noch ein einziges Individuum aus dem Projektgebiet anzutreffen! Wie sich betreffendes Ziesel als solches zu erkennen gibt, ist für die Behörden jedenfalls von nachrangiger Bedeutung.

Wiener Naturschutz auf Tauchstation – trotz Alternativen!

Rund 2 Millionen Quadratmeter an Baulandereserve befinden sind im Besitz der Stadt Wien. Für die Errichtung der rund 950 Wohnungen beim Heeresspital muss es also offensichtlich Alternativen an anderen Standorten geben.

Doch anstatt – wie auch vom Bezirksparlament Floridsdorf gefordert – zum Schutz der Ziesel-Population das Bauprojekt zu verlegen, hält die Stadt Wien stur an der hochriskanten Absiedlung der europaweit streng geschützten Tiere fest. Warum eigentlich?

Solange die Bagger noch nicht aufgefahren sind, ist es aber noch nicht zu spät um für den Erhalt der Ziesel-Population und die vielen anderen geschützten Tierarten beim Wiener Heeresspital zu kämpfen.

Nach wie vor besteht für Wienerinnen und Wiener die Möglichkeit, unsere Petition für die Absiedlung des Bauprojekts und ein Naturschutzgebiet rund um das Heeresspital zu unterzeichnen. Bereits 2.500 engagierte Menschen unterstützen unsere Aktion. Bitte unterschreiben auch Sie!

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Ziesel-Wanderung beim Wiener Heeresspital  am 15. Juni 2013, (C) www.ziesel.org

Der 15. Juni 2013 war ein großer Tag für die Ziesel beim Heeresspital. Hochsommerlichen Temperaturen zum Trotz, waren mehr als 250 Personen einer Einladung der IGL-Marchfeldkanal zur Ziesel-Wanderung gefolgt, um den bedrohten Rote-Liste-Tieren einen Besuch abzustatten.

Führung und Ausgleichsflächen ohne „Greenwashing“

Ziesel-Wanderung beim Wiener Heeresspital  am 15. Juni 2013, (C) www.ziesel.org Ziesel-Wanderung beim Wiener Heeresspital  am 15. Juni 2013, (C) www.ziesel.org

Im Rahmen einer ökologischen Führung konnte man sich persönlich ein Bild über den Lebensraum der streng geschützten Ziesel machen. Bei mehreren Stationen entlang des Marchfeldkanals wurde über die Besonderheiten der zur Gattung der Erdhörnchen gehörigen Nager informiert.

Klipp und klar wurden auch die nunmehr zu Gunsten des Großbauprojekts genehmigten Umlenkungsmaßnahmen erläutert und was mit dem im Zusammenhang oft strapazierten Begriff „Freiwilligkeit“ tatsächlich gemeint ist – ohne PR-Schönfärberei.

Der Rundgang führte an einem Teil der genehmigten Ausgleichsflächen vorbei. Diese und noch weitere, zum Teil sehr abgelegene Einzelflächen jenseits des Marchkanals, sollen künftig nach dem Willen der Wiener Behörden das neue Zuhause der Ziesel sein. Über die offensichtlich eingeschränkte Tauglichkeit dieses Fleckerlteppichs, der sogar dicht verwachsene Ufer-Böschungen des Marchfeldkanals umfasst, herrschte Einigkeit.

Ziesel-Babies begrüßten ihre Gäste

Ziesel-Babies nördlich Wiener Heeresspital  (C) Klaus Pahlich, Die Grünen Floridsdorf

Drei Ziesel-Babies am Feld nördlich des Heeresspitals
(C) Klaus Pahlich, Die Grünen Floridsdorf

Viele Besucher waren mit professioneller Fotoausrüstung und Fernglas angerückt. Gegen 17 Uhr wurde ihre Mühe schließlich belohnt. Am Ziesel-Feld zeigten sich gleich mehrere Ziesel, darunter auch – wie oben zu sehen – einige erst wenige Wochen alte Jungtiere. Ebenso waren die für die Ziesel typischen, hohen Pfeiftöne aus allen Richtungen zu vernehmen.

Zauneidechse protestierte gegen Lebensraumszerstörung

Zauneidechse noerdlich Wiener Heeresspital, (C) Ingrid PölczDen Weg der Menschenschlange kreuzte auch eine Zauneidechse und machte so eindringlich auf ihre Existenz und die ihrer Artgenossen aufmerksam. Ebenso wie das Ziesel ist diese Art am gesamten Wiener Stadtgebiet streng geschützt und nördlich des Heeresspitals besonders häufig anzutreffen.

Obwohl auch dem Lebensraum der Zauneidechsen die Vernichtung droht, hält es die Naturschutzbehörde nicht für notwendig, Maßnahmen für den Schutz dieser kleinen Tiere zu ergreifen.

Gemütlicher Abschluss am Buffet

Ziesel-Wanderung beim Wiener Heeresspital  am 15. Juni 2013, (C) www.ziesel.orgZum Ausklang der Veranstaltung konnten sich die Besucher am reichhaltigen Buffet stärken.

Die Auswahl reichte von selbstgemachten Torten bis hin zu veganen Spezialitäten.

Kühle Getränke waren der Renner.

Bis spät in den Abend wurde noch über zahnlosen Wiener Naturschutz, das Schicksal der bedrohten Ziesel und darüber wie es nun mit ihnen und ihrem Lebensraum weitergehen soll, debattiert.

 

Danksagung

Die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal dankt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr herzlich für ihr Kommen und das enorme Interesse! Besonders wichtig ist es uns hervorzuheben, dass sich alle Besucher, aus Rücksicht auf die sensiblen Tiere, an die vorgegebenen Wege gehalten haben.

Madeleine Petrovic bei Ziesel-Wanderung, (C) IGL-MarchfeldkanalViel Beifall erntete die Präsidentin der Wiener Tierschutzvereins, Frau Dr. Madeleine Petrovic, gleich zu Beginn der Veranstaltung. In ihrer Ansprache unterstrich sie die enorme Wichtigkeit des Schutzes von geschützten Wildtieren und ihrer Lebensräume. Gleichzeitig trat sie dafür ein, dass die Bauträger, in deren Besitz sich das von Zieseln besiedelte Feld befindet, durch die Stadt Wien entschädigt werden sollen. Dankenswerterweise unterstützen der Wiener Tierschutzverein und Madeleine Petrovic die Ziesel-Population beim Heeresspital seit ihr Vorkommen erstmals publik wurde.

Besonders herzlich bedanken wir uns bei der Firma Ströck. Sie hat mit ihrer großzügigen Gebäckspende wesentlich zum Gelingen des Buffets beigetragen.

Fotos auf Facebook

Noch mehr Fotos von der Ziesel-Wanderung finden Sie auf Facebook in der Gruppe „Rettet die Ziesel„.

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Beim Naturschutz ist Wien wirklich anders. Leider!

Während die EU-Kommission einen länderübergreifenden Ziesel-Aktionsplan ins Leben ruft, bringt Wien beim Heeresspital Pflug und Fangkäfige in Stellung. Eine wehrlose Reliktkolonie streng geschützter Ziesel soll vertrieben und ihr Lebensraum unwiederbringlich zerstört werden.

Statt auf Artenschutz setzt man in Wien lieber auf Dienste einer PR-Agentur. Denn das vielgepriesene singuläre „Nachbargrundstück“, wohin die Tiere „freiwillig abwandern“ werden, existiert in Wahrheit nicht. Tatsächlich wurde ein Fleckerlteppich an weitläufig verstreuten Einzelflächen und ungeeigneten Marchfeldkanal-Böschungen zusammengekratzt.

Dieser zutiefst respektlose Umgang mit bedrohten Tierarten ist entschieden abzulehnen. Der Intention strenger Naturschutzgesetze zum Trotz, darf ein schützenswertes Habitat nicht sang- und klanglos den Baggern zum Opfer fallen!

Machen Sie sich selbst ein Bild!

Zieselwanderung am Marchfeldkanal beim Heeresspital Wien 2013-06-15Wir laden Sie herzlich ein, sich am 15. Juni 2013 vor Ort persönlich ein Bild von der tatsächlichen Situation zu machen.

Erfahren Sie im Rahmen eines geführten Spaziergangs spannende Details über die Besonderheiten von Fauna und Flora in dem bedrohten Biotop nächst dem Marchfeldkanal und suchen sie gemeinsam mit uns die „wunderbaren“ Ausgleichsflächen.

Neben dem Ziesel haben noch weitere streng geschützte und seltene Arten wie Feldhamster, Zauneidechse, Wechselkröte, Neuntöter oder Nachtreiher dort ein Rückzugsgebiet gefunden. Ein schützenswertes Naturjuwel, wo es vieles zu entdecken gibt, erwartet Sie!

Wir freuen uns sehr, dass die Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins, Frau Dr. Madeleine Petrovic, ihre Teilnahme an dem Rundgang zugesagt hat.

Infos zur Zieselwanderung

Wann: Samstag, 15. Juni 2013, 15:00 Uhr

Wo: Johann-Orth-Platz, 1210 Wien (Ecke Inge-Konradi-Gasse/Weilandgasse)

Dauer: ca. 1,5 Stunden

Anreise: Der Treffpunkt befindet sich nahe der Endstation der Straßenbahnlinie 31. Falls Sie mit dem Auto anreisen, nutzen Sie bitte die Parkmöglichkeiten entlang der Johann-Weber-Straße. Am Johann-Orth-Platz ist das Parkplatzangebot nur gering.

Verpflegung: Vor und nach der Ziesel-Wanderung ist für ihr leibliches Wohl und natürlich auch reichlich Gesprächsstoff gesorgt.

Tipp: Zum Beobachten der Ziesel bitte Fernglass mitnehmen! Aus Rücksicht auf die empfindlichen Tiere werden wir Ihren Lebensraum nicht betreten.

Selbstverständlich findet die Führung bei jedem Wetter statt.

Heftige Kritik an Entscheid der Naturschutzbehörde

Bereits vor den millionenschweren Investitionen war beim Wiener Heeresspital ein dichtes Ziesel-Vorkommen amtsbekannt. Dennoch verwendete man in Planung und Widmung keine einzige Sekunde, um sich mit dem Schicksal der streng geschützten Tiere zu befassen. Es bedurfte eines glücklichen Zufalls und hartnäckiger Tierschützer, um die Nager vor den Baggern zu retten.

Dabei gäbe es für das Bauprojekt am Wiener Stadtrand ausreichend Alternativen. Zwei Millionen Quadratmeter an potentiellem Bauland werden vom Wohnfond Wien verwaltet.

Eine per Mehrheitsbeschluss gefasste Initiative des Floridsdorfer Bezirksparlaments zur Absiedlung des Bauprojekts und der Einrichtung eines Naturschutzgebiets beim Heeresspital, wurde von der zuständigen Stadträtin Ulli Sima abgeschmettert. Sie kann in einem Naturschutzgebiet „keinen Mehrwert“ zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Ziesel erkennen.

Von Seiten der Grünen und der Freiheitlichen kam heftige Kritik an der Genehmigung der Ziesel-Absiedlung durch die Naturschutzbehörde.

Ihre Teilnahme ist entscheidend!

Naturschutz darf nicht nur in aufwändig produzierten Hochglanzbroschüren dahinvegetieren und schon beim erstbesten Konflikt mit einflussreichen Projektwerbern in die Knie gehen. Vielmehr braucht es im Interesse der massiv unter Druck stehenden biologischen Vielfalt energische Konsequenz.

Mit ihrer Teilnahme an der Ziesel-Wanderung zeigen Sie, dass Wiens Bürgerinnen und Bürger von der Stadtregierung eine gänzlich andere Art von Naturschutz erwarten, als dies zurzeit praktiziert wird!

Die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal freut sich auf Ihr Kommen!

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Dubioser Verkaufsschacher um Floridsdorfer "Ziesel-Gründe"?Dubioser Verkaufsschacher um Floridsdorfer Ziesel-Gründe” titelte kürzlich ein aufschlussreicher Artikel in der Kronen Zeitung. Nun sagt Wien zum Artenschutz endgültig Tschüss. Wie befürchtet winkte die Naturschutzbehörde MA 22 die Ziesel-Umlenkung beim Heeresspital durch und markierte damit einen absoluten Tiefpunkt im Umgang mit dem Naturschutz.

Flankiert wurde der Entscheid durch gezieltes Einschalten einer gut vernetzten PR-Agentur. Der Öffentlichkeit servierte man ein wild-romantisches Luftschloss voll idyllischer Ausgleichswiesen und zärtlicher Eingriffe. In der Realität könnte es am Marchfeldkanal allerdings schon bald heftig zur Sache gehen.

Bei einer geführten Wanderung am 15. Juni können Sie sich persönlich ein authentisches Bild vom betroffenen Biotop und den inakzeptablen Ersatzflächen machen. Setzen Sie mit Ihrer Teilnahme ein Zeichen für ehrlichen und konsequenten Naturschutz!

Floridsdorf lehnt „Komplettpaket“ der Stadt Wien ab

Mit Ausgleichsflächen und rechtskräftiger Lizenz zur Vernichtung wertvollen Lebensraums liefert die Stadt Wien ein „Komplettpaket“. Das ist von Floridsdorf allerdings nicht gewünscht. Denn bekanntlich forderte das lokale Bezirksparlament mehrheitlich die Absiedlung des Bauprojekts. Umliegend des Heeresspitals soll nach dem mehrheitlichen Willen der Volksvertreter ein Naturschutzgebiet etabliert werden.

Jetzt liegt es an der Floridsdorfer Politik mit Nachdruck die Umsetzung ihrer Beschlüsse von der Gemeinde Wien einzufordern.

Undurchführbarer Plan neu aufgewärmt

Weit verstreute Ausgleichsflächen für die Heeresspital-ZieselGefeiert als großer Durchbruch, entpuppt sich die präsentierte Lösung rasch als alter Wein in neuen Schläuchen. Unverändert will man die Ziesel auf die selben weit verstreuten, teils abgelegen und ungeeigneten Ausgleichsflächen umlenken.

>> Ausgleichsflächen sehen und staunen <<

Ist ein erster Teil der Tiere dort angekommen, beginnt die sukzessive Vernichtung ihres angestammten Lebensraums um auch die übrigen Artgenossen zu vertreiben. Verbliebene Individuen, die sich dem „sanften Druck“ des Pflugs widersetzen, will man kurzerhand einsammeln und abtransportieren.

Nach dem selben Muster wird auch die ebenfalls beheimatete Feldhamster-Population delogiert, bekannte Vorkommen von Zauneidechse und Wechselkröte womöglich gar ignoriert. Allesamt sind sie streng geschützte Arten – Biodiversität unerwünscht!

Neu ist lediglich, dass im Falle des Scheiterns der Absiedlung, zusätzliche Überbrückungen des Marchfeldkanals errichtet werden sollen, um so die lästigen Tiere doch noch irgendwie los zu werden. Ein dichtes Vorkommen beim Heeresspital, war schon vor Beginn der Planungen bekannt, fiel aber im Widmungsverfahren unter den Tisch . Die betroffenen Ziesel sollen wohl um jeden Preis der Welt ihren Lebensraum verlieren.

Den größten Teil der Flächen stellt die Gemeinde Wien selbst zur Verfügung. Verbuschte Uferböschungen am Marchfeldkanal, deren Rodung nun zumindest teilweise zu befürchten ist, werden von der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal beigesteuert.

Wien ist anders: Mit Public Relations kontra Naturschutz

Braucht es beim Thema Naturschutz die Einschaltung einer PR-Agentur, muss wohl ordentlich Feuer am Dach sein.

Zur Rettung des Mega-Bauprojekts beim Heeresspital vertraut man auf Dienste eines Ex-SPÖ-Bundesgeschäftsführers, dessen Agentur voll und ganz auf „Story Telling“ spezialisiert ist.

Es sind aber nicht die von der Kronen Zeitung recherchierten Fakten, die im Mittelpunkt der „Auftrags-Geschichterln“ stehen. Vielmehr soll die öffentliche Meinung gezielt jenen notwendigen Spin bekommen, damit die Verantwortlichen ohne Imageverlust ein in Schieflage geratenes Vorhaben doch noch durchpeitschen können.

Auftrags-PR gegen die Interessen objektiv vom Aussterben bedrohte Tiere markiert zweifellos einen deprimierenden Tiefpunkt im Umgang mit schützenswerten natürlichen Ressourcen und letztendlich auch im Umgang mit den Bürgern. Eine Erkenntnis, die man angesichts grünen Aufwinds in der österreichischen Politik nicht für möglich halten würde.

Lichtblick Ziesel-Petition

Ziesel-Petition für Naturschutzgebiet beim Heeresspital Wien - Jetzt unterstützen!Enorme Resonanz gab indes für die erst kürzlich initiierte Petition zum Schutz der Ziesel-Population beim Heeresspital. Mit ihrer Forderung nach Umsetzung der Floridsdorfer Beschlüsse, konnte sie bereits mehr als 1.000 Unterstützungserklärungen gewinnen.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön allen Wienerinnen und Wienern, die mit ihrer Unterschrift ein engagiertes Zeichen für konsequenten Naturschutz und respektvollen Umgang mit streng geschützten Arten und ihrer Lebensräume setzen.

Unterschreiben auch Sie! Ab sofort ist es auch bequem per Fax möglich.

Ziesel-Wanderung am 15. Juni – Sei dabei!

Zieselwanderung am Marchfeldkanal beim Heeresspital Wien 2013-06-15War’s das nun mit den Zieseln beim Wiener Heeresspital? – Natürlich nicht, solange der gemeinsame Kampf für den Erhalt einer der letzten großen Populationen Österreichs unvermindert weitergeht.

Schon am 15. Juni haben Sie Möglichkeit hautnah das faszinierende Naturjuwel am Marchfeldkanal, dessen Ende von der Stadt Wien zuletzt eingeläutet wurde, hautnah zu erleben.

Lernen Sie im Rahmen eines geführten Spaziergangs alle Besonderheiten von Flora und Fauna des Biotops nächst dem Heeresspital kennen und machen Sie sich selbst ein Bild von den inakzeptablen, weitläufig verstreuten Ausgleichsflächen, wohin die streng geschützten Ziesel absiedelt werden sollen.

Neben dem Ziesel, haben weitere streng geschützte und seltene Arten wie Feldhamster, Zauneidechse, Wechselkröte, Neuntöter oder Nachtreiher dort ein Rückzugsgebiet gefunden. Ein schützenswertes Naturjuwel, wo es vieles zu entdecken gibt, erwartet Sie!

Wann: Samstag, 15. Juni 2013, 15:00 Uhr

Wo: Johann-Orth-Platz, 1210 Wien (Ecke Inge-Konradi-Gasse/Weilandgasse)

Dauer: ca. 1,5 Stunden

Der Treffpunkt befindet sich nahe der Endstation der Straßenbahnlinie 31. Vor und nach der Ziesel-Wanderung ist für ihr leibliches Wohl und reichlich Gesprächsstoff gesorgt.

Mit ihrer Teilnahme an dem Spaziergang zeigen Sie, dass Wiener Bürgerinnen und Bürger von der Wiener Stadtregierung eine gänzlich andere Art von Naturschutz erwarten, als dies zur Zeit praktiziert wird!

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

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Ziesel mit markanter Feldfärbung beim Heeresspital Wien, (C) www.ziesel.org

Frühlingsgefühle bei den Stammersdorfer Zieseln am Marchfeldkanal

Eine Welle der Empörung schwappte über das Land. Österreichs unverständliches Abstimmungsverhalten gegen das EU-Verbot bestimmter Pestizide, die im Verdacht stehen für das Bienensterben mitverantwortlich zu sein, zeigte eines nur zu deutlich: Noch immer stehen partikuläre Interessen über jenen des Naturschutzes. Erfreulicherweise war aber Umweltminister Berlakovich den triftigen Argumenten zugänglich und lenkte zwischenzeitlich ein.

Auch beim Wiener Heeresspital bahnt sich ein vergleichbares Fiasko an. Obwohl landesweit massiv vom Aussterben bedroht und streng geschützt, soll dort eine der letzten großen Ziesel-Populationen einem monströsen Bauprojekt weichen.

Mehrheitsbeschlüsse des Bezirksparlaments Floridsdorf, wonach das Vorhaben an anderer Stelle realisiert und ein Naturschutzgebiet für die bedrohten Tiere eingerichtet werden soll, werden seitens der Stadt Wien ignoriert.

Vielen Dank an die zahlreichen Wienerinnen und Wiener, die die Petition für die Umsetzung des geforderten Naturschutzgebietes bereits unterzeichnet haben! Ab sofort besteht nun auch die Möglichkeit, die Unterstützungslisten bequem per Fax zu übermitteln.

Ziesel-Schutzgebiet unterstützen! – So geht’s:

Ziesel-Petition für Naturschutzgebiet beim Heeresspital Wien - Jetzt unterstützen!

  • Formular herunterladen (Link) und ausdrucken
  • Vollständig und leserlich ausfüllen
  • Per Fax oder Post an die am Formular angegebene Nummer bzw. Adresse senden
  • Vielen Dank für Ihr Zeichen für konsequenten Natur- und Artenschutz!

Bitte beachten:

  • Die Unterstützerinnen und Unterstützer müssen ihren Hauptwohnsitz in Wien haben und zum Zeitpunkt der Unterzeichnung mindestens 16 Jahre alt sein.
  • Bitte auch dann unterschreiben, wenn bereits die vorangegangene Petition unterstützt wurde.
  • Bei Zusendung per Fax bitte unbedingt den Vermerk „z.Hd. Pressestelle“ anbringen.

Ziesel beim Heeresspital sind einzigartig!

Ziesel mit hellem Farbschlag beim Heeresspital Wien - April 2013, (C) www.ziesel.org

Heeresspital-Ziesel mit hellem Kopf und weißen Schwänzchen

Bereits im Vorjahr äußerte die Forscherin Dr. Ilse Hoffmann, die im Auftrag der Bauträger das Ziesel-Vorkommen untersucht, in einem Bericht an die Wiener Umweltschutzabteilung die Vermutung, dass die Population einer bislang unbekannten Unterart angehören könnte. Sowohl beobachtete Fellfärbung, als auch signifikante Unterschiede in den Körpermaßen würden darauf hindeuten.

Aktuelle Fotos (siehe oben), aufgenommen am Feld nördlich des Heeresspitals, zeigen erneut Individuen, deren farbliche Erscheinung sich spektakulär von jener „gewöhnlicher“ Ziesel unterscheidet. Ebenso weisen manche der Tiere blaue Augen auf.

Ziesel-Wanderung am 15. Juni – Seien Sie dabei!

Zieselwanderung am Marchfeldkanal beim Heeresspital Wien 2013-06-15Lernen Sie im Rahmen eines geführten Spaziergangs die Besonderheiten von Flora und Fauna des Stammersdorfer Marchfeldkanal-Abschnitts, nahe dem Heeresspital, kennen.

Neben dem Ziesel, haben weitere streng geschützte und seltene Arten wie Feldhamster, Zauneidechse, Wechselkröte, Neuntöter oder Nachtreiher dort ein Rückzugsgebiet gefunden. Ein wertvolles Naturjuwel, wo es vieles zu entdecken gibt, erwartet Sie!

Machen Sie sich auch selbst ein Bild von den inakzeptablen, weit verstreuten Ausgleichsflächen, auf die man die streng geschützten Ziesel absiedeln will.

 

Wann: Samstag, 15. Juni 2013, 15:00 Uhr

Wo: Johann-Orth-Platz, 1210 Wien (Ecke Inge-Konradi-Gasse/Weilandgasse)

Dauer: ca. 1,5 Stunden

Der Treffpunkt befindet sich nahe der Endstation der Straßenbahnlinie 31. Vor und nach der Ziesel-Wanderung ist für ihr leibliches Wohl gesorgt.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

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Ende vergangenen Jahres verlangte das Floridsdorfer Parlament in einem mehrheitlichen Beschluss die Verlegung des nördlich des Wiener Heeresspitals geplanten Bauprojekts an einen anderen Standort sowie die Einrichtung eines Naturschutzgebietes rund um das Heeresspital. Damit soll die dort ansässige, europaweit streng geschützte Ziesel-Population nachhaltig geschützt werden.

Doch die zuständige Umweltstadträtin Ulli Sima erteilte den gewählten Volksvertretern eine glatte Abfuhr. Ihrer kühlen Replik zufolge, hält sie das Vorkommen für unbedeutend. Da die Ziesel in Wien ohnehin strengsten Schutzstatus genießen, habe ein Naturschutzgebiet „keinen Mehrwert“.

Um den Floridsdorfer Forderungen im Wiener Rathaus entsprechend Gehör zu verschaffen, startet die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal nun zusätzlich auch eine Petition nach dem neuen Wiener Petitionsgesetz.

Bitte helfen Sie mit, die dafür notwendigen 500 Unterschriften rasch zu erreichen!

Ziesel-Petition nach dem neuen Petitionsgesetz für Wien

Ziesel-Petition für Naturschutzgebiet beim Heeresspital Wien

Formular herunterladen

Bisher setzen sich 9.000 Menschen mit ihrer Unterschrift zum Schutz der Ziesel und Feldhamster für ein Naturschutzgebiet rund um das Wiener Heeresspital ein. Das starke Signal für die Einhaltung des strengen Schutzes bedrohter Arten sorgte bisher für beachtliche Aufmerksamkeit und läuft selbstverständlich weiter. An dieser Stelle vielen herzlichen Dank an alle bisherigen Unterstützerinnen und Unterstützer!

Zusätzlich wollen wir uns aufgrund neuer rechtlicher Rahmenbedingungen nun auch direkt an das Wiener Rathaus wenden. Denn im Jänner 2013 trat das neue Gesetz über Petitionen in Wien in Kraft.

500 gültige Unterstützungserklärungen von Wiener Bürgerinnen und Bürgern sind erforderlich, um den Petitionsausschuss des Gemeinderats mit einem, die Verwaltung betreffendem Anliegen, zu befassen. Die Unterzeichner/innen müssen das 16. Lebensjahr vollendet und ihren Hauptwohnsitz in Wien haben. Der Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft ist nicht erforderlich.

WICHTIG: Die neue Aktion wendet sich auch an all jene Wienerinnnen und Wiener, die bereits für den Schutz der Ziesel unterschrieben haben.

Bitte das Ziesel-Petitionsformular ausdrucken, vollständig und gut leserlich ausfüllen und per Telefax oder per Post an die im Formular angegebene Anschrift schicken. Weisen sie bitte auch Wiener Freunde und Bekannte auf die neue Unterschriftenaktion hin. Zusendungen per E-Mail sind aus rechtlichen Gründen leider ungültig.

Die Forderungen der Wiener Ziesel-Petition

Die Bestände des Europäischen Ziesels sind europaweit stark rückläufig. Besonders dramatisch ist seine Situation in Österreich, wo die naturschutzrechtlich streng geschützte Art auf Platz 1 der Roten Liste steht. Republik Österreich und Stadt Wien tragen daher besondere Verantwortung für den nachhaltigen Schutz heimischer Ziesel-Vorkommen und für die Verbesserung ihres Erhaltungszustands in den verbliebenen natürlichen Verbreitungsgebieten.

„Mit meiner Unterschrift unterstütze ich die Forderungen des Floridsdorfer Bezirksparlaments nach

  1. Durchführung des geplanten Bauprojekts nördlich des Heeresspitals an einem alternativen Standort sowie nach
  2. Festsetzung eines geeigneten Naturschutzgebietes auf den Grünflächen am Areal des Heeresspitals und auf den umliegenden Flächen begrenzt durch Brünner Straße, Marchfeldkanal und Johann Weber Straße.

Ich appelliere um entsprechende Beschlussfassung durch den Wiener Gemeinderat.“

Warum ein Naturschutzgebiet?

Bei der Ziesel-Kolonie rund um das Wiener Heeresspital handelt es sich um großes isoliertes Reliktvorkommen, das seit Errichtung des Marchfeldkanals zwischen Brünner Straße und dem künstlichen Gewässer festsitzt. Für die rund 850 Tiere gibt es keine Möglichkeit zur Abwanderung. Dass es sich um bedeutsames Vorkommen handelt ist klar, denn 2005 wurden an die EU ein österreichweiter Gesamtbestand von lediglich 15.000 bis 30.000 Individuen (Tendenz abnehmend) gemeldet. Zuletzt wurde bekannt, dass könnte es sich bei der Population um eine bis dato unbekannte Unterart handeln könnte.

Ein Erfolg der im Raum stehenden, riskanten Ausgleichsmaßnahmen gilt als extrem unwahrscheinlich, denn dazu müssten die Ziesel über eine schmale Brücke den Marchfeldkanal queren. Zwischenzeitlich wurde durch Experten im Auftrag der Bauträger ohnehin bereits belegt, dass über die Brücke keine Wanderungen stattfinden.

Eingriffe in das sensible Habitat hätten mit Sicherheit das Erlöschen der isolierten Ziesel-Population zur Konsequenz. Nur ein Naturschutzgebiet kann den, auf dem Vorkommen lastenden, wirtschaftlichen Druck nehmen und auch den Weg zur nachhaltigen Sicherung ihres Fortbestandes freimachen.

Lage des geforderten Naturschutzgebiets in Google Maps öffnen

Beschlossene Anträge im Floridsdorfer Bezirksparlament

Sima-20130211Die im Floridsdorfer Bezirksparlament von FPÖ, Grünen, ÖVP und WIFF angenommenen Anträge, sowie deren Ablehnung durch Umweltstadträtin Ulli Sima gibt es hier zum Nachlesen:

Antrag betreffend mögliche Umsiedelung von Zieseln

Antrag für Naturschutzgebiet beim Heeresspital (BV21-4061/12)

Ablehnung Naturschutzgebiet durch Umweltstadträtin Ulli Sima

Jetzt gilt’s! Naturschutz darf nicht unter den Tisch fallen!

Beim Wiener Heeresspital war ein großes Ziesel-Vorkommen längst amtlich dokumentiert, als die Planungen für das Bauprojekt starteten. Dennoch fiel die streng geschützte Art im Zuge des Verfahrens –warum auch immer – kommentarlos unter den Tisch. Rücksicht auf die landesweit massiv vom Aussterben bedrohten Nager war kein Thema.

Setzen wir gemeinsam ein kraftvolles Zeichen im Interesse unwiederbringlicher natürlicher Ressourcen!

Die strengen Natur- und Artenschutzbestimmungen haben auch dann zu gelten, wenn diese mit anderen Interessen in Konflikt stehen. Mehrheitsbeschlüsse gewählter Volksvertreter dürfen nicht direkt in der Rundablage landen, wenn diese der Stadtregierung nicht passen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung der Wiener Ziesel-Petition!

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Die Ausgleichsflächen für die Ziesel beim Wiener Heeresspital, die bekanntlich einem riesigen Bauprojekt weichen sollen, sind in aller Munde. Doch nur Insider kennen ihre tatsächliche Lage.

Um für die überfällige Transparenz zu sorgen, wurden nun Ausgleichsflächen und aktuelles Verbreitungsgebiet der Ziesel in Google Maps visualisiert und mit klickbaren Infos und Fotos angereichert. Als Basis dienen die von den Bauträgern bei der Naturschutzbehörde eingereichten Grundstücksdaten (PDF, ca. 2.4 MB).

Machen Sie sich selbst ein Bild von einem „Fleckerlteppich“ an Fragmenten, deren jeweilige Eignung und Erreichbarkeit größtenteils zweifelhaft ist. Zuletzt sprachen selbst die involvierten Experten offen von einer „nicht kalkulierbaren Akzeptanz“ der Ersatzgebiete durch die streng geschützten Tiere.

Visualisierung der Ziesel-Ausgleichsflaechen beim Wiener Heeresspital

Klicken Sie in die Google Karte um diese in voller Größe zu öffnen.

Hinweis: Für eine optimale Darstellung, empfehlen wir die Karte in einem gängigen Browser auf einem Desktop- oder Notebook-Gerät anzusehen.

Erläuterungen zur Visualisierung der Ziesel-Ausgleichsflächen

Das aktuelle Verbreitungsgebiet der isolierten Ziesel-Population beim Wiener Heeresspital ist in der Karte gelb und grün dargestellt.

Im grün markierten, nördlichen Areal ist Errichtung von ca. 950 Wohnungen geplant. Obwohl strengstens geschützt, sollen die dort lebenden Ziesel aus der Gesamtpopulation herausgelöst und auf die rot dargestellten Ausgleichsflächen umgelenkt werden. Diese liegen zum überwiegenden Teil jenseits des Marchfeldkanals und sind nur über eine schmale Brücke erreichbar.

Einem Bericht der Bauträger an die Naturschutzbehörde ist zu entnehmen, dass bei Detailbegehungen keine Zieselbaue auf der gegenüberliegenden Seite des Gewässers festgestellt werden konnten. Somit existiert bis dato kein Nachweis, dass zumindest ein Ziesel über die Brücke hin und her wandern würde.

Unschwer zu erkennen ist, dass sogar die mit Büschen und Bäumen dicht verwachsenen Marchfeldkanal-Uferböschungen abschnittsweise als Ausgleichsflächen vorgesehen sind. Da Ziesel als Lebensraum offene Graslandschaften benötigen, bedarf es wohl signifikanter Rodungen um die Ufer als Ausgleichsflächen zu aktivieren. Dabei ginge wertvoller Lebensraum vieler in Wien selten gewordener Arten (z.B.: Eisvogel und Zauneidechse) verloren.

Fläche A9: Ziesel-Marathon zur Naherholungswiese

Fragwürdiges Highlight der Ausgleichslösung ist Fläche A9. Um sie vom Feld nördlich des Heeresspitals zu erreichen, müssten die Ziesel zielstrebig 1,15 km zurücklegen!

Dort angekommen, erwartet sie jedoch ganztägig Stress und gleich auch das nächste Bauprojekt. Denn die Wiese dient den M enschen mehrere nahegelegener Wohnanlagen zur Naherholung und schon bald soll westlich angrenzend ein Bauprojekt realisiert werden.

Warum eigentlich dieser „Fleckerlteppich“?

Ein großer Teil des Grünland zwischen Marchfeldkanal und Brünner Straße rund um das Wiener Heeresspital ist von Zieseln besiedelt. Dabei handelt es sich um ein Relikt-Vorkommen, für das aufgrund der isolierten Lage und unüberwindbarer Barrieren keine Möglichkeit zur Abwanderung besteht.

Diesseits des Marchfeldkanals stehen daher Ausgleichsflächen nicht im ausreichenden Umfang zur Disposition. Um die Realisierung des Bauprojekts – losgelöst von Fragen des Naturschutzes – retten zu können, ist man somit auf Gebiete auf der anderen Seite des Marchfeldkanals angewiesen.

Bestätigung für die suboptimale Lage der Ersatzgebiete kommt von der Ziesel-Expertin Dr. Ilse Hoffmann, die von den Bauträgern beigezogenen wurde. Sie erklärte im Gespräch mit „Der Presse“:

Es ist sicher nicht optimal, dass ein Großteil der Flächen nicht unmittelbar an das Lebensgebiet der Ziesel angrenzen.

Quellen

  1. Durch die Bauträger bei der Naturschutzbehörde MA 22 eingereichte Ausgleichsflächen
    (PDF, ca. 2.4 MB) Stand September 2012
  2. Artenkartierung Heeresspital – Umgebung Europäisches Ziesel und Feldhamster
    (Powerpoint, ca, 1.5 MB) Dr. Ilse Hoffmann, Universität Wien, September 2011

Die Karte wurde unter Verwendung von Symbolen aus der freien Map Icons Collection realisiert.

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Ziesel-Päarchen nördlich des Wiener Heeresspital

Ein von den Bauträgern an die Wiener Naturschutzbehörde MA 22 übermittelter „Zeitplan“ belegt nun erstmals wortwörtlich, was ohnehin längst klar war:

Die Akzeptanz der vorgesehenen Ausgleichsflächen durch die beim Heeresspital lebenden Ziesel ist „nicht kalkulierbar“! Auch haben bislang nachweislich keine Wanderbewegungen dorthin stattgefunden.

Das Papier offenbart noch weitere „spannende“ Aspekte. So kennen die Projektwerber vorab schon Auflagen, obwohl von der Behörde noch gar kein Bescheid zur Ziesel-Absiedlung vorliegt. Unbürokratischer Austausch parallel zu gesetzlich notwendigen Formalitäten?

Die Absicht die Tiere durch Pflügen zu lenken, räumt zudem mit dem PR-Märchen auf, dass Umackern im Ziesel-Lebensraum außerhalb deren Winterschlafs keine ungünstigen Auswirkungen haben kann.

Aufsehenerregende Medienberichte („Umwidmung als Kriminalfall?“) werfen indes neues Licht auf die Vorgänge rund um die viel diskutierte Widmung beim Heeresspital.

Der „Zeitplan“ zum Download

Der knapp vor Weihnachten 2012 von den Bauträgern an die MA 22 übermittelte „Zeitplan“ ist im Detail hier nachzulesen:

>>> Download Zeitplan <<<

Nicht kalkulierbare Akzeptanz der Ausgleichsflächen ?

Sobald 50 Prozent der Ziesel das Projektgebiet verlassen haben, sollen die restlichen Tiere sukzessive durch Pflügen vertrieben werden. Ob die erste Hälfte auf den Ausgleichsflächen angekommen oder sonst wohin verschwunden sein muss, lässt das Schreiben offen.

Jedenfalls wird die nicht kalkulierbare Akzeptanz der Ausgleichflächen durch die Ziesel im „Zeitplan“ ausdrücklich betont:

Da eine Umlenkung im Ausmaß von 50% des Bestandes innerhalb eines Jahres nicht realistisch erscheint, vor allem wegen der nicht kalkulierbaren Akzeptanz der Ausgleichsflächen, wird die Maßnahme auf bis zu 2 Hektar pro Jahr begrenzt.

Akzeptanz der Ausgleichsflächen: Praktisch gleich Null !

Warum jedoch überhaupt noch Unsicherheiten bezüglich der Akzeptanz der Ausgleichsflächen bestehen, ist eigenartig. Denn der überwiegende Teil der Ersatzflächen liegt jenseits des Marchfeldkanals und wäre für die Tiere nur über eine schmale Brücke zu erreichen.

Tatsächlich finden die ersehnten Wanderungen über die Brücke aber nicht statt. Schon im Oktober 2012 berichten daher die Bauträger an die MA 22, dass auf die Erbringung eines entsprechenden Nachweises (Fang/Wiederfang markierter Ziesel beiderseits der Brücke) wegen Aussichtslosigkeit bislang verzichtet wurde:

Am 07.08.2012 wurden jene potenziellen Ausgleichsflächen östlich des Marchfeldkanals kartiert, die der Brücke am nächsten liegen (…). Trotz flächendeckender Vorgangsweise (…) wurden auf ca. 2 ha weder Bausysteme noch Fallröhren gefunden. Da sowohl für Ziesel als auch für Hamster auszuschließen ist, dass sie sich auf einer Fläche aufhalten, die keinerlei Zufluchtsmöglichkeiten bietet (…), wurde von Fangversuchen abgesehen.

Behördliche Auflagen schon vor Genehmigung der Ziesel-Lenkung bekannt

In der äußeren Wahrnehmung wirkt sich die offenkundige Perspektivenlosigkeit der Ausgleichsmaßnahmen nicht auf die Zusammenarbeit zwischen der weisungsfreien Naturschutzbehörde und den Projektwerbern aus. Überraschend nimmt der im Auftrag der Bauträger verfasste „Zeitplan“ gar Bezug auf eine bis dato unbekannte „Auflage 4“:

Bei Vorliegen von 50% der Population außerhalb des Projektgebietes (…) Beginn der Lenkungsmaßnahmen durch Grasnabenabtrag und anschließendes Pflügen (…). Da diese Maßnahme erst nach Erkenntnis des Monitoring und außerhalb der Winterschlaf- bzw. Säugezeit (Auflage 4) erfolgen kann, …

Auflagen werden durch die Behörde im Rahmen von naturschutzrechtlichen Bescheiden erteilt. Jedoch hat die MA 22 nach eigenen Angaben bis dato keinen Bescheid zum Umlenken der Heeresspital-Ziesel auf Ersatzflächen erlassen. Vielmehr wies sie im letzten Bescheid von März 2012 Lenkungsmaßnahmen sogar ausdrücklich zurück. Lediglich Fang und Wiederfang der Tiere zu Forschungszwecken wurde damals unter Verfügung dreier Auflagen genehmigt.

Daher ist es in der Tat erstaunlich, dass in dem an die Behörde gerichteten Schreiben die Kenntnis einer vierten Auflage dokumentiert wird, die sich noch dazu auf das bislang untersagte Lenken der Ziesel bezieht. Ist es also möglich, dass bereits vor Erlass eines naturschutzrechtlichen Bescheides Kenntnis über darin erteilte Auflagen besteht?

Gutes Pflügen vs. böses Pflügen

Pflügen in Ziesel-Habitat nördlich Wiener Heeresspital - Juni 2011Wie schon oft kritisiert, scheint es aus vielen Gründen unverantwortlich, den Lebensraum der Ziesel während ihrer aktiven Saison mit dem Pflug zu bearbeiten. Bislang wurde jedoch seitens der Naturschutzbehörde stets beteuert, dass ein solcher Umbruch bis maximal 30 cm Tiefe ohne Auflagen im völligen Einklang mit dem Naturschutzgesetz stehe.

Andererseits geht nun aus dem vorgelegten „Zeitplan“ wenig überraschend hervor, dass man die Ziesel beim Heeresspital durch streifenweises Pflügen ihres Habitats (wiederum max. 30 cm tief) auf die Ausgleichsflächen umlenken will. Worin der qualitative Unterschied zwischen dem Pflügen in dem einen und dem anderen Fall liegt, weiß wohl nur die Behörde.

Jedenfalls muss bezweifelt werden, dass die österreichweit vom Aussterben bedrohten Zieseln jeweils einordnen können, ob es sich beim Pflügen bloß um eine gut gemeinte Pflegemaßnahme oder doch um eine Offensivsaktion handelt.

Umwidmung als Kriminalfall?“ und „Fall für Korruptionsanwaltschaft?“

Kronen Zeitung vom 5.1.2013 - "Umwidmung als Kriminalfall?"So titelte am 5. Jänner 2013 ein aufsehenerregender Bericht in der „Kronen Zeitung“. Darin greift das Blatt die seinerzeitigen Vorgänge im Vorfeld des Zustandekommens der Flächenwidmung beim Wiener Heeresspital auf. Bei der Widmung gab es merkwürdigerweise kein Gutachten der MA 22, ergaben Recherchen der „Krone“. Das bedeutsame Vorkommen der streng geschützten Ziesel beim Heeresspital war jedoch schon seit 2005 behördlich dokumentiert.

Auch die „Floridsdorfer Bezirkszeitung“ geht in ihrer letzten Ausgabe der Thematik auf den Grund und stellt abschließend die Frage, ob ein „Fall für die Korruptionsanwaltschaft“ vorliegen könnte?

Öffentliches Interesse an Ziesel-Schutz statt „Operation Hoffnungslos“

Obwohl die Ziesel österreichweit unter letalem Druck stehen, wird das Schauspiel um die Ziesel-Kolonie beim Wiener Heeresspital von Woche zu Woche unwürdiger.

Zuletzt sprach sich die Floridsdorfer Bezirkspolitik erfreulicherweise mehrheitlich für den konsequenten Schutz der bedrohten Ziesel aus. Nach ihrem Willen soll das Bauprojekt beim Heeresspital an anderer Stelle realisiert und stattdessen auf den Grünflächen rund um das Heeresspital ein Naturschutzgebiet festgesetzt werden. Fast 9.000 Menschen unterstützen bereits mit ihrer Unterschrift diese Forderungen.

Von Seite der Wiener Landesregierung gibt man sich vom massiven öffentlichen Interesse am Schutz der Ziesel völlig unbeeindruckt. Lieber hält man am beispiellosen Vorhaben zur Absiedlung der vom Aussterben bedrohten Tiere auf weit verstreute und zugleich größtenteils unerreichbare Ersatzflächen fest.

Die Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass im Habitat einer der letzten großen Ziesel-Kolonien Österreichs jemals ernsthaft Planungen aufgenommen und millionenschwere Investitionen getätigt wurden, ist für die Verantwortlichen dabei offenbar nicht von Interesse.

Es ist also zu befürchten, dass in der Ziesel-Causa der Tiefpunkt an realem Natur- und Artenschutz längst noch nicht erreicht ist. Schon bald könnte es grünes Licht für eine „Operation Hoffnungslos“ geben …

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Das Team der IGL-Marchfeldkanal wünscht allen Ziesel-Unterstützern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Das Team der IGL-Marchfeldkanal wünscht allen Ziesel-Unterstützern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

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Das Floridsdorfer Bezirksparlament macht zum Schutz der Ziesel weiter Druck.

Nachdem zuletzt die Verlegung des Bauprojekts beim Heeresspital an einen alternativen Standort verlangt wurde, geht man nun einen Schritt weiter. Mehrheitlich stimmten die Bezirksvertreter einem Antrag auf Festsetzung eines Naturschutzgebietes auf Flächen umliegend des Heeresspitals zu. Dort hat eine der letzten großen Kolonien der europaweit geschützten Ziesel ihren Lebensraum.

Aus dem Norden Wiens kommt damit ein klares Signal, dass in Wien die strengen Naturschutzgesetze einzuhalten sind und der Schutz der landesweit massiv vom Aussterben bedrohten Tiere Vorrang haben muss.

Floridsdorfer Bürger und Politiker für den Schutz der Ziesel beim Wiener Heeresspital

In Wien-Floridsdorf setzen sich Politik und Bürger vehement für den nachhaltigen Schutz der bedrohten Ziesel-Population beim Heeresspital ein

Politische Mehrheit für Naturschutzgebiet beim Heeresspital

Der von der ÖVP-Floridsdorf eingebrachte Antrag fand die Zustimmung von Grünen, FPÖ und WIFF und erzielte somit die erforderliche Mehrheit. Lediglich die Mandatare der SPÖ lehnten den Antrag ab.

Im Antragstext wird auf das besondere Schutzbedürfnis der Ziesel-Population beim Heeresspital hingewiesen, da dort durch die Uni Wien eine bis dato unbekannte Unterart des Europäischen Ziesels entdeckt worden sein könnte. Darüber hinaus fänden auf dem unter Naturschutz gestellten Areal auch andere vorkommende, streng geschützte Arten, wie Feldhamster, Neuntöter oder Zauneidechse ein Rückzugsgebiet. „Das ausgewiesene Naturschutzgebiet kann als Schau- und Infoprojekt der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden und somit zu einem Imagegewinn des Bezirks beitragen“, heißt es in der Antragsbegründung weiter.

Aus Sicht der IGL-Marchfeldkanal ist es jetzt nur noch erforderlich, die bereits im Antrag skizzierten Grenzen des Naturschutzgebietes, entsprechend der tatsächlichen Ziesel-Verbreitung im Bereich zwischen Brünner Straße und Marchfeldkanal, exakt zu definieren.

Perfektes Timing für erweiterte Landschaftsschutzgebiet-Verordnung

Von der Wiener Naturschutzbehörde MA 22 war bis Ende 2011 der Entwurf einer Verordnung eines erweiterten Landschaftsschutzgebietes in Floridsdorf zugesagt. Wie jedoch aus der Beantwortung einer von den Grünen gestellten Anfrage durch die zuständige Stadträtin Ulli Sima hervorgeht, ist dieses Papier noch immer ausständig.

Damit bietet sich nun die günstige Gelegenheit, das von Floridsdorf geforderte Naturschutzgebiet ringsum das Heeresspital unmittelbar in die überfällige Verordnung zu integrieren und Aufwände, die mit einer abermaligen Überarbeitung des Landschaftsschutzgebiets verbundenen wären, zu vermeiden.

Naturschutzgebiet beim Heeresspital ist alternativenlos

Das Ziesel steht in Österreich an erster Stelle der Roten Liste. Nach den objektiven EU-Bewertungsmaßstäben befindet es sich landesweit im schlechtest möglichen Erhaltungszustand „U2 Unfavourable Bad“. Diese alarmierende Einstufung teilen sich die Ziesel lediglich mit drei Fledermausarten.

Seit Anfang der 70er-Jahre ist in Wien die überwiegende Zahl der dokumentierten Ziesel-Vorkommen erloschen. Trotzdem schenkte man in den Planungen des Großbauprojekts beim Heeresspital der, im Projektgebiet längst amtsbekannten, Population – eine der größten Österreichs – keinerlei Beachtung.

In Anbetracht der rechtlichen und naturschutzfachlichen Faktenlage, muss der nachhaltige Schutz des Ziesel-Reservats beim Heeresspital absolute Priorität haben. Statt an aussichtlosen, aber hochriskanten Umsiedlungsplänen festzuhalten, sind nun konkrete Anstrengungen für den Ziesel-Schutz überfällig.

Zeit zum Handeln

Die Bürgerinitiative IGL-Marchfeldkanal begrüßt die politische Willensbildung des Floridsdorfer Bezirksparlament zum Schutz der bedrohten Ziesel-Population beim Heeresspital, die weit über die Bezirksgrenzen hinweg große Beachtung findet. Beim Thema Naturschutz ziehen somit Bürger und Politik, ungeachtet weltanschaulicher Differenzen in anderen Fragen, gemeinsam an einem Strang.

Von entscheidender Bedeutung ist nun jedoch, die Umsetzung der beiden richtungsweisenden Anträge mit Nachdruck von der Wiener Landesregierung einzufordern. Die IGL-Marchfeldkanal appelliert daher an die Lokalpolitik auch im Jahr 2013 in Sachen Zieselschutz nicht locker zu lassen.

Gemeinsam mit der Mehrheit der Floridsdorfer Volksvertreter, setzen sich bereits 8.500 Menschen mit ihrer Unterschrift für ein Naturschutzgebiet auf den Grünflächen rund um das Wiener Heeresspital ein. Bitte unterschreiben auch Sie!

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